Unilever überzeugt mit seinen Marken

Auch wenn immer gegessen und getrunken wird, steht die Branche vor Herausforderungen.

Zu den Konzernen, die hervorragend auf diese Herausforderungen vorbereitet sind, gehört Unilever. Der Konzern ist gegen Turbulenzen bestens gewappnet.

Auf dem Weg zu nachhaltigem Wachstum

Für den Vorstandsvorsitzenden Paul Polman stand das vergangene Jahr stellvertretend für die guten Fortschritte, die Unilever auf dem Weg zu einem Konzern mit nachhaltigem Wachstum macht.

Ein Umsatz-Anstieg von 4,1% auf 53,3 Mrd. € – davon 13,6% Mrd. € in Europa – geben ihm recht.

Die operative Marge hat sich auf 14,8% verbessert. Neben den großen Marken im Portfolio wirkt die geografische Diversifizierung der Absatzmärkte wie ein Sicherheitsnetz.

Doch nicht nur das Wachstum, sondern v. a. die Herstellung zahlreicher Produkte soll nachhaltiger werden.

Mächtige Konsumenten

Mit der 2010 vorgestellten Nachhaltigkeits-Strategie (Unilever Sustainable Live Plan) kämpft Unilever gegen die Abholzung von Wäldern und engagiert sich für sauberes Trinkwasser.

Das kommt bei den zunehmend kritischer werdenden Verbrauchern gut an. Die Konsumenten sind durch Internet und soziale Netzwerke mächtiger denn je.

Deshalb ist heute ein Geschäftsmodell erforderlich, das von den Konsumenten akzeptiert wird.

Wer heute Rohstoffe aus zweifelhaften Quellen bezieht oder nicht im Einklang mit dem Umfeld produziert und verkauft, wird langfristig nicht erfolgreich sein.

Seit 2010 hat Unilever mit seiner Strategie mehr als 400 Mio. € gespart. Zudem wächst der Umsatz mit ökologisch einwandfreien Produkten doppelt so schnell wie das übrige Geschäft.

Die Schwellenländer sind auf Kurs

Unilever hat im 1. Quartal trotz des schwierigen Umfelds sein bereinigtes Wachstum um 4,7% gesteigert. Der Konzern profitierte von höheren Preisen, aber auch ein Absatzplus hat dazu beigetragen.

Wegen ungünstiger Wechselkurse (Brasilien, Argentinien) fiel der Umsatz allerdings um 2% auf 12,5 Mrd. €. Unilever profitierte von einem starken Wachstum in den Schwellenländern.

Hier wuchs der Umsatz um 8,3%. Auf den gesättigten Märkten ging der Umsatz nur leicht um 0,3% zurück. Beim Verkauf seiner Lebensmittel ist Unilever auffallend stark in Indonesien, Brasilien und China.

Bei Artikeln für den Haushalt ist der Konzern in bevölkerungsreichen Ländern wie China, den Philippinen, Brasilien, Mexiko und Russland besonders gut positioniert.

Das Geschäft in den Schwellenländern macht mehr als die Hälfte des Umsatzes aus.

Mit Pflege-Produkten lässt sich mehr verdienen

Unilever hat sein Geschäft mit Sojagetränken in Lateinamerika für 575 Mio. $ an die Coca-Cola Company und den Abfüller Coca-Cola Femsa SAB verkauft.

Der Bereich mit dem Namen Adesad verkauft Mischgetränke aus Sojamilch und Fruchtsaft. Die Getränke sind in Brasilien, Mexiko, Argentinien, Uruguay, Paraguay, Bolivien, Chile und Kolumbien auf dem Markt.

Der Verkauf ist ein Schritt in Richtung Neuordnung des Portfolios in Lateinamerika. Unilever hat in den vergangenen Jahren Nahrungsmittel-Marken abgestoßen und Pflege-Produkte zugekauft, die eine höhere Marge haben.

Geschäftsmodell auf dem Prüfstand

Unilever hat sich bei den Verbrauchern eine ausgezeichnete Position erarbeitet und punktet mit bekannten Marken. Bereits seit 2003 übertrifft die operative Gewinn-Marge den Branchendurchschnitt deutlich. Alles in allem sieht Unilever mit 6 erfüllten messbaren Kriterien aus fundamentaler Sicht vielversprechend aus.

5. August 2016

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Von: Volker Gelfarth. Über den Autor

Der Diplom-Ingenieur lernte die Schwächen und Stärken eines Unternehmens selbst als Manager kennen, bevor er sich voll und ganz der Value-Analyse widmete. Er ist Chefredakteur für die Dienste Aktien-Analyse, Gelfarths Dividenden-Letter, Gelfarths Premium-Depot und Strategisches Investieren.

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