Übernahmegerüchte um US-Kaufhauskette JC Penney

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Rund um die insolvente US-Kaufhauskette JC Penney gibt es Übernahmegerüchte. Diese führten dazu, dass der Aktienkurs der JC-Papiere deutlich anzog. (Foto: phongphan / Shutterstock.com)

Heute habe ich mal wieder etwas aus der Rubrik „Gerüchteküche“ für Sie: In den USA wird darüber spekuliert, dass der US-Finanzinvestor Sycamore Partners an einer Übernahme der insolventen Kaufhauskette JC Penny Co. Inc. interessiert ist. Laut Reuters haben drei mit dem Fall vertrauten Personen am vergangenen Freitag bestätigt, dass die Finanzinvestoren bereits erste Vorgespräche mit Vertretern der US-Kaufhauskette geführt haben.

JC Penny hat Insolvenz angemeldet

Die im texanischen Plano ansässige Kaufhauskette JC Penny schreibt schon seit Jahren rote Zahlen und schiebt mittlerweile eine Schuldenlast von fast 5 Mrd. US-Dollar (USD) vor sich her. Als das Unternehmen vor ein paar Wochen seine mehr als 800 Geschäfte aufgrund des Corona-Lockdowns schließen musste, hat das 118 Jahre alte Traditionsunternehmen am 15. Mai Insolvenz angemeldet.

Zurzeit befindet sich JC Penny in Verhandlungen mit seinen Gläubigern. Hierbei geht es vor allem um die Abtretung von Kontrollrechten an die Kreditgeber und die weitere Finanzierung des Kaufhauskonzerns. Falls die Texaner nicht bis zum 14. Juli genügend Kreditgeber von ihrem Rettungskonzept überzeugen können, steht die traditionsreiche Kaufhauskette ab Mitte Juli zum Verkauf.

Parallel dazu führt JC Penny Gespräche mit den Vermietern ihrer Geschäftsräume. Darin geht es um die Stundung der für Juni bis August fällig werdenden Mieten. Auch über eine mögliche Aufspaltung des Warenhauskonzerns in eine Immobiliengesellschaft und einen Handelskonzern soll verhandelt werden.

Am vergangenen Donnerstag teilte JC Penny mit, dass es 154 Niederlassungen dauerhaft schließen wird. Bislang hat das Unternehmen fast 500 Geschäfte wiedereröffnet, die wegen der Pandemie geschlossen waren. In den kommenden Wochen sollen weitere Standorte wiedereröffnet werden.

Potenzieller Investor auf Einzelhandel spezialisiert

Die New Yorker Finanzinvestoren von Sycamore haben sich auf Investments in den Bereichen Einzelhandel und Konsumgüter spezialisiert. So hat Sycamore in der Vergangenheit bereits die Kontrolle über hochkarätige Unternehmen wie z. B. den Büroartikelkonzern Staples (2017 für 6,9 Mrd. USD), den Damenbekleidungshändler Talbots (2012 für 391 Mio. USD) und den Warenhausbetreiber Belk (2015 für 3 Mrd. USD) übernommen.

Wie ich Ihnen bereits berichtet habe, hatte Sycamore im Februar dieses Jahrs eine Übernahme des Dessous-Labels Victoria’s Secret vereinbart. Aber auf dem Höhepunkt der Corona-Krise lies Sycamore diesen 525 Mio. USD-Deal platzen. Was die New Yorker für eine Übernahme von JC Penney auf den Tisch blättern würden, und ob es wirklich zu einem Übernahme-Deal kommen wird, ist noch völlig offen.

Ob sich JC Penny nach dem Auslaufen des Corona-Lockdowns wieder in ruhigeres Fahrwasser manövrieren kann und den Turnaround schafft, ist ebenfalls fraglich. So haben bereits viele US-Handelsketten, wie z. B. Toys ‘R’ Us und Barneys New York Inc., auch in weniger schwierigen Zeiten die Wende nach der Insolvenz nicht geschafft.

Gebeutelte JC Penny-Aktie legt deutlich zu

Eine positive Auswirkung hatte das Bekanntwerden der Übernahmegerüchte allerdings: Der Kurs der JC Penny-Papiere legte am vergangenen Freitag um +55% zu und stieg bis zum Börsenschluss auf 0,32 USD.

Inwiefern diese positive Entwicklung der JC Penny-Aktie jedoch von langer Dauer sein wird, bleibt offen und hängt sehr vom Ausgang der diversen Verhandlungen ab. Im nachbörslichen Handel gaben die Kurse wieder nach und fielen um -12,5% auf 0,28 USD.

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Tobias Schöneich
Von: Tobias Schöneich. Über den Autor

Tobias Schöneich, Jahrgang 1982, begeistert sich seit der Jahrtausendwende und somit seit den Zeiten des New-Economy Booms für das Thema Börse und alles unmittelbar damit Verbundene.

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