Übernahmekandidat mit 4% Dividende?

Aktionäre des Fertighaus-Herstellers Bien Zenker schauten noch im letzten Jahr bei der Dividende in die Röhre.

Schon in diesem Jahr sieht das anders aus. Das Unternehmen schüttet je Aktie 0,60€ an seine Aktionäre aus. Das macht unterm Strich eine Dividenden-Rendite von knapp 4%. Von Null auf 4% innerhalb nur eines Jahres?

Das könnte Anleger stutzig machen. Handelt es sich hier etwa um eines dieser wankelmütigen Unternehmen, welche die Dividende heben und senken, wie es ihnen gerade passt?

Für Anleger sind solche Unternehmen immer etwas problematisch. Denn wird eine Dividende gestrichen, beeinflusst das immer auch den Aktienkurs und bringt Unruhe in eine Aktie. Doch schauen wir uns Bien Zenker genauer an.

Hauptaktionär hat alle Macht bei Bien Zenker

Im ersten Quartal dieses Jahres kletterte der Umsatz um 4,1% auf 17,4 Mio. €. Der Fehlbetrag lag bei 2,4 Mio. €.

In den kommenden Quartalen sollen die Zahlen besser ausfallen. Im gesamten Geschäftsjahr 2013 will der Fertighaus-Profi einen Gesamtumsatz von 152 Mio. € und ein Ebit von 5 Mio. € machen.

Was sagen uns diese Zahlen? Das Unternehmen ist verhältnismäßig klein und wächst moderat. Doch warum schüttet Bien Zenker plötzlich eine derart hohe Dividende aus?

Die Antwort gibt ein Blick auf die Aktionärsstruktur. Größter Teilhaber bei Bien Zenker ist die ELK Fertighaus AG. Das Unternehmen hält etwas weniger als 90% der Anteile von Bien Zenker.

Gut möglich, dass der Hauptaktionär bei der Dividende seine Finger im Spiel hat – schließlich hätte selbst eine Opposition aufgrund der Stimmrechtsverteilung keine Chance.

Und so genehmigt sich der Hauptaktionär gerne ein besonders großes Stück vom Kuchen.

Ohne Analyse keine Prognose

Während bei anderen Unternehmen häufig der Verdacht der Plünderung aufkommt, ist die Sache bei Bien Zenker etwas anders gelagert. Hier kommt der Hauptaktionär immerhin aus der selben Branche.

Bei einer Übernahme von Bien Zenker könnte sich der Hauptaktionär die Gewinne komplett einverleiben und würde sich sogar die Kosten für eine Börsennotierung sparen. Ist Bien Zenker also womöglich gar ein interessanter Übernahmekandidat?

Um das zu beurteilen fehlen uns die Informationen. Häufig kann eine Situation mit einer Mehrheitsbeteiligung um die 90% noch über Jahre weiter bestehen, ohne dass es zu eine Übernahme kommt.

Die Gründe können steuerlicher Natur sein oder mit der Haftung zu tun haben. Wie es konkret bei Bien Zenker aussieht, muss eine detaillierte Analyse ergeben.

Dazu sollten Anleger tief in die Bilanzen der beteiligten Unternehmen eintauchen oder aber jemanden analysieren lassen, der sich mit Bilanzen auskennt. Beispielsweise mein Team von Gelfarth’s Dividenden-Letter.

17. Juli 2013

© Verlag für die Deutsche Wirtschaft AG, alle Rechte vorbehalten
Von: Volker Gelfarth. Über den Autor

Der Diplom-Ingenieur lernte die Schwächen und Stärken eines Unternehmens selbst als Manager kennen, bevor er sich voll und ganz der Value-Analyse widmete. Er ist Chefredakteur für die Dienste Aktien-Analyse, Gelfarths Dividenden-Letter, Gelfarths Premium-Depot und Strategisches Investieren.

Regelmäßig Informationen über Marktanalysen erhalten — kostenlos!
Profitieren Sie von unserem kostenlosen Informations-Angebot und erhalten Sie regelmäßig die neusten Informationen von Volker Gelfarth. Über 344.000 Leser können nicht irren.

10 Dividendenaktien, deren Dividende IMMER steigt