Unilever meldet solides Wachstum

An der Börse brodelt es wie schon lange nicht mehr. Selbst die sonst so wachstumsstarken Autobauer, Lieblinge der Deutschen, sind zuletzt unter dem Eindruck der VW-Abgasaffäre immer wieder unter die Räder geraten. Ein insgesamt schwieriges Marktumfeld, verunsichert durch den Preisverfall am Ölmarkt und die Konjunkturschwäche in China, tun ihr Übriges, um Anlegern das Leben schwer zu machen.

Was also können Aktionäre tun, um ihr Vermögen vor dem Crash zu schützen? Investitionen in defensive Werte versprechen zwar keine allzu großen Sprünge in puncto Wertsteigerung, aber immerhin Sicherheit und nicht selten auch eine stabile Dividendenentwicklung.

Ein klassisches Beispiel ist die Lebensmittel- und Konsumgüterindustrie. Diese Produkte werden immer gekauft, völlig unabhängig von der wirtschaftlichen Großwetterlage.

Starkes Produktportfolio

Davon profitieren vor allem Großkonzerne mit einem breitgefächerten, starken Markenportfolio wie Unilever. Der Hersteller vereinigt unter seinem Dach Lebensmittelmarken wie Du Darfst, das populäre Speiseeis Ben & Jerry’s, aber auch Klassiker wie Pfanni oder Knorr neben Reinigungsmitteln wie Coral oder Hygieneprodukten wie Axe, Dove oder duschdas.

All diese Produkte sind ebenso bekannt wie beliebt und seit Langem aus kaum einem Haushalt wegzudenken. Stabilität lautet das Zauberwort, doch der seit 2009 amtierende Chef Paul Polmann hat dem Konsumgütergiganten noch einen weiteren Plan auferlegt: Nachhaltigkeit.

Seit 2010 verfolgt das Unternehmen unter Polmanns Führung den Plan, sich ökologisch nachhaltig zu positionieren, die Kosten zu senken und zugleich zu wachsen. Was ehrgeizig klingt, zahlt sich mittlerweile aus.

Nachhaltige Strategie zahlt sich aus

Abfallvermeidung und der Bezug von „grüner“ Energie an europäischen Standorten hat das Image des Konzerns aufpoliert. Die Verschlankung des Portfolios hat sich ebenfalls positiv ausgewirkt, mehr als die Hälfte der Marken wurde gestrichen, die stärksten Namen sind geblieben. Auf ihren Erfolg konzentriert sich das Geschäft.

Bereits 2014 fiel die Bilanz gut aus, und auch 2015 wurden die eigenen Ziele erreicht. Die Jahresbilanz, die am Dienstag vorgestellt wurde, weist ein Umsatzwachstum von 10 Prozent auf 53,3 Milliarden Euro aus. Der Kerngewinn je Aktie stieg um 14 Prozent auf 1,82 Euro.

Dabei konnte Unilever zwar auch von positiven Wechselkurseffekten profitieren, die drei Prozent zum Kerngewinn beziehungsweise knapp 6 Prozent zur Umsatzsteigerung beitrugen. Doch auch ohne diese Effekte legte das Unternehmen in allen Bereichen zu. Insbesondere die Erlöse in den Schwellenländern entwickelten sich ganz nach dem Geschmack der Aktionäre.

Die sind ohnehin guter Dinge, immerhin sehen auch Analysten das Papier auf einem stabilen Weg. Kaufempfehlungen und neutrale Bewertungen hielten sich zuletzt die Waage, das Kursziel von durchschnittlich knapp 41 Euro liegt jedoch klar über den jüngsten Werten von rund 37 Euro.

2016-01-20 Unilever

22. Januar 2016

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Von: David Gerginov. Über den Autor

David Gerginov publizierte unter anderem zum Thema Schuldenbremse und beschäftigt sich heute mit allen Fragen rund um Wirtschaft, Politik und Finanzen.

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