United Technologies: Hedgefonds-Einstieg sorgt für Phantasie

United Technologies-Aktie: Hedgefonds-Einstieg sorgt für Phantasie. Technologiekonzern weiter auf Wachstumskurs. Firmenchef bringt Aufspaltung des Konzerns ins Spiel (Foto: phongphan / Shutterstock.com)

Immer mehr Investoren schauen bei ihrer Aktienanalyse auch auf die Positionierungen und Transaktionen von Hedgefondsmanagern. Vollkommen zu Recht. Denn wer die Spreu vom Weizen trennen kann, findet in den veröffentlichten Daten ausschlussreiche Informationen. Mit hohen Gewichtungen versuchen die Manager oft einen Sitz im Aufsichtsrat zu ergattern und bei der zukünftigen Firmenstrategie auf Wertsteigerungen zu drängen.

Oftmals mit Erfolg. Entsprechend positiv reagieren die Aktien, wenn einer der bekannten Hedgefondsmanager einen Einstieg bei einem Unternehmen meldet. So auch gestern als bekannt wurde, dass Bill Ackmann mit seinem Pershing Square Fonds eine Position bei United Technologies aufgebaut hat.

United Technologies im Porträt

Die Wurzeln des Konzerns reichen in das Jahr 1853 zurück. United Technologies Corp. (UTC) ist ein international präsenter technologischer Mischkonzern, dessen Unternehmen hauptsächlich in den Bereichen Raum- und Luftfahrt, Personenbeförderung sowie Sicherheits- und Kühlsysteme tätig sind. Die Produkte des Unternehmens finden bei der NASA, der Militärindustrie, Regierungskunden, Großbanken, Museen und dem Öffentlichen Verkehr Verwendung.

Darunter befinden sich Flugzeugmotoren der Marken Pratt & Whitney und Sikorsky, Überwachungssysteme für die Raumfahrt, Einbruch- und Brandmeldeanlagen sowie Aufzüge und Laufbänder, die weltweit vertrieben werden. Im November 2015 verkündete UTC den Verkauf der Hubschraubersparte Sikorsky an den Rüstungskonzern Lockheed Martin Corporation.

Bill Ackmann noch unter 5%

Jetzt wurde bekannt, dass Bill Ackmann eine Position in dem Technologieunternehmen United Technologies aufgebaut hat. Wie viele Aktien er gekauft hat ist noch unklar. Da der Fonds aber noch nicht an die Wertpapieraufsicht gemeldet hat, muss die Position noch unter der Meldeschwelle von 5% liegen. Aus dem Umfeld des Fonds ist zu hören, dass sich Pershing Square noch im Aufbau der Position befindet.

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Zeichen stehen auf Wachstum

United Technologies hat im vergangenen Jahr mehr Umsatz erzielt als erwartet. Alle Bereiche zeigten Wachstum. Unterm Strich erzielte der Konzern mit 59,83 Milliarden Dollar ein Umsatzplus von 4,5%. In den Sparten Klimaanlagen/Sicherheit und Luft-/Raumfahrt hat sich auch die operative Marge verbessert.

Der Nettogewinn lag allerdings mit 4,55 Milliarden Dollar 10% unter dem Vorjahresniveau. Verantwortlich war der Gewinneinbruch im 4. Quartal. Die US-Steuerreform sowie Restrukturierungskosten schlugen mit insgesamt 1,10 Dollar pro Aktie zu Buche. Spätestens ab 2019 wird der Konzern aber von der Reform profitieren.

Konzern denkt über Aufspaltung nach Milliardenübernahme nach

Erst ein paar Monate ist es her als der Konzern die Großfusion mit Rockwell Collins für 23 Milliarden Dollar eingetütet hat. Es war die größte Transaktion in der US-Luft- und Raumfahrtbranche, die den Weg für eine Aufspaltung von United Technologies in den kommenden Jahren ebnen könnte. Rockwell ist spezialisiert auf Cockpit-Displays und Kommunikationssysteme für Passagier- und Militärflugzeuge.

Der verstärkte Fokus auf den Luftfahrtsektor könnte zu Veränderungen im Portfolio führen. Kürzlich hat Firmenchef Greg Hayes eine Aufspaltung öffentlich ins Spiel gebracht. Im Falle einer Trennung sagte Hayes, er sehe ein Luftfahrtgeschäft mit einem Umsatz von etwa 45 bis 50 Milliarden Dollar. Der Betrieb der Otis-Aufzüge hätte etwa 12 bis 13 Milliarden Dollar, während die Abteilung für Klimaregelung, die Carrier-Klimaanlagen herstellt, 17 bis 18 Milliarden Dollar hätte.

Ob der neue Investor Ackmann die Aufspaltung befürwortet oder nicht ist bislang unklar.


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Von: Richard Mühlhoff. Über den Autor

Richard Mühlhoff analysiert die realen Anlageentscheidungen der weltbesten Investoren, wie etwa Warren Buffett oder David Tepper. Die kollektive Intelligenz dieser ausgemachten Top-Investoren ist das Erfolgsgeheimnis des Börsendiensts „Investment-Elite“.