Ukraine-Inflation 1991: Zeitzeugen berichten

Das Schreckgespenst einer Hyperinflation taucht immer wieder auf. Wir verraten Ihnen, wie Sie trotzdem Ihr Vermögen in der Krise schützen. (Foto: Zadorozhnyi Viktor / Shutterstock.com)

Venezuela steht vor dem Abgrund. Die Hyperinflation zerstört nicht nur die Wirtschaft, sondern auch das Vermögen und die Lebensgrundlage eines Großteils der Bürger.

Über die verheerenden Auswirkungen haben wir Sie bereits ausführlich informiert.

Manch einer hat Menschen im Bekanntenkreis, die 1991 die Hyperinflation in der Ukraine hautnah miterlebten. Diese Zeitzeugen können aus erster Hand erzählen, welches Chaos dadurch ausgelöst wurde.

Den ersten Teil des Zeitzeugenberichts haben wir bereits veröffentlicht. Nachfolgend Teil 2:

Zeitzeugenbericht Hyperinflation Ukraine 1991 (2)

Das Desaster beginnt: Aufgrund der stetig steigenden Preise kauften wohlhabende Bürger alles, was möglich war, um das immer wertloser werdende Geld so schnell wie möglich loszuwerden.

Schließlich waren die Geschäfte leer, die Fabrikproduktionen blieben stehen, die Arbeitslosigkeit nahm zu.

Ab 1994 stiegen die Pleiten von Unternehmen. Es gab keine Lohnzahlungen mehr, die Beschäftigten hatten also umsonst gearbeitet. Industrie und Wirtschaft brachen immer mehr zusammen.

Die Gutschein-Täuschung

Nun sah sich der Staat gezwungen, uns Bürgern eine Art Gutscheine auf Gebrauchsgegenstände wie Fernseher, Kühlschränke, Waschmaschinen, Autos und Traktoren mit dem Versprechen zu verkaufen, dass die Ware in zwei Jahren geliefert werden würde.

Allerdings kamen diese Lieferungen nie bei uns an.

Die 4 wichtigsten Gründe für NegativzinsenAnleger müssen zunehmend mit einer negativen Verzinsung rechnen. Die Erklärung der Negativzinsen ermutigt Anleger zu Sparalternativen. › mehr lesen

Als wir die „Gutscheine“ eintauschten – dies war bis 2007 möglich – erhielten wir wieder die ursprünglichen Geldbeträge. Doch aufgrund der Inflation waren diese nichts mehr wert.

Der Verlust aller Ersparnisse

Im August 1996 verkündete der damalige Präsident Leonid Kutschma per Erlass eine Währungsreform, bei der schließlich die Hrywnja eingeführt wurde.

Sämtliche Bank- und Sparguthaben wurden 1 : 100.000 umgerechnet. Damit verloren wir alle unsere Ersparnisse.

Soweit also der Zeitzeugenbericht von Irina S. über die Hyperinflation von 1991 in der Ukraine.

Sorgen Sie mit dem richtigen Krisenschutz für Ihr Vermögen vor

Noch einmal: Verlassen Sie sich niemals auf den Staat und seine Versprechungen.

Das haben die Menschen beispielsweise in Venezuela, in der Ukraine, in Argentinien und vielen anderen Ländern auch getan. Und verloren (fast) ihr gesamtes Vermögen, wurden enteignet, mussten und müssen um ihr nacktes Überleben kämpfen.

Sorgen Sie deshalb vor. Streuen Sie Ihr Vermögen, um es in der Krise zu sichern.

So schützen Sie Ihr Vermögen in jeder Krise

  • Kaufen Sie Gold und Silber.
  • Legen Sie Bargeld-Reserven an.
  • Auch Reserven ausländischer Währungen (z.B. US-Dollar, Schweizer Franken, Norwegische Krone).
  • Investieren Sie in wenig schwankungsanfällige Aktien (in solche Unternehmen, die grundsolide und krisensicher sind).
  • Ebenso in ausgesuchte, defensive Mischfonds (Finanzpools, die flexibel zwischen Aktien, Anleihen oder Bargeld umschichten).
  • Investieren Sie mit Vorsicht in Immobilien oder Immobilienanteile.
  • Kaufen Sie Sachwerte (z.B. Schmuck, Diamanten, Orientteppiche, Porzellan, edle Weine etc.)

© Verlag für die Deutsche Wirtschaft AG, alle Rechte vorbehalten
Von: Guido Grandt. Über den Autor

Der Autor, Jahrgang 1963, war viele Jahre lang als Manager in verschiedenen großen Unternehmen tätig. Lernte das unternehmerische Handwerk sozusagen von der "Pike" auf, bevor er sich ganz dem wirtschaftlichen, politischen und gesellschaftlichen Geschehens Deutschlands publizistisch widmete.