Unilever-Aktie: Viel Gegenwind und schwacher Ausblick

Die gute Nachricht zuerst: Die Dividende, die der Konsumgüter- und Lebensmittel-Konzern Unilever quartalsweise ausschüttet, bleibt unverändert bei 0,3201 €.

Auf das Gesamtjahr hochgerechnet beläuft sich die Dividende somit auf 1,2804 €, was gemessen am jüngsten Kurs der Aktie einer Dividendenrendite von mehr als 3% entspricht.

Ausgeschüttet wird die Dividende für das 4. Quartal am 15. März, ex Dividende gehandelt wird die Aktie am 9. Februar 2017.

Schwache Jahresbilanz

Die Bilanz für das vergangene Jahr fällt jedoch insgesamt eher durchwachsen aus. Der britisch-niederländische Konzern verbucht für 2016 einen Umsatz-Rückgang um 1% auf 52,7 Mrd. €.

Dabei leidet die Bilanz jedoch unter negativen Währungs-Effekten. Um diese Effekte bereinigt kletterten die Erlöse um 4,3%.

Immerhin: Der Nettogewinn stieg im Gesamtjahr um 5,5% auf 5,5 Mrd. €. Allerdings war dies nur durch Kosten-Einsparungen möglich.

Auch sorgten lediglich Preis-Erhöhungen für Wachstum etwa im wichtigen Geschäftsfeld mit Pflegeprodukten, die Absatz-Zahlen hingegen entwickelten sich sogar rückläufig.

Das Pflegesegment steuert knapp 40% zum Umsatz bei.

Gegenwind auch 2017 spürbar

Das Schlussquartal 2016 entwickelte sich insgesamt schwächer als von Beobachtern erwartet, das Umsatz-Plus belief sich im Zeitraum Oktober bis Dezember auf lediglich 2,2%.

Unilever-Chef Paul Polman dämpfte zudem die Erwartungen für 2017:

Der Konzern selbst rechnet mit einem schwierigen 1. Halbjahr, erst in der 2. Jahreshälfte dürfte sich das Wachstum demnach wieder beschleunigen.

Gegenwind verspürt der Konzern derzeit gleich an mehreren wichtigen Absatzmärkten:

Die Bargeld-Reform in Indien macht Unilever ebenso zu schaffen wie die Rezession in Brasilien oder der Preiskampf in Europa.

Besonders in Deutschland feilschen wenige Supermarkt-Ketten um günstige Einkaufs-Konditionen; Unilever-Produkte sind seit einiger Zeit auch beim Discounter Aldi erhältlich.

Glücklich ist der Hersteller über die Entwicklung nicht, etliche Arbeitsplätze wurden schon gestrichen und es wird nach weiteren Möglichkeiten gesucht, um Kosten zu senken.

Unilever-Aktie unter Druck

Anleger zeigten sich zuletzt wenig zimperlich und straften die Unilever-Aktie hart ab:

Um satte 4% rauschte sie in der vergangenen Woche nach unten, nachdem die Zahlen bekannt geworden waren, und hat sich seither nicht mehr so recht davon erholt.

Auf Jahressicht beläuft sich das Minus der Unilever Aktie damit auf rund 8%. Die vergangenen 12 Monate waren geprägt von zahlreichen Aufs und Abs.

Analysten zeigten sich angesichts der mäßigen Bilanz und des verhaltenen Ausblicks zuletzt ebenfalls skeptisch und positionierten sich mehrheitlich neutral.

Allzu großes Kurs-Potenzial sehen die meisten Experten derzeit nicht. Nur noch vereinzelt gab es Kaufempfehlungen mit Kurszielen von bis zu 45 € (Deutsche Bank, Baader Bank).

Goldman Sachs hingegen rät, wie schon zuvor, zum Verkauf, hat das Kursziel aber noch einmal von 36 auf 35,50 € abgesenkt.

2017-02-02 Unilever

3. Februar 2017

© Verlag für die Deutsche Wirtschaft AG, alle Rechte vorbehalten
Von: David Gerginov. Über den Autor

David Gerginov publizierte unter anderem zum Thema Schuldenbremse und beschäftigt sich heute mit allen Fragen rund um Wirtschaft, Politik und Finanzen.

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