Umtauschangebot für Ihre Aktien: Banken reichen unkontrolliert weiter

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Zahlreiche Anfragen: Umtauschen oder nicht, wenn die Bank schreibt? Tipp: Im Zweifel Umtauschangebot ablehnen (Foto: M DOGAN / Shutterstock.com)

Uns erreichen oft Anfragen zu Anschreiben Ihrer Bank. Darin bieten Ihnen Banken Aktien zum Tausch an. Wir kennen etwa die Anschreiben zu “Solar Millenium” und einem Angebot, diese in “Smart Grids”-Aktien umzutauschen. Dieses Angebot sorgte im Mai für viel Wirbel. Kürzlich berichtete ein Sonntagsmagazin über ähnliche Fälle. Für Sie zum Kern.

Wir lehnen den Umtausch der Aktie, selbst wenn die Bank Ihnen das Angebot schickt, in der Regel ab. Das Angebot ist nicht kontrolliert.

Banken schicken Ihnen “Alles”

Die Banken verstehen diese Information als Dienstleistung an Depotinhabern. Denn: ein solches Umtauschangebot erscheint zunächst im Bundesanzeiger. Der Tauschanbieter selbst kann dieses dort publizieren. Selbst Sie könnten dort anbieten,  sämtliche X-Aktien gegen Y-Aktien zu tauschen, wenn Sie das Tauschverhältnis angeben.

Banken verpflichten sich, diese Umtauschangebote automatisch an Sie weiter zu reichen. So kommen die zahlreichen Briefe, die Sie zum Thema erreichen, zustande.

In unseren Redaktionssprechstunden lehnen wir solche Umtauschangebote aus diesem Grund ab. Ein Alarmzeichen sind zeitliche Fristen. Wenn Sie tatsächlich eine Aktie gegen eine andere austauschen wollen, können Sie dies über die Börse täglich machen. Sie müssen Aktie A nur verkaufen und kaufen Aktie B. Daher ziehen die Angebote nur dann, wenn die Konditionen scheinbar besonders gut sind.

Konditionen prüfen

Bevor Sie auf ein solches Angebot eingehen, müssten Sie daher die genauen Konditionen prüfen. Das bedeutet konkret: den Wert der angebotenen Aktie. Genau da fängt in aller Regel die Schwierigkeit an.

Oft genug kennt kaum jemand die Aktie. Es liegen keine Studien vor, die Kennzahlen sagen nichts aus oder sind viel zu optimistisch. Dies wäre der nächste Punkt, an dem wir ablehnen.

Auch Ihre Bank wird den Wert nicht kennen. Oft empfehlen wir, die Bank doch einfach zu fragen, wie sie auf dieses Angebot kommt. Der Bankberater vor Ort wird Sie dann darauf verweisen, dass es automatisch weitergereicht wird. Daher:

  • Lehnen Sie Umtauschangebote ab, die eine Bank Ihnen sendet
  • Die Umtauschangebote sind nicht geprüft.
  • Wer investieren möchte, kann auch über die Börse an- und verkaufen.

GeVestor meint: Mit “Übernahme-Angeboten” oder -spekulationen haben diese Tauschangebote nichts zu tun. Lukrative Chancen wie vor 11 Jahren beim Tausch von Mannesmann-Aktien in Vodafone-Papiere sind selten. Wer auf solche Chancen setzt, muss sich von Analysten und deren Arbeit beziehen.

So haben auch wir für diesen Fall eine Spezialredaktion eingerichtet. Nur: diese arbeitet nicht mit Banken zusammen, Banken beziehen ihre “Informationen” ausschließlich über den genannten Bundesanzeiger. Daher haben Sie dort keine Kontrolle über die Qualität des Umtauschangebotes.

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Von: Janne Joerg Kipp. Über den Autor

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