United Internet bleibt auf Kurs

Es ist um die Internet-Anbieter in den letzten Monaten ruhig geworden. Zahlreiche Experten gehen davon aus, dass der Markt zu einem gesättigt sei und dass durch die starke Konkurrenz kaum noch Gewinne erzielt werden können. Wie United Internet anlässlich der gestrigen Zahlenbekanntgabe zeigte, muss dem aber nicht so sein.

Ernüchternde Zahlen – auf den ersten Blick

Natürlich fällt das Zahlenwerk auf den ersten Blick ernüchternd aus. So gab es im ersten Quartal einen Verlust von 55,6 Mio. Euro. Ein Jahr zuvor wurde im gleichen Zeitraum noch ein Gewinn von 78,6 Mio. Euro erreicht.

Schaut man sich aber die Gründe an, dann fallen diese Minuszeichen nicht mehr ganz so arg ins Gewicht. United Internet hält 8% der Anteile an Rocket Internet. Und weil hier die Entwicklung des Aktienkurses so manche Wünsche offen lässt, musste eine Wertberichtigung von 156,7 Mio. Euro vorgenommen werden.

Tagesgeschäft entwickelt sich erfolgreich

Ein Blick auf das Tagesgeschäft bringt mehr Klarheit: Insgesamt konnte in den ersten drei Monaten des Jahres die Zahl der Vertragskunden deutlich  gesteigert werden. Da es gerade im Segment des Mobilfunks einen starken Zulauf gab, stieg der Umsatz um 7% auf 968,6 Mio. Euro. Vor Zinsen, Steuern und Abschreibungen (EBITDA) gab es mit 202,7 Mio. Euro einen Zuwachs von annähernd 17 %.

So verwundert es auch nicht, dass die Jahresprognosen bestätigt wurden: Der Umsatz soll im Gesamtjahr auf rund 4 Mrd. Euro wachsen. Für das EBITDA wird ein Anstieg auf ca. 850 Mio. Euro erwartet. Zudem soll die Zahl der kostenpflichtigen Kundenverträge um ca. 800.000 Verträge zulegen.

Portrait

United Internet zählt mit 16,24 Mio. kostenpflichtigen Kundenverträgen und 33,49 Mio. werbefinanzierten Free-Accounts zu einem der führenden europäischen Internet-Spezialisten. Dabei bietet der Bereich Internet den Schwerpunkt des Konzerns, der 8.200 Mitarbeitern, ca. 2.700 davon in Produkt- Management, Entwicklung und Rechenzentren, beschäftigt.

Zu den Marken von United Internet gehören 1&1, GMX, WEB.DE, united-domains, Fasthosts, Arsys, home.pl, InterNetX, Sedo, affilinet und Versatel. Mit anderen Worten – United Internet ist in diesem Segment breit genug aufgestellt und für die Herausforderungen der Zukunft gerüstet.

Charttechnik gibt Anlass zur Hoffnung

Seit mehreren Monaten befindet sich die Aktie in einem Seitwärtstrendkanal, deren obere Begrenzung bei rund 47 Euro liegt. Sollte es zu einem Durchbruch dieses Widerstands kommen, wäre damit der Weg zu den alten Höchstständen, die bei rund 52 Euro liegen und Ende des vergangenen Jahres markiert wurden, frei.

Lediglich die Dividendenpolitik lässt so einige Wünsche offen. So beträgt die Dividendenrendite gerade einmal 1,7%.

18. Mai 2016

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Von: Sascha Mohaupt. Über den Autor

Chefanalyst Sascha Mohaupt ist der Experte für Innovationen und High-Tech. In dem wohl am schwierigsten zu durchschauenden Markt für Zukunftstechnologien gibt er konkrete Kaufempfehlungen. Als Chefredakteur des Innovation Investor teilt er exklusiv seine neuesten Empfehlungen und seine Leser investieren damit schon heute in die Welt von morgen.

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