Unister-Pleite: Ist Ihr Urlaub jetzt in Gefahr?

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Lesen Sie jetzt, warum der Tod eines deutschen Internet-Millionärs möglicherweise Ihren Urlaub gefährdet. (Foto: everything possible / Shutterstock.com)

Vielleicht haben Sie es schon mitbekommen: Vor wenigen Tagen ist ein deutscher Internet-Millionär auf dem Weg von Venedig nach Leipzig bei einem Flugzeug-Absturz ums Leben gekommen.

Bei diesem handelte es sich um den Unister-Gründer Thomas Wagner. Unister sagt Ihnen nichts? – Das ist nicht schlimm. Denn ich bin überzeugt davon, dass 99 von 100 Menschen in Deutschland nicht wissen, wer oder was Unister ist.

Was ist Unister?

Bei den Internetseiten, die Unister betreibt, sieht es jedoch ganz anders aus; einige davon werden sehr viele Deutsche kennen – wahrscheinlich auch Sie.

Zu diesen Seiten zählen z. B. fluege.de, ab-in-den-urlaub.de, reisen.de und hotelreservierung.de. (um nur einige der bekannteren Internetseiten von Unister zu nennen).

Nach dem Tod des Gründers am vergangenen Wochenende meldete Unister in dieser Woche Insolvenz an. Dem Konzern soll es schon vorher nicht gut gegangenen sein und es gab einige Kontroversen rund um das Leipziger Internet-Unternehmen.

Was passiert jetzt nach der Insolvenz mit Unister, den Tochter-Unternehmen und Ihrer Urlaubsreise, die Sie möglicherweise bei einer der o. g. Unister-Töchter gebucht haben?

Warum Ihr Urlaub nicht in Gefahr ist

In dieser Frage gibt es seitens des Unternehmens und seitens des vorläufigen Insolvenz-Verwalters Prof. Dr. Lucas Flöther Entwarnung.

Flöther betonte: „Das vorläufige Insolvenz-Verfahren sichert die Handlungsfähigkeit der Gruppe“. Zeitgleich laufe der operative Betrieb in allen Firmen – somit auch bei den Reisetöchtern – weiter.

Auch die Verbraucherzentrale Sachsen zeigt sich bezüglich der aktuellen Entwicklungen zunächst wenig besorgt:

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Schließlich sei Unister nur „Vermittler“ vieler Reisen, der Kunde schließe einen Vertag mit dem Reiseanbieter oder einer Fluggesellschaft ab, hieß es von Seiten der Experten.

Man beobachte nun die weitere Entwicklung. Die Reise absagen müssen auch Kunden von fluege.de und ab-in-den-Urlaub.de daher nicht, da die Reisen bei einer Pleite versicherungstechnisch abgedeckt sind.

Laut EU-Pauschalreise-Richtlinien müssen Reiseveranstalter Kunden-Zahlungen für eine Pauschalreise gegen Insolvenz versichern. Dies gilt auch für Reisevermittler.

Travel24-Anleger von Unister-Insolvenz betroffen

Sehr wohl in Gefahr (und zwar massiv!) ist dagegen das Geld der Travel24-Anleger:

Travel24 ist börsennotiert und hatte im Jahr 2013 zudem eine Anleihe begeben. Sowohl die Aktie als auch die Anleihe von Travel24, einer Unister-Tochter, sind zuletzt dramatisch eingebrochen.

Der Grund: Infolge der Unister-Insolvenz scheint eine Folge-Insolvenz der Travel24 AG nicht mehr ausgeschlossen.

Die Travel24-Aktie, die vor 3 Jahren noch bei über 15 € notierte, ist derzeit weniger als 1 € wert und die Anleihe notiert bei 5,5% des Nominalwerts. Damit droht die nächste hochverzinsliche Mittelstands-Anleihe zu platzen.

Ich empfehle stets, die Finger von hochverzinslichen Mittelstands-Anleihen zu lassen und stattdessen auf solide Mittelstands-Aktien zu setzen, die eine hohe Qualität haben. Damit bleiben Ihnen derartige Pleiten wie im aktuellen Fall von Travel24 erspart.


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Tobias Schöneich
Von: Tobias Schöneich. Über den Autor

Tobias Schöneich, Jahrgang 1982, begeistert sich seit der Jahrtausendwende und somit seit den Zeiten des New-Economy Booms für das Thema Börse und alles unmittelbar damit Verbundene.