Ungewöhnlicher DAX-Indikator weckt Hoffnung

Der von mir entwickelte Börsenklima-Indikator signalisiert die Chance auf eine Wende des DAX nach oben. (Foto: imagentle / shutterstock.com)

Die Entwicklung des DAX im bisherigen Jahresverlauf ist enttäuschend. Zumindest im direkten Vergleich mit anderen populären Indizes.

So hat der DAX gerade einmal +6,8% (Stand: 14.06.) seit Jahresbeginn zugelegt. Der MDAX kletterte um +17,2%, der SDAX um +13,0%.

Auch im Vergleich mit der Wall Street ist die DAX-Performance bescheiden: So stieg der Dow Jones um +16,5%, der Nasdaq 100 um +13,0% und der Nebenwerte-Index S&P SmallCap 600 um +17,9%.

Nachdem die Aktienmärkte seit 4 Wochen im Korrekturmodus sind, zeigen sich nun jedoch erste Silberstreifen am Horizont. Die meisten meiner Indikatoren signalisieren inzwischen sogar eine überverkaufte Marktlage.

Ungewöhnlicher Börsenklima-Indikator RS2

Hoffnung auf eine Trend-Wende nach oben macht mir dabei ein Indikator, den ich vor rund 5 Jahren entwickelt habe und seither ergänzend bei meinen Analysen einsetze. Ich nenne ihn den Börsenklima-Indikator RS2 für den deutschen Aktienmarkt.

Falls Sie Charttechnik-Veteran sind, dann entnehmen Sie der Bezeichnung bereits, dass es etwas mit Relativer Stärke zu tun hat. Genauer gesagt benutze ich für die Berechnung des Indikators die Relative Stärke nach Levy.

Vor- und Nachteile des Relative Stärke-Konzepts

Wer in Aktien mit hoher Relativer Stärke investiert, hat gute Chancen, dass sich diese besser entwickeln als beispielsweise der Index, mit dem sie verglichen wurde.

Die gängige Methode zur Ermittlung der Relativen Stärke ist der Vergleich mit einem Index, beispielsweise dem DAX.

Dabei wird über einen vom Anwender bestimmten Zeitraum verglichen, welche der 30 im Index enthaltenen Aktien sich besser entwickelt haben als der DAX selbst.

Die Nachteile dabei sind: Welcher der ermittelten Werte mit höherer Relativer Stärke als der DAX ist letztlich kaufenswert? Womit vergleiche ich Aktien, die nicht in einem Index vertreten sind?

Breiter einsetzbar: Relative Stärke nach Levy

Bei der von Dr. Robert Levy entwickelten Methode wird als Vergleichsgröße nicht der Index herangezogen. Vielmehr wird bei jedem Einzelwert der aktuelle Schlusskurs mit dem arithmetischen Mittel der Wochenschlusskurse im Betrachtungszeitraum abgeglichen.

Levy arbeitete in den 1960ern mit einem Analysezeitraum von 6 Monaten. Meiner Ansicht nach reagieren die Märkte aufgrund der völlig veränderten Technik heute wesentlich schneller auf Ereignisse.

Abweichend von Levy verwende ich daher einen Durchschnitt von zwei zeitlich deutlich kürzeren Vergleichswerten (daher RS2).

Der von mir entwickelte Börsenklima-Indikator RS2 ermittelt den RS2-Durchschnitt von rund 270 an deutschen Börsenplätzen (mit vertretbarem Volumen) gehandelten nationalen und internationalen Aktien. Die Palette reicht von Aareal Bank bis Zürich Insurance Group.

Börsenklima-Indikator RS2: Unterer Wendebereich erreicht

Die so täglich von mir in meiner Datenbank ermittelten Werte sehen Sie in der nachfolgenden Grafik.

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Börsenklima-Indikator RS2: Unterer Wendebereich erreicht

Schön zu sehen: Die linke Hälfte des Indikatorverlaufs war von dem Crash im Herbst 2011 und seinen „Nachwehen“ geprägt, die bis etwa Mitte des vergangenen Jahres reichten.

Der Crash sorgte eben für diese sehr volatilen Bewegungen. Ab der zweiten Jahreshälfte 2012 ist eine sichtbare Verstetigung eingetreten.

Dabei haben sich, von wenigen Ausrutschern abgesehen, zwei Zonen herausgebildet, in denen der Indikator zur Umkehr neigt. Anders formuliert: Der orangefarbene Bereich signalisiert eine überkaufte Marktlage, der grüne Bereich eine überverkaufte Marktlage.

Immer wenn der Börsenklima-Indikator RS2 an den unteren Bereich andockte oder in ihn eindrang, bildete der DAX (violette Kurve) maßgebliche Tiefpunkte aus.

Dies gilt umgekehrt für die obere Zone: Hier neigt der deutsche Leitindex zur Ausbildung von wichtigen Hochpunkten.

Kein Indikator ist perfekt

Natürlich ist auch mein Börsenklima-Indikator RS2 nicht perfekt: Im November und April schoss der Indikator ebenso wie aktuell über die untere Zielzone hinaus.

Mitte Januar erlebten wir ein Überschießen über den oberen Wendebereich. In diesen Fällen handelte es sich eben um Übertreibungen.

Was mein etwas ungewöhnlicher Indikator jedoch erlaubt, ist es, ein wesentlich besseres „Gefühl“ für die jeweilige Marktlage zu entwickeln.

Gemessen am Verhalten der vergangenen 12 Monate ist seit der letzten Woche die Wahrscheinlichkeit für eine Trend-Wende nach oben eben kräftig gestiegen.

Momentum-Trader: +15% seit Jahresbeginn

Übrigens: Mit der in meinem Börsendienst Momentum-Trader verwendeten Strategie „Gewinne mit Wachstumsaktien“ habe ich nicht nur den DAX, sondern auch die Wall Street hinter mir gelassen.

Seit Jahresbeginn verbuchen meine Leser nach eigener Berechnung einen Zuwachs ihres Momentum-Trader-Depots von +18,3%!

Und während der DAX im Juni (Stand: Freitag) bislang -2,6% verlor, wuchs unser Momentum-Trader-Depot um +2,8%.

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Von: Andreas Sommer. Über den Autor

Andreas Sommer ist ein absoluter Börsen-Profi. Der gelernte Bankkaufmann war 10 Jahre als Wertpapierberater bei einer großen deutschen Bank tätig.

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