Übertriebene Kursrücksetzer bieten attraktive Einstiegschancen

Die Nachrichtenagentur Bloomberg berichtete heute, dass der Aktienmarkt auf Bewegungen der Ölpreise derzeit so stark wie zuletzt im Jahr 2013 reagiert. Entsprechend schauen wir auch an diesem Dienstag auf eine Berg- und Talfahrt – die aber vereinzelt für attraktive Einstiegschancen sorgt.

Beim deutschen Leitindex DAX konnten Sie heute früh zunächst ein Minus von 1,5 Prozent beobachten, bevor er sich dann Schritt für Schritt wieder nach oben kämpfte. Das Börsenbarometer folgte damit dem US-Ölpreis, der teilweise um fast 4 Prozent abgerutscht und unter 30 Dollar pro Fass gesunken war – danach aber seine Verluste fast komplett aufholen konnte.

Im Schatten des Ölpreises schlägt sich jedoch nun auch die aktuelle Berichtssaison bei einzelnen Unternehmen auf den jeweiligen Kursverlauf nieder.

Kursplus von 8 Prozent

So begeistert heute beispielsweise DAX-Schwergewicht Siemens mit seinen Zahlen zum vergangenen Quartal sowie einem erhöhten Ausblick die Anleger – die Aktie stieg teilweise um über 8 Prozent.

Hingegen sorgten die vorläufigen Zahlen bei Jenoptik unter den Anlegern zunächst für lange Gesichter. Zwar will der Technologiekonzern nach seiner Rückkehr auf den Wachstumspfad auch 2016 bei Umsatz und Gewinn zulegen, doch das Plus wird anders als in 2015 nur noch einstellig ausfallen.

Mit diesem Ausblick hatten Analysten im Vorfeld nicht gerechnet – sie hatten etwas mehr erwartet. Die Konsequenz: die im TecDax notierte Aktie lag heute früh zeitweise mit über 5 Prozent im Minus.

Starkes Wachstum erfüllt Erwartungen nicht

Auch das 2015er-Ergebnis erfüllte nicht ganz die Erwartungen der Analysten. Nach vorläufigen Zahlen erreichte Jenoptik einen Umsatz von rund 670 Mio. Euro – eine satte Steigerung um 13 Prozent im Vergleich zu 2014. Der operative Gewinn stieg ebenfalls deutlich um fast 10 Mio. Euro auf 61 Mio. Euro.

Das positive Ergebnis erzielte Jenoptik vor allem dank einer Aufholjagd in der zweiten Jahreshälfte. Der Trend lässt Vorstandschef Michael Mertin entsprechend optimistisch in die Zukunft blicken: „Wir sind strategisch richtig aufgestellt und werden angesichts der aktuellen Geschäftserwartungen 2016 unseren Kurs des profitablen Wachstums fortsetzen.“

Übernahmephantasie

Das Wachstum soll dabei nicht nur organischer Natur sein, Mertin denkt dabei auch an Übernahmen. Da die Verschuldung auf unter 50 Mio. Euro gesunken sei, gäbe es genügend Spielraum für Zukäufe.

„Wir sind hier mit hoher Kraft dran.“ Nach dem frühen Kursrücksetzer, kehrten die Anleger im Laufe des Tages dann auch wieder zur Jenoptik-Aktie zurück und sorgten für einen entsprechend steigenden Kurs.

Sie sehen: Gerade in so unruhigen Zeiten wie heute drücken Zahlen, die nicht ganz den Erwartungen entsprechen, sofort deutlich auf den Kurs. Kehrt dann aber Ruhe und Vernunft ein, wird die übertriebene Reaktion sehr schnell wieder korrigiert. Wer hier klug agiert, kann nach Kursrücksetzern satte Gewinne einfahren.

26. Januar 2016

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Philipp Ley
Von: Philipp Ley. Über den Autor

Philipp Ley ist ausgebildeter Wirtschaftsjournalist mit Stationen u. a. bei n-tv, Financial Times Deutschland, Rheinischen Post und der Aktien-Analyse. In den vergangenen zwölf Jahren hat er zudem als Kommunikations- und Investor-Relations-Berater zahlreiche Geschäftsberichte erstellt: für kleinere aufstrebende Unternehmen ebenso wie für Börsenschwergewichte.

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