Überraschend schlechte Entwicklung der deutschen Einzelhandelsumsätze

Ende November 2017 erwarteten die deutschen Einzelhändler das beste Weihnachtsgeschäft aller Zeiten. (Foto: everything possible / Shutterstock.com)

Der Einzelhandel gehe mit Rückenwind in das so wichtige Weihnachtsgeschäft. Fast 90 Prozent der Detailhändler rechnen mit besseren oder zumindest gleichbleibenden Umsatzerlösen. Das war der Grundtenor Ende 2017 mit Blick auf die Erwartungshaltung für das Weihnachtsgeschäft. Oft war damals auch zu lesen, dass das Weihnachtsgeschäft 2017 so gut wie noch nie ausfallen werde. Umsatzsteigerungen von drei Prozent und mehr wurden in den Raum gestellt bzw. zumindest für möglich gehalten. Ja, das war die große Hoffnung.

Enttäuschende Zahlen für den Dezember 2017

Ende Januar 2018 war es dann soweit. Das statistische Bundesamt mit Sitz in Wiesbaden gab die amtlichen Fakten zu den Einzelhandelsumsätzen im Monat Dezember 2017 bekannt. Und selbst eher skeptische Zeitgenossen waren überrascht. Und zwar negativ. Fakt ist laut der ersten Veröffentlichung nämlich, dass die preisbereinigten Umsätze gegenüber dem Vormonat, sprich dem November 2017, saison- und kalenderbereinigt um 1,9 Prozent rückläufig waren.

Gegenüber dem Vorjahresmonat, sprich dem Dezember 2016, verringerten sich die realen Umsätze im Dezember 2017 ebenfalls um 1,9 Prozent. Das ist schon ein Wort angesichts der hohen Erwartungen, die keinesfalls erfüllt werden konnten. Zugegeben, im Dezember 2017 hatten die Geschäfte nur an 24 Verkaufstagen offen; im Dezember 2016 gab es 26 Verkaufstage, also zwei Tage mehr.

Deutlich schlechter als erwartet

Das war aber schon in den Schätzungen so bekannt und folglich wurde aufgrund der geringeren Zahl an Verkaufstagen im Konsens für den Dezember ein Umsatzminus von 0,5 Prozent erwartet. Unter dem Strich fiel das Minus mit 1,9 Prozent aber fast viermal so hoch aus wie die Volkswirte erwarteten. Extrem spannend ist dabei auch der Blick auf den in deutschen Landen ja schon seit Jahren boomenden Online-Handel.

Hier sei nur beiläufig erwähnt, dass der Internethandel ja nicht auf gesetzliche Öffnungszeiten, sprich auf die Zahl der Verkaufstage, angewiesen ist. Die Verbraucher konnten ja im Dezember 2017 wie im Dezember 2016 an 31 Tagen rund um die Uhr ihre Bestellungen vornehmen. Und selbst im Online-Handel konnten die hohen Erwartungen nicht erfüllt werden. Am Ende verbuchten die Internethändler ein Umsatzminus von sage und schreibe 0,7 Prozent.

Ja, liebe Leser, selbst der boomende Internethandel musste im Dezember 2017 einen herben Umsatzeinbruch in Deutschland hinnehmen. Das ist schon bezeichnend und alarmierend zugleich. Alle Welt spricht ja immer noch vom deutschen Wirtschaftswunder 2.0. Wohl gemerkt noch. Es wäre nicht überraschend, wenn demnächst wieder von Deutschland als „krankem Mann“ im Herzen von Europa die Rede ist.

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Von: Günter Hannich. Über den Autor

Günter Hannich, Bestseller-Autor und gefragter Experte auf dem Gebiet Kapitalschutz, unter anderem bei n-tv. Er steht mit dem „Crash Investor“ ab sofort zur Verfügung, um sein persönliches Wissen zu teilen. Für Ihre ­Sicherheit.

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