United Internet-Aktie: Telekom-Holding aus dem Westerwald steht unter Strom

Die Meldung kam für viele wie ein Paukenschlag

United Internet, einer der führenden Internet-Dienstleister und bekanntesten Player im Mobilfunk-Geschäft, steigt jetzt in das Stromgeschäft ein.

Der Aktienkurs tendierte vorerst unverändert.

Für die Anleger ist der Einstieg in das neue Geschäftsfeld offenbar schwer einzuordnen, bedeutet er doch eine Kampfansage an die vielen etablierten Stromkonzerne in Deutschland.

Was der strategische Deal für Sie als Anleger bedeuten könnte, erfahren Sie an dieser Stelle.

Strom-Branche im Umbruch

Das Geschäft mit Strom gilt als kein leichtes Geschäft. Denn die Branche steht vor massiven Veränderungen:

Die zunehmende Digitalisierung und die Energiewende zwingen die etablierten Konzerne, ihre Geschäftsmodelle neu zu überdenken.

Doch das betrifft United Internet als neuen Anbieter kaum. Denn der Telekom-Dienstleister hat nicht vor eigene Leitungen und Kraftwerke zu bauen.

United Internet tritt als Reseller auf

Seit mehr als 21 Jahren ist United Internet mit dem Web-Portal web.de bereits am Start. Seit 1998 ist der Konzern an der Börse notiert – für Anleger der 1. Stunde kein schlechtes Geschäft.

Immerhin explodierten die Papiere seither regelrecht um mehr als 2.000%. Jetzt aber peilt die Telekom-Holding, die mit Marken wie 1&1 und GMX bekannt ist, den Angriff im Stromgeschäft an.

Dabei wird die Gesellschaft „1&1 Energy“ Strom an der Leipziger Strombörse einkaufen und weiterleiten.

Der Trick an der Sache: Der Konzern wird die Strom-Angebote als Kombi-Pakete mit seinen DSL- und Mobilfunk-Verträgen vermarkten.

Im Bündel sind die Angebote immer günstiger als alleine.

Dabei achtet Firmen-Gründer und Vorstand Ralf Dommermuth aber immer auf die Marge und liegt mit seinen Preisen immer nur geringfügig unter seinen Wettbewerbern.

Diverse Strom-Angebote geplant

Allzu viele Details sind bislang nicht an die Öffentlichkeit geraten.

Aber offenbar will das Unternehmen einen 2-Jahres-Tarif für Ökostrom oder einen monatlich kündbaren Tarif, der online gebucht werden kann, anbieten.

Potenzielle Kunden hat der Konzern genug – die Werbung kann United Internet geldsparend an die Nutzer seiner Email-Dienste web.de und gmx.de versenden.

Schwierig, aber nicht unmöglich

Dass ein Unternehmen mit solch einem Geschäftsmodell Erfolg haben kann, zeigt Ihnen der Lichtblick-Konzern:

Ohne ein eigenes Netz geschweige denn Kraftwerke versorgt die Firma mittlerweile 560.000 Privat-Haushalte mit Strom. Auch viele der Stadtwerke treten nur als Stromverkäufer auf.

Beeindruckende Geschäfts-Entwicklung

Dass Firmenchef Dommermuth ein Händchen für gute Geschäfte hat, zeigt Ihnen ein Blick in die Geschäfts-Entwicklung der letzten Jahre:

Die Erlöse kletterten seit 2002 von 318 Mio. € auf zuletzt 3,71 Mrd. €. Dabei arbeiteten die Westerwälder, außer im Geschäftsjahr 2008, immer profitabel.

Zuletzt erzielte United Internet einen Jahres-Gewinn von 366 Mio. € (9,86% Gewinn-Marge). Sie können also gespannt sein, wie es bei dem Internet-Konzern weitergeht.

Die Erfahrung in der Vermarktung von Produkten und die Finanzkraft (Marketing- und Vertriebs-Ausgaben in 2015 alleine 481 Mio. €) sind schon einmal vorhanden (Keine Kaufempfehlung).

26. September 2016

© Verlag für die Deutsche Wirtschaft AG, alle Rechte vorbehalten
Von: Rene König. Über den Autor

Chefanalyst Rene König ist Experte für Aktien. Sein Fokus liegt auf der Analyse wegweisender Robotik-Unternehmen, die sich durch stabile Geschäftsmodelle und planbare Rendite auszeichnen.

Regelmäßig Informationen über Marktanalysen erhalten — kostenlos!
Profitieren Sie von unserem kostenlosen Informations-Angebot und erhalten Sie regelmäßig die neusten Informationen von Rene König. Über 344.000 Leser können nicht irren.

10 Dividendenaktien, deren Dividende IMMER steigt