Unilever trennt sich von nicht mehr lukrativen Sparten

Unilever Lipton Eistee RED – shutterstock_511255501 monticello

Unilever trennt sich vom Margarine-Geschäft, profitieren sollen Anleger. Schön, denn die Unilever Aktie kommt seit Monaten kaum vom Fleck. (Foto: monticello / Shutterstock.com)

Manchmal braucht es einen Impuls von außen, wenn sich grundlegend etwas verändern soll.

Beim britisch-niederländischen Lebensmittel- und Konsumgüter-Konzern Unilever kam der Anstoß durch ein Übernahme-Angebot des US-Ketchupherstellers Kraft Heinz.

Die Offerte wurde abgewehrt, doch zurück blieb die Erkenntnis, dass sich etwas verändern muss bei Unilever.

Zurück zu den Wurzeln oder alte Zöpfe abschneiden und alles auf Anfang? – Der Konzern entschied sich für Letzteres.

Unilever trennt sich von Brotaufstrich-Sparte

Mit Brotaufstrichen und Margarine trennt sich das Unternehmen nun ausgerechnet von der Sparte, mit der einst alles begann.

In Europa und den USA läuft das Geschäft mit pflanzlichen Aufstrichen seit einigen Jahren weniger gut, die Kunden greifen wieder vermehrt zur Butter.

Da half es auch nichts den Bereich auszugliedern und ihm mehr eigene Kompetenzen zu übertragen.

Investitionen und Werbe-Offensiven der Sparte „Back-, Koch- und Aufstrich“ liefen ins Leere, die Umsätze gingen trotz neu entwickelter Produkte zurück.

Nun hat man sich dazu durchgerungen die Reißleine zu ziehen:

Bereits im Frühjahr war bekannt geworden, dass Unilever sich von seinen Aufstrichen, darunter auch bekannten Marken wie Rama, Becel oder Flora, trennen will.

Aktionäre sollen vom Deal profitieren

Inzwischen steht fest, dass der Verkauf an den Finanz-Investor KKR etwa zur Mitte des kommenden Jahres abgeschlossen werden und Unilever gut 6,8 Mrd. € einbringen soll.

Analyse Stift Hand Diagramm – shutterstock_414153883 everything possible

Unilever-Aktie: Viel Gegenwind und schwacher Ausblick2016 lief nicht rund, 2017 wird nicht besser – so lässt sich die Lage von Unilever zusammenfassen. Die Aktie muss Federn lassen: › mehr lesen

Erfreulich für die Aktionäre: Sollten sich keine lohnenden Akquisitionen aufdrängen, dürfte der Erlös aus dem Geschäft an die Anleger ausgeschüttet werden.

Die können einen kleinen Bonus sicherlich gut gebrauchen.

Denn im Februar hatte die Unilever-Aktie einen Sprung nach oben gemacht, sich seit dem Sommer aber weitgehend seitwärts bewegt und zuletzt wieder etwas an Wert verloren.

Unilever-Aktie kommt kaum von der Stelle

Mit knapp 48 € liegt der Anteilsschein zwar immer noch gut 20% über Vorjahres-Niveau, hat in den vergangenen 6 Monaten aber rund 5% verloren.

Für die Zukunft sehen Analysten mehrheitlich Aufwärts-Potenzial, sie empfehlen die Unilever-Aktie überwiegend zum Kauf und setzen die Kursziele dabei meist im Bereich um 55 – 58 € an.

Zu Unilever gehören neben den nun zu veräußernden Brotaufstrichen auch

  • die Eismarken Ben & Jerry’s und Langnese,
  • die Koch- und Backzusatzmittel von Mondamin
  • oder das umfassende Knorr-Sortiment.
  • Jenseits der Nahrungsmittel hat Unilever auch Reinigungsmittel wie Coral oder Domestos im Angebo
  • sowie darüber hinaus etliche Hygiene- und Kosmetik-Artikel wie Axe, Dove, dusch das oder Rexona.

Wie andere Lebensmittel-Firmen, kämpft auch Unilever mit sich verändernden Vorlieben der Kunden sowie den Herausforderungen eines z. T. bereits stark gesättigten Marktes, der kaum noch Wachstums-Potenziale verspricht.

Durch die Neuausrichtung will der Konzern bis zum Jahr 2020 seine Kosten reduzieren und die Ertragskraft steigern.

2017-12-22 Unilever


© Verlag für die Deutsche Wirtschaft AG, alle Rechte vorbehalten
David Gerginov
Von: David Gerginov. Über den Autor

David Gerginov publizierte unter anderem zum Thema Schuldenbremse und beschäftigt sich heute mit allen Fragen rund um Wirtschaft, Politik und Finanzen.