Under Armour: Sportartikelkonzern nach schwachen Zahlen auf Talfahrt

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Under Armour-Aktie setzt nach Zahlen Abwärtsbewegung mit hoher Dynamik fort: Konzern rutscht tief in die Verlustzone. Mauer Ausblick vermiest den Anlegern die Stimmung (Foto: Sorbis / Shutterstock.com)

Schwer gebeutelt hat es in diesem Jahr die Aktie des US-Sportartikelherstellers Under Armour. Seit dem Jahreswechsel sitzen Anleger auf Verlusten von über 50%. Vor allem die Lock Down-Maßnahmen und zeitweiligen Ladenschließungen sorgten für Bremsspuren und vermiesten den Anlegern die Stimmung. Im zweiten Quartal rutschte der Konzern noch tiefer in die roten Zahlen. Die Anleger quittierten die Ergebnisse gestern mit deutlichen Verkäufen (Aktie -7%).

Under Armour im Portrait

Under Armour ist ein amerikanischer Sportartikelhersteller mit Hauptsitz in Baltimore. Das Geschäftsmodell des Unternehmens liegt in der Entwicklung, Produktion und Vermarktung sowie dem Verkauf von Sportklamotten, Sportschuhen und Accessoires für Männer, Frauen und Kinder. Die Produkte werden weltweit verkauft und von Spitzensportlern und Sportvereinen überall auf der Erde getragen. Ursprünglich war die Marke für reine Kampfsportbekleidung und Thermo-Sportunterwäsche unter Trikots bekannt. Inzwischen entwickelt Under Armour viele Sportartikel wie bspw. Shoulderpads für Sportarten wie American Football, Eishockey und Lacrosse. Mittlerweile produziert und verkauft das Unternehmen Sportartikel, Schuhe und Zubehör für jede weltweit verbreitete Sportart.

Hohe Gewinnmargen gehören der Vergangenheit an

Mit seiner Positionierung konnte der Konzern in den letzten Jahren massiv punkten. Lagen die Umsätze in 2005 noch bei 281 Millionen Dollar, so gingen in 2019 bereits 5,26 Milliarden Dollar an Umsätzen durch die Bücher. Allerdings ließ die Gewinnentwicklung zuletzt zu wünschen übrig. Von seinen historischen Rekord-Gewinnmargen (9,05% in 2006) ist der amerikanische Sportkonzern meilenweit entfernt. Zwar erreichte Under Armour in 2019 nach zwei Verlustjahren am Stück wieder die Gewinnzone, mit 92 Millionen Dollar Nettogewinn lag die Gewinnmarge allerdings nur bei 1,75%.

Corona-Virus sorgt für Nachfragekollaps

In diesem Jahr dreht sich alles um die Corona-Krise, die bei Under Armour (wie bei den meisten Modekonzernen auch) heftig ins Kontor schlägt. Im zweiten Quartal schmolz der Umsatz um imposante 41% auf 708 Millionen Dollar zusammen. Im Laufe des Quartals sanken die Einnahmen im Großhandelsgeschäft um 58%, während die Einnahmen aus dem Direktverkauf an den Verbraucher nur um 13% sanken.

Hintergrund waren die Ladenschließungen im Zuge der Pandemie. Allerdings fiel der Rückgang besser aus als befürchtet. Für Sie zum Vergleich: Die Analysten waren im Vorfeld der Zahlen sogar von einem Umsatzminus von 60% ausgegangen.

Under Armour rutscht tiefer in die roten Zahlen

Unter dem Strich rutschte Under Armour tief in die Verlustzone. Nach einem Nettoverlust von 17,3 Millionen Dollar im Vorjahresquartal, musste der US-Konzern nun einen Verlust von 183 Millionen Dollar verbuchen. Bereinigt lag der Fehlbetrag je Aktie bei 0,31 Dollar.

Management lässt den Rotstift kreiseln

Um den weiter unsicheren Zeiten zu begegnen, setzt die Konzernführung auf tiefgreifende Sparmaßnahmen. Dadurch konnten die Ausgaben im abgelaufenen Quartal bereits um 15% gekappt werden. Zukünftig will das Unternehmen die Kosten weiter drosseln. Geplant ist unter anderem die weitere Digitalisierung aller Prozesse, von der Produktenwicklung in 3D, bis hin zum virtuellen Verkauf. Allerdings machte Under Armour-Finanzchef David Bergman den Anlegern wenig Hoffnung auf eine rasante Geschäftsbelebung. Vor allem der Wettbewerb dürfte in der zweiten Jahreshälfte weiter an Schärfe gewinnen, so Bergman in einer Telefonkonferenz mit Analysten.


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Von: Richard Mühlhoff. Über den Autor

Richard Mühlhoff analysiert die realen Anlageentscheidungen der weltbesten Investoren, wie etwa Warren Buffett oder David Tepper. Die kollektive Intelligenz dieser ausgemachten Top-Investoren ist das Erfolgsgeheimnis des Börsendiensts „Investment-Elite“.