Übernahmewelle in der Pharma- und Chipbranche: Weiter geht´s

Heute ist in den USA wieder einmal der klassische „Merger Monday“. Diese „Fusions-Montage“ sind Tage, an denen in den USA besonders viele Übernahmen bekannt gegeben werden.

Denn häufig werden am Wochenende die letzten Übernahme-Details besprochen, bevor dann die Öffentlichkeit über einen Deal informiert wird. An diesem Montag sind mehrere kleinere Übernahmen, aber auch 2 Groß-Übernahme dabei.

Nach UnitedHealth-Vorstoß dürften Konkurrenten ebenfalls zukaufen

Der größte Deal fand im US-Krankenversicherungssektor statt. Der Markt wird von 5 großen Spielern bestimmt. UnitedHealth, Anthem, Cigna, Humana und Aetna. In der Branche sind bereits etliche Übernahmen bekannt gegeben worden – die großen 5 im Krankenversicherungsbereich waren aber noch nicht dabei.

Aufgrund der US-Gesundheitsreform wurde jedoch auch bei diesen Unternehmen mit einer verstärkten Übernahme-Aktivität gerechnet. Die jetzige Übernahme ist nach Ansicht des Übernahme-Sensors daher nur ein weiterer Deal, bevor auch die anderen Branchengrößen zugreifen.

Dass die Catamaran-Übernahme durch Branchen-Schwergewicht UnitedHealth unbeantwortet bleibt, ist unwahrscheinlich.

In der Regel folgen die Konkurrenten nach einem Deal, um die alten Machtverhältnisse zumindest wiederherzustellen. Daher wäre es nicht verwunderlich, wenn zum Beispiel Aetna als nächstes eine Milliarden-Übernahme bekannt gibt. Gut möglich, dass es sogar innerhalb der Branchenspitze zu einem Zusammenschluss kommt.

UnitedHealth zahlt 27% Übernahme-Prämie – Teva 42%

UnitedHealth bietet für Catamaran 12,8 Mrd. Dollar. Der Kaufpreis beinhaltet eine Übernahme-Prämie von 27% gegenüber dem Freitags-Schlusskurs. Einen noch größeren Aufschlag zahlte bei der heute zweiten bekannt gegebenen Milliarden-Übernahme der israelische Pharma-Konzern Teva.

42,4% Übernahme-Prämie zahlt Teva für das Biotech-Unternehmen Auspex. Teva kündigte erst im Februar nach einem Übergangsjahr wieder Zukäufe an. Mit Auspex möchte das Unternehmen im Bereich Neurologie stärker werden.

Deal-Aktivität bleibt hoch

Es gab noch weitere Deals in der Pharma-Branche im Volumen von weniger als 1 Mrd. Dollar.

Dies zeigt, dass sowohl bei den klassischen Pharma-Deals – Konzern schluckt erfolgreichen Biotech-Kandidaten – als auch bei den Pharma-nahen Bereichen wie Medizintechnik, Krankenkassen-Dienstleistungen oder auch Versicherungen die Übernahme-Aktivität weiter hoch ist.

Wer jetzt nicht dabei war, kann sich immer noch positionieren. In meinem Börsendienst „Übernahme-Gewinner American Targets“ sind wir bei 2 sehr aussichtsreichen Kandidaten engagiert, um bei einem Deal auch die Prämie abzustauben.

Übernahme-Welle in der Chipbranche: Es geht auch ohne Biotech

Wenn Sie auf Übernahme-Kandidaten im Biotech-Sektor setzen, sollten Sie auf jeden Fall ein größeres Branchenverständnis haben, bzw. Personen kennen, die das für Sie übernehmen. Wer unerfahren ist, lässt sich nicht selten von der Erfolgs-Aussicht eines bestimmten Medikaments blenden, mit dem geworben wird.

Halten Sie sich vor Augen, dass die Misserfolgsrate selbst in späten klinischen Phasen nicht zu vernachlässigen ist. Achten Sie auf die komplette Forschungspipeline, die im Idealfall mehrere verschiedene Wirkungsträger besitzt. Wenn Ihnen das zu heiß ist, dann lieber die Finger davon lassen oder eine Fonds-Lösung wählen.

Oder! Sie setzen auf andere Übernahme-starke Sektoren. Wie etwa die Chipbranche. Dort geht die Übernahme-Welle offenbar weiter, glaubt man Marktgerüchten vom Freitag. Die Investoren scheinen jedenfalls überzeugt, dass Intel schon bald Altera übernimmt und schickten die Aktie kurz vor dem Wochenende über 20% nach oben.

Sie sehen: Hohe Prämien können Sie im Übernahme-Geschäft auch kassieren, wenn Sie vor Biotech-Übernahme-Kandidaten gesunden Respekt haben und sich stattdessen in anderen Branchen positionieren.

30. März 2015

© Verlag für die Deutsche Wirtschaft AG, alle Rechte vorbehalten
Von: Jens Gravenkötter. Über den Autor

Ein gewiefter Börsen-Profi leitet die Recherche beim "Übernahme-Gewinner". Jens Gravenkötter ist Chefredakteur bei dem erfolgreichen neuen Service.

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