Umweltzerstörer E-Mobilität – Was steckt dahinter?

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In den Medien wird E-Mobilität bezüglich der Umweltverträglichkeit sehr schlecht dargestellt – so wie jetzt in einer neuen TV-Doku. Doch was steckt dahinter? (Foto: crystal51 / Shutterstock.com)

Jetzt ist es raus: E-Mobilität ist eine Umweltsünde. Das ist das klare Ergebnis der aktuellen ARD-Reportage mit dem Titel „Kann das Elektro-Auto die Umwelt retten?“. In 45 Minuten wird dort das Bild der umweltzerstörerischen E-Mobilität aufgezeigt und die Frage mit einem klaren Nein beantwortet.

Die Hauptthese: Durch die Lithium-Produktion für die Batterien wird so viel CO2 freigesetzt, dass dieses Auto erst 100.000 km fahren muss, um mit der Umweltbilanz eines handelsüblichen Diesel-PKWs gleichzuziehen. Wenn man solche Zahlen hört, kann man wirklich an der Sinnhaftigkeit der E-Mobilität zweifeln.

Doch wie so oft im Leben, so hat auch die Medaille E-Mobilität 2 Seiten. Hier wurden Dinge passend gemacht, damit es besser in die Argumentation passt. Nehmen wir doch den Diesel-PKW. In dem wird ein klassischer fossiler Treibstoff verbrannt. Wie das dafür notwendige Rohöl gefördert wird – dazu kam fast nichts in der Reportage. Nur in einem Nebensatz erwähnte der bekannte TV-Wissenschaftler Harald Lesch, dass wir uns an die negativen Folgen der Ölförderung einfach gewöhnt haben.

Lithium-Minen schädigen die Umwelt

Doch dann kamen nur noch Bilder aus der Wüstenregion Argentiniens, wo die dortige Bevölkerung massiv unter dem Lithium-Abbau leidet. Fakt ist: Für die Ölförderung sind deutlich größere Landstriche schon jetzt für immer verloren. Ich möchte hier nur die Ölsand-Fördergebiete in Kanada als ein Beispiel herausgreifen.

Stellen Sie sich vor: Jeden Tag werden aktuell weltweit knapp 100 Mio. Barrel Öl verbraucht. Das sind 15,1 Mrd. Liter – was für eine unvorstellbare große Zahl. Und bei der Verbrennung werden jede Menge schädlicher Klimagase freigesetzt.

Aber irgendwie hat sich in den Köpfen vieler Deutscher festgesetzt wie schädlich doch die E-Mobilität für die Umwelt ist. Da ist es auch viel einfacher weiter mit dem Diesel SUV durch die deutschen Innenstädte zu fahren und im Hinterkopf zu haben, damit sogar noch etwas fürs Klima zu tun.

Massiver Aufstieg der E-Mobilität läuft in China schon

Fakt ist: Der Aufstieg der E-Mobilität ist nicht mehr aufzuhalten. Das zeigen die neuen Zulassungszahlen aus China. Im ersten Quartalging es dort massiv nach oben mit den Neuzulassungen. Im April hat das Wachstum jetzt etwas nachgelassen – aber es gab noch immer einen Zuwachs vom Vergleich zum Vorjahr um 34%.

Damit schaffte die E-Mobilität einen Anteil von 6,2% an den gesamten Neuzulassungen. Seit Jahresanfang liegt der Marktanteil mit 5,4% schon deutlich über dem Wert von 2018, als der Anteil bei 4,2% lag. Marktexperten erwarten in der Spitze schon einen 7%-Anteil an den Neuzulassungen bis zum Ende des Jahres. Und der nächste Meilenstein wartet schon mit dem 10%-Anteil im Jahr 2020.

Trotz des aktuellen Gegenwinds bin ich weiterhin von den Chancen der E-Mobilität überzeugt – das zeigt uns auch der Blick nach China. Und dafür werden große Mengen Lithium benötigt. Genau das ist auch die wichtige Rohstoffkomponente bei diesem Thema, zu der ich Ihnen auch weiterhin wichtige fakten liefern werde.

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Heiko Böhmer
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