United Internet: Drillisch-Übernahme sorgt für weiteres Potenzial

Die Drillisch-Übernahme eröffnet United Internet gute Wachstums-Chancen. Die Aktie hat weiteres Kurs-Potenzial. Mehr Infos finden Sie hier: (Foto: William Potter / Shutterstock.com)

Der DAX ist noch ein Stück von seinen Höchstständen entfernt.

Der Technologie-Index TecDAX hat dagegen bereits neue Hochs erklommen und ist zuletzt auf den höchsten Stand seit Anfang 2001 geklettert, also seit dem Zusammenbruch des Neuen Marktes.

United Internet: Führender Internet-Dienstleister

Eines der wenigen Konzerne, die das Platzen der Internet-Blase seinerzeit überlebt haben und letztlich gestärkt daraus hervorgegangen sind, ist United Internet.

Die Höchststände aus Neuer-Markt-Zeiten hat das TecDAX-Schwergewicht schon längst hinter sich gelassen.

Heute ist die Gesellschaft aus Montabaur, deren Gründer Ralph Dommermuth nach wie vor 40% der Anteile hält, einer der führenden Internet-Dienstleister in Europa.

Unter der bekanntesten Marke 1&1 bietet der Konzern In­ternet-Zugänge an. Zum Unternehmen gehören außerdem Marken wie Web.de, GMX und Strato.

Drillisch-Übernahme bereits abgeschlossen

Der jüngste Coup war die vollständige Über­nahme des Mobilfunk-Anbieters Drillisch.

In der vergangenen Woche gab United Internet bekannt, dass die Akquisition bereits jetzt – früher als erwartet – abgeschlossen werden konnte.

Ursprünglich sollte dies bis zum Jahresende geschehen. Damit wird Drillisch bereits ab September voll in der Bilanz von United Internet konsolidiert.

Attraktiv ist der Mobilfunk-Anbieter v. a. wegen seines Deals mit Telefónica Deutschland.

So kann Drillisch schrittweise bis zu 20% von dessen Netzkapazitäten nutzen und hat zudem eine Option auf weitere 10% – 20%.

Die Vermietung der Netzkapazitäten war eine Voraussetzung der Kartell-Behörden für die milliardenschwere E-Plus-Übernahme durch Telefónica im Jahr 2014.

Übernahme treibt das Wachstum an

Durch die bessere Auslastung der zur Verfügung stehenden Kapazitäten erwartet United Internet erhebliche Synergie-Effekte, die nun früher gehoben werden können als gedacht.

Entsprechend positiv äußerten sich zahlreiche Analysten zu dem Abschluss des Deals. Besonders optimistisch ist die Privatbank Hauck & Aufhäuser:

Die Analysten hoben ihre Gewinn-Schätzungen für dieses und die nächsten beiden Jahre deutlich an und erhöhten ihr Kursziel von 61 auf 69 €.

Die Firma selbst stellt für dieses Jahr bisher ein Umsatz-Plus von 7% in Aussicht. Der operative Gewinn vor Zinsen, Steuern und Abschreibungen (EBITDA) soll um 12% wachsen.

Ich kann mir jedoch gut vorstellen, dass das Management seine Prognose mit der Vorlage der Zahlen zum 3. Quartal nach oben anpasst.

United-Internet-Aktie vor neuen Hochs

Angesichts der guten Wachstums-Perspektiven traue ich der Aktie weitere Kurssteigerungen zu.

Zusätzlicher Rückenwind könnte von der Charttechnik kommen. Momentan notiert der Kurs in der Nähe seines Allzeithochs.

Gelingt der Ausbruch auf neue Höchststände, dürften viele charttechnisch orientierte Anleger auf den Zug aufspringen und dem Aktienkurs einen weiteren Schub verleihen.

Auf Sicht der nächsten Monate halte ich dann Notierungen jenseits von 60 € für möglich.

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Von: Tobias Schöneich. Über den Autor

Tobias Schöneich, Jahrgang 1982, begeistert sich seit der Jahrtausendwende und somit seit den Zeiten des New-Economy Booms für das Thema Börse und alles unmittelbar damit Verbundene.