Übernahmefieber sorgt für starke Kursausschläge

Für starke Kursausschläge an der Börse hat heute Capital Stage gesorgt.

Der im SDAX notierte Hamburger Solarpark- und Windkraftanlagen-Betreiber (WKN: 609500) will den kleineren Wettbewerber Chorus Clean Energy kaufen.

Nach erfolgreicher Übernahme von mindestens 50% plus einer Aktie wäre Capital Stage einer der größten unabhängigen Solar- und Windkraftanlagen-Betreiber in Deutschland mit einer Gesamtkapazität von mehr als 900 MW.

Bei den Capital-Stage-Anlegern kamen die heute früh publizierten Pläne weniger gut an: Die Capital-Stage-Aktien fielen zwischenzeitlich um über 4% auf den niedrigsten Stand seit März 2015.

Die Aktien des Börsenneulings Chorus Clean Energy – das Unternehmen ist erst seit Oktober 2015 börsennotiert – sprangen hingegen zunächst um fast 20% auf 9,80 € nach oben. Im Tagesverlauf gaben sie dann leicht nach.

Capital Stage bietet den Chorus-Aktionären jeweils 5 eigene Aktien für je 3 Chorus-Aktien.

Dieses Umtauschverhältnis beinhaltet laut Capital Stage eine Prämie von 36% im Vergleich zum jeweiligen volumengewichteten Durchschnittskurs der vergangenen 3 Monate von Chorus und Capital Stage.

Im Klartext: Aus dem Angebot ergibt sich ein Wert je Chorus-Aktie von rund 11,52 €. Zudem sollen die Chorus-Aktionäre eine einmalige Dividenden-Zahlung in Höhe von 18 Cent pro Aktie erhalten.

Kernmärkte Deutschland, Italien und Frankreich

Die geplante Übernahme belegt den dynamischen Prozess, in dem sich die gesamte Branche der erneuerbaren Energien befindet.

Für viele deutsche Unternehmen gibt es angesichts der immer größer werdenden Konkurrenz vor allem aus China lediglich noch zwei Möglichkeiten: Übernahme oder Untergang.

Im Fall von Chorus scheint die Übernahme realistisch. Immerhin haben bereits die Anteilseigner von 15% der Chorus-Aktien ihre Verkaufsbereitschaft signalisiert.

Für Capital Stage ist der Deal insofern hilfreich, dass das Unternehmen die Konsolidierung der Branche in Deutschland und in Europa aktiv mitgestaltet und die Voraussetzungen für weiteres Wachstum schafft.

Auch die Expansion in neue Märkte inner- und außerhalb Europas sollte leichter fallen. Gemeinsam haben die Unternehmen bereits heute eine starke Position in den Kernmärkten Deutschland, Italien und Frankreich.

Gute Quartalszahlen

Erst in der vergangenen Woche hatte Capital Stage gute Quartalszahlen präsentiert und die Prognose für das Geschäftsjahr 2016 bestätigt.

Demnach erwartet das Unternehmen ein Umsatz-Wachstum von 15% auf über 130 Mio. € sowie ein operatives EBIT von über 60 Mio. € – das wäre eine Steigerung im Vergleich zu 2015 von gut 8%.

Der geplante Deal wird sich frühestens im 4. Quartal 2016 in den Zahlen niederschlagen – Capital Stage will seine Aktionäre zu einer außerordentlichen Hauptversammlung am 8. Juli 2016 einladen, um die notwendigen Beschlüsse für die geplante Kapitalerhöhung herbeizuführen.

Ein Vollzug der Übernahme wird für Ende des 3. Quartals 2016 erwartet.

30. Mai 2016

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Philipp Ley
Von: Philipp Ley. Über den Autor

Philipp Ley ist ausgebildeter Wirtschaftsjournalist mit Stationen u. a. bei n-tv, Financial Times Deutschland, Rheinischen Post und der Aktien-Analyse. In den vergangenen zwölf Jahren hat er zudem als Kommunikations- und Investor-Relations-Berater zahlreiche Geschäftsberichte erstellt: für kleinere aufstrebende Unternehmen ebenso wie für Börsenschwergewichte.

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