Übernahmegeschäft brummt zum Jahresauftakt

Globaler Markt für Übernahmen und Fusionen mit stärkstem Jahresstart seit 2000. Lesen Sie jetzt die Details und Hintergründe. (Foto: phongphan / Shutterstock.com)

Gestern habe ich Ihnen hier im „Schlussgong“ von der geplanten Dr-Pepper-Übernahme durch die deutsche Milliardärsfamilie Reimann berichtet. Es handelt sich dabei um die größte Übernahme im noch jungen Börsenjahr 2018. Der Deal kommt inklusive der Übernahme der Schulden auf ein Gesamtvolumen von gut 23 Mrd. US-Dollar.

Doch auch unabhängig von der Dr-Pepper-Übernahme durch die JAB-Holding der Familie Reimann brummte das Übernahme-Geschäft in den vergangenen Wochen wie selten zuvor. Genauer gesagt startete der globale M&A-Markt (M&A = Übernahmen und Fusionen) in diesem Jahr so stark wie seit dem Beginn dieses Jahrtausends nicht mehr.

In den ersten 20 Handelstagen dieses Jahres wurden Transaktionen im Gesamtvolumen von gut 307 Mrd. US-Dollar angekündigt. Das teilte der Datendienstleister Dealogic in dieser Woche mit. Damit wird auch der Jahresbeginn des Boomjahres 2007 deutlich in den Schatten gestellt. Zu Beginn des Jahres 2007 belief sich das gesamte Transaktionsvolumen nur auf knapp 200 Mrd. US-Dollar.

US-Unternehmen besonders gefragt

Neun der zehn größten Übernahmen in den ersten Tagen des Jahres 2018 hatten einer Übersicht von Dealogic zufolge US-Unternehmen zum Ziel. Damit lässt sich festhalten, dass US-Unternehmen bei den Firmenjägern derzeit besonders hoch im Kurs sind.

Folglich hatte nur einer der zehn größten Übernahme-Deals in diesem Jahr ein nicht-amerikanisches Unternehmen zum Ziel. Dabei handelt es sich um den britischen Maschinenbauer GKN. Käufer ist in diesem Fall die ebenfalls britische Beteiligungsgesellschaft Melrose.

Welche Faktoren das Übernahmegeschäft aktuell beflügeln

Ursächlich für den aktuellen Boom im Übernahmegeschäft sind unter anderem die großen Hoffnungen der Investoren in die amerikanische Steuerreform, die Ende des vergangenen Jahres beschlossen wurde. Darüber hinaus treibt die anziehende globale Konjunktur den Markt für Übernahmen und Fusionen an.

Zudem befürchten einige Marktteilnehmer, dass die Finanzierungskosten in der 2. Jahreshälfte steigen könnten. Mit anderen Worten: Einige Investoren und Unternehmen machen jetzt noch Nägel mit Köpfen, da Sie befürchten, dass die Finanzierung von Übernahmen zukünftig teurer werden könnte.

Und es geht die Sorge um, dass nach dem bereits ungewöhnlich lange andauernden M&A-Zyklus ein Ende des Booms näher rückt. Daher sind in den kommenden Wochen und Monaten noch einige weitere große Deals zu erwarten. Auch in Deutschland sollen derzeit hinter den Kulissen Gespräche über größere Transaktionen geführt werden, wie ich aus Finanzkreisen höre.

Ich bleibe in jedem Fall für Sie am Ball und werde hier im „Schlussgong“ weiterhin über besonders große und relevante Übernahmen und Fusionen berichten und auch über die Chancen, die sich daraus für Sie als Anleger ergeben. Meine Übernahme-Favoriten wie Kion, Pfeiffer Vacuum oder auch BUWOG finden Sie übrigens regelmäßig in meinen Börsendiensten.

Ausblick: Demnächst lesen Sie an dieser Stelle, wie und warum Sie als Anleger von Übernahmen an der Börse profitieren können.

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Von: Rolf Morrien. Über den Autor

Rolf Morrien ist nicht nur Chefredakteur von „Morriens Einsteiger-Depot“, dem „Depot-Optimierer“, von „Das Beste aus 4 Welten“ und von „Rolf Morriens Power Depot“, er ist auch einer der renommiertesten Börsenexperten Deutschlands.