Umbruch-Stimmung in den Parteien | Gold-Analyse

Die Welt wie die Aktienmärkte bieten derzeit zwar viel Explosionsstoff, doch zum Glück auch eine lange Zündschnur. Hier mehr dazu: (Foto: Billion Photos / Shutterstock.com)

Petry weg, Wurlitzer weg, Muster weg – die AfD räumt noch einmal auf, bevor es in den Bundestag geht.

Nach der Fraktions-Vorsitzenden im sächsischen Landtag werden offenbar auch der Parlamentarische Geschäftsführer und die stellvertretende Fraktions-Vorsitzende die Ämter räumen.

Die SPD springt auf diesen Zug gleich mit auf:

Andreas Nahles – so wird gemunkelt – soll neue Fraktions-Vorsitzende werden. Ob das der ehemaligen „Volkspartei“ tatsächlich helfen kann… man mag es bezweifeln.

Ähnlich turbulent geht es bei der CSU zu: Die Kritik an Seehofer wächst. Ob hier der Machtwechsel kommt, erfahren wir sicher auch bald.

Nachdem Joachim Herrmann kein direktes Mandat erreicht hat, müssen die Hoffnungen auf Dobrindt ruhen. Allein, das ist für viele Beobachter schon ein Armutszeugnis.

Somit wird eventuell die CSU einen genauso schwachen Sympathieträger bekommen wie die SPD.

Unterm Strich hat das Wahlergebnis also ordentlich frischen Wind in die Politik in Deutschland geweht – zumindest in dieser Hinsicht kann sich der Wähler freuen.

Der Stillstand im Schlafwagen mit Aufschrift „Große Koalition“ ist jetzt offensichtlich vorbei.

Nachdem aber noch kaum etwas in trockenen Tüchern ist, lassen wir die Spekulationen und widmen uns den Fakten, die wir sehen können:

Konflikt USA vs. Nordkorea dramatischer als Ergebnis der Bundestagswahl

Dass die Bundestagswahl eine Auswirkung auf den Goldpreis hatte, glaube ich, ehrlich gesagt, nicht. Dafür war das Ergebnis nicht drastisch genug.

Außerdem ist der Konflikt zwischen Trump und seinem selbsternannten „Little Rocket Man“ von viel größerer Bedeutung.

Ein Glück, dass die beiden keine Koalitions-Verhandlungen führen müssen – dagegen ist Jamaika ja ein Klacks!

Dennoch wäre es sicherlich eine Erleichterung für die Welt, wenn das Säbelrasseln reduziert werden würde. Doch eine Eskalation des Konfliktes scheint kaum noch eine Option.

Nordkorea provoziert die Welt mit Raketentests über Japan. Die USA provozieren Nordkorea mit Militär-Präsenz in Südkorea.

Dass sich die beiden Kontrahenten demnächst einigen werden… ich befürchte, diese Chance liegt nahezu bei 0.

Goldpreis in der Chart-Analyse

Der Goldpreis sieht das aber anders – zumindest ist aktuell eher die Bodenbildung angesagt, neue Jahreshochs stehen vorerst nicht an.

Die Preise jenseits der 1.350 US-Dollar haben nur kurz gehalten. Danach folgte ein Preisrutsch von 50 US-Dollar. Jetzt notieren wir um die 1.300 US-Dollar. Die 50-Tage-Linie bietet aktuell Halt.

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Doch verlassen Sie sich nicht auf die Durchschnitts-Linien – wenigstens nicht beim Goldpreis!

Eingezeichnet sehen Sie die blaue 50-Tage-Linie und die grüne 200-Tage-Linie.

Beide Linien haben in diesem Jahr schon Widerstände symbolisiert, wurden dann aber doch meist schnell geknackt.

Deshalb sollten Sie diesen Teil der Charttechnik bei Gold nicht in Ihre Handels-Ideen mit einfließen lassen.

Insgesamt ist die Unsicherheit auf der Welt jetzt anscheinend wieder gesunken.

Gold notiert nicht auf dem Jahreshoch, obwohl die AfD in den Bundestag einziehen wird und Trump gegen Kim Jong-un nicht die weiße Fahne schwenkt.

Fazit

Alles wird also nicht so heiß gegessen, wie es gekocht wird:

  • Wir haben noch keine neue Koalition oder sogar Neuwahlen.
  • Wir haben auch noch keinen Eklat der AfD im Bundestag.
  • Und wir haben auch noch keine Kriegs-Erklärung von den USA an Nordkorea.

Die Welt – genauso wie die Aktienmärkte – bietet derzeit zwar viel Explosionsstoff, doch zum Glück auch eine lange Zündschnur. Noch haben wir Ruhe. Genießen Sie es!

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Von: Michael Berkholz. Über den Autor

Michael Berkholz entdeckte vor einigen Jahren seine Leidenschaft fürs Trading und gibt sein Wissen heute mit großer Leidenschaft an seine Leser weiter.