Umlaufrendite: Ermittlung und Entwicklung

Umlaufrendite ist ein Begriff, der häufig zu hören ist. Im Moment liegt die Umlaufrendite bei 2,82 Prozent. (Foto: Deutsche Börse AG)

Umlaufrendite ist ein Begriff, der häufig zu hören ist. Doch nur die wenigsten Privatanleger wissen damit etwas anzufangen. Im Moment liegt die Umlaufrendite bei 2,82 Prozent. In der heutigen Ausgabe erläutern wir Ihnen, was unter Umlaufrendite zu verstehen ist.

Als Maßstab ist die Umlaufrendite ein wichtiger Indikator in der Wirtschaftspolitik, denn sie gibt ein klares Abbild des Zinsniveaus auf dem Kapitalmarkt wider. Während die durchschnittliche Rendite am risikofreudigeren Aktienmarkt durch den DAX, den Deutschen Aktienindex, dargestellt wird, sind die Umlaufrenditen als Gegenstück des DAX für den Rentenmarkt anzusehen.

Mehr zum Thema: Was ist eine Umlaufrendite?

Die Umlaufrenditen werden täglich ermittelt, um allen Beteiligten die Möglichkeit zu geben, ohne unnötige Zeitverzögerung auf Veränderungen zu reagieren.

Die Umlaufrendite gehört heute genauso zum täglichen Börsenbericht wie der Dax. Die Aktienbesitzer freuen sich immer, wenn sie fällt, weil dann meistens die Kurse ihrer Papiere steigen. Die Kleinsparer hingegen ärgern sich, weil dann die Zinsen auf den Sparbücher und Festgeldkonten noch magerer werden.

Die Umlaufrendite misst die Erfolge von Wertpapieren mit erstklassiger Bonität, also mit einem Rating im A-Bereich. Eine andere Bezeichnung für die Umlaufrendite ist auch Sekundärmarktrendite.

Die bekanntesten Wertpapiere dieser Art sind festverzinsliche Anleihen in Form von Staatsanleihen. Nachdem Umlaufrenditen nur die Werte inländischer Anleihen in Euro darstellen, bilden sie nur einen begrenzten Teil des Kapitalmarktes ab.

Ermittlung der Umlaufrendite

Für die Berechnung der Umlaufrendite Deutschlands ist die Deutsche Bundesbank verantwortlich. Die Renditen werden nach Emittenten sowie Restlaufzeiten gruppiert veröffentlicht. Bei den Emittenten handelt es sich um Anleihen der öffentlichen Hand (darunter sind börsennotierte Bundeswertpapiere mit verschiedenen Restlaufzeiten), Bankschuldverschreibungen (beispielsweise Hypothekenpfandbriefe) und Industrieobligationen.

Bedeutsam ist die Umlaufrendite zum Beispiel für die Festsetzung des Höchstrechnungszinses für Lebensversicherer durch das Bundesfinanzministerium. Herangezogen wird die durchschnittliche Umlaufrendite von Bundesanleihen mit maximal 10 Jahren Restlaufzeit.

Der Zinssatz wird dabei gemeinsam von der Deutschen Aktuarvereinigung und der Bundesfinanzdienstleistungsaufsicht vorgeschlagen. Hiervon darf er höchstens 60 Prozent betragen. Endgültig festgesetzt wird der Zinssatz durch Verordnung des Finanzministeriums.

Entwicklung der Umlaufrendite

Anhand folgender Abbildung wird die Entwicklung der Umlaufrendite innerhalb der letzten 12 Monate veranschaulicht.

Quelle: DZ Bank AG

Dax und GeVestor.de-Index radikal unterbewertet

Die KGV Anleihen haben umgekehrte Zinsen: Dafür teilen Sie einfach nur 1 durch die aktuelle Umlaufrendite von 2,94%. Schon wissen Sie, was Sie für 1% Gewinn zahlen müssen (Zinsen) – aktuell 34,01% in Deutschland. Dies und die Dividendenrendite sind der Maßstab.

Die Dividendenrendite kommt bei Aktien noch oben drauf – diese Kalkulation zusammen ergibt den Wert von Aktien, oder hier vom Index.

DJ EuroStoxx 50 am stärksten unterbewertet, aber…

Am besten wäre nach dieser Auswertung ein Investment in den DJ EuroStoxx 50. Dies aber birgt Gefahren.

Der Index ist sehr bankenlastig – gerade durch Spanien wachsen hier jedoch aktuell die Gefahren. Bessere Investments haben Sie in Deutschland.

GeVestor.de meint: Mit einem ETF – börsengehandelten Fonds auf den Dax-Index fahren Sie schon sehr gut. Dies als Annäherung zum GeVestor.de-Index, der sich um die Werte „Hannover Rück“ und „Salzgitter“ unterscheidet.

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Von: David Gerginov. Über den Autor

David Gerginov publizierte unter anderem zum Thema Schuldenbremse und beschäftigt sich heute mit allen Fragen rund um Wirtschaft, Politik und Finanzen.

10 Dividendenaktien, deren Dividende IMMER steigt