Umbruch in der Software-Branche

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Das traditionelle Software-Lizenzgeschäft wird Stück für Stück von Trends wie Cloud-Computing und Software as a Service verdrängt. So schrumpfen die Umsätze mit Software-Lizenzen seit Jahren. (Foto: photobyphm / Shutterstock.com)

Trends wie Cloud-Computing, Software as a Service (SaaS) und der wachsende Einfluss des Konsumenten auf die IT verdrängen langsam aber sicher das traditionelle Geschäftsmodell mit Lizenzen.

Der Verkauf von Software-Lizenzen bleibt zwar auch in den kommenden Jahren wichtig. Doch die Bedeutung von neuen Modellen steigt: allen voran von SaaS, also Service-Anwendungen, die auf Servern bereitgestellt werden. Die Umsätze mit Software-Lizenzen schrumpfen bereits seit 2004.

Experten prognostizieren, dass die Umsätze mit Service-Modellen stark zunehmen werden und deren Marktanteil 2016 bereits bei 24% liegen wird. In Zukunft werden wohl die unterschiedlichen Geschäftsmodelle vom traditionellen Lizenz-Vertrieb bis hin zum reinen Dienstleistungs-Modell sowie alle denkbaren Mischformen nebeneinander bestehen.

Da die Software-Anbieter immer stärker auf die Bedürfnisse der Endnutzer eingehen müssen, erfordert das Anpassungen sowohl bei Produktentwicklung, Preis- und Vertriebsstrategien. Besonders der Preispolitik kommt dabei eine strategische Bedeutung zu. Der Verbraucher ist es gewohnt, Internet-Dienste und Apps kostenlos oder für sehr wenig Geld zu nutzen. Software-Unternehmen stehen vor der schwierigen Aufgabe, den Kunden deutlich zu machen, worin der Mehrwert einer lizenzierten, voll funktionsfähigen Software gegenüber einer günstigen App besteht.

Erfolgreicher Umstieg

Der Schritt vom Lizenz-Modell zum Dienstleistungsanbieter erfordert auch eine gewaltige Umstellung für alle Unternehmensbereiche: für die interne Organisation und Unternehmensführung, für die Kundenbeziehung und letztendlich auch für die Profitabilität. Adobe hat bereits als eines der ersten Unternehmen radikal umgestellt und bietet seine Produkte nur noch im Abo-Modell statt als Verkaufsversionen an.

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Der Umstieg vom Lizenz- auf das cloudbasierte Abo-Modell verlief besser als erwartet. Ende November hatte Adobe 1,44 Mio Creative-Cloud-Abonnenten, über 400.000 mehr als im Vorquartal. Vor allem von Unternehmen wird das Abo-Modell gut angenommen.

Deutschland ist der größte europäische Markt

Der europäische Software-Markt wächst schnell und erwirtschaftet fast 30% des weltweiten Umsatzes mit Software. Die Erlöse der 100 größten Software-Unternehmen in der EMEA-Region liegen bei 50 Mrd $. Davon entfallen – vor allem dank SAP – 22 Mrd auf den deutschen Software-Markt.

Allerdings könnte sich der Wettbewerb künftig verschärfen. Der Marketing-Chef von SAP berichtet, dass sich die Anzahl der Wettbewerber, die SAP beobachtet, in den letzten vier Jahren vervierfacht hat. Viele der neuen Wettbewerber sind Unternehmen aus den Wachstumsmärkten, die jetzt auch auf dem europäischen Markt Fuß fassen wollen.

SAP unter den Top 10 Mit SAP gehört ein deutsches Unternehmen zu den Top 10 der weltweit größten Software-Hersteller: Mit einem Jahresumsatz von 16,2 Mrd € kommt der Konzern auf Platz vier hinter Microsoft, IBM und Oracle.

Unter den Top 50 haben sich zwei weitere deutsche Unternehmen platziert: DATEV auf Platz 37 und die Software AG auf Platz 38.


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Volker Gelfarth
Von: Volker Gelfarth. Über den Autor

Der Diplom-Ingenieur lernte die Schwächen und Stärken eines Unternehmens selbst als Manager kennen, bevor er sich voll und ganz der Value-Analyse widmete. Er ist Chefredakteur für die Dienste Aktien-Analyse, Gelfarths Dividenden-Letter, Gelfarths Premium-Depot und Strategisches Investieren.

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