UNIWHEELS – Dynamik für Ihr Fahrzeug, Sicherheit für Ihr Depot

Heute im Interview: Ralf Schmid, der geschäftsführende Gesellschafter der UNIWHEELS Holding GmbH, die gerade eine Anleihe begibt. (Foto: phongphan / Shutterstock.com)

Red.: In welchen Bereichen ist UNIWHEELS tätig?

UNIWHEELS ist ein führender europäischer Hersteller von hochwertigen Leichtmetallrädern, die im Niederdruckgussverfahren hergestellt werden. Unser Geschäftsmodell beruht auf zwei Säulen, die sich gegenseitig ergänzen. Im Erstausrüstermarkt beliefern wir nahezu alle führenden Automobilhersteller, wie zum Beispiel Audi, BMW, Mercedes, Peugeot, Porsche, Volvo und VW. Im Zubehörmarkt verfügt unser Unternehmen mit den weltweit bekannten Marken ATS, RIAL, ALUTEC und ANZIO über 4 eigene starke Marken, die sich jeweils an eine spezifische Zielgruppe richten. Wir beliefern in diesem Marktsegment alle grossen Reifen- und Räderhandelsketten Europas, sowie eine Vielzahl von Importeuren weltweit.

Red.: Wer sind Ihre größten Kunden und welchen Umsatzanteil machen diese aus?

Im Erstausrüstermarkt gehört die VW-Gruppe mit über 30% Lieferanteil zu unseren größten Kunden, gefolgt von Volvo,  Mercedes/AMG sowie der Peugeot/Citroen-Gruppe (PSA). Im Zubehörmarkt  sind die grossen Reifenketten wie Euromaster, PointS, Vergölst und die Reiff-Gruppe sowie internationale Vermarkter wie Interpneu/Pneuhage, Conti und Intertyre maßgebliche Kunden.

Red.: Wie grenzen Sie sich von Wettbewerbern ab?

Als einer der größten Zulieferer der Automobilindustrie im Bereich Leichtmetallräder haben wir über die Jahre eine hohe technische Kompetenz aufgebaut. Auch durch die langjährige Erfahrung im Motorsportbereich haben wir uns besonders auf die hochwertigen Produkte mit besonderem Anspruch an Leichtigkeit, Steifigkeit, Oberfläche aber auch Design spezialisiert. Des Weiteren verfügen wir als führendes Unternehmen im Zubehörmarkt über ein zweites solides Standbein. Dort punktet UNIWHEELS darüber hinaus mit einem exzellenten 24h-Service, der ständige Lieferfähigkeit garantiert. Gemäß „Neue Reifenzeitung“ hatten wir 2010 im Erstausrüstermarkt einen Marktanteil von ca. 14% hinter Borbet und Ronal; im Zubehörmarkt gehen wir von einem Marktanteil von ca. 25% aus und sind damit sogar klar die Nummer 1 im Markt

Red.: Wie grenzen sich ihre Marken voneinander ab?

RIAL ist unsere Traditionsmarke. Sie richtet sich an den prestigebewussten Markenkäufer. Die Marke ATS, die wir im Frühjahr 2008 mit der ATS-Gruppe übernommen haben, hat sich primär aus dem Motorsport heraus entwickelt. Sie richtet sich daher mit dem Slogan „die Hightech Marke“ an den sportlich ambitionierten Autofahrer. ALUTEC ist unsere „moderne“ Marke für junge, tuning-begeisterte Autofahrer. Mit unserer Marke ANZIO sprechen wir den preisbewussten Käufer an.

Was wird sich durch die Emission der Anleihe im Unternehmen ändern?

Red.: UNIWHEELS ist ein Familienunternehmen, Sie sind der größte Gesellschafter.Was bedeutet die Öffnung gegenüber dem Kapitalmarkt für Sie?

Mit der Emission einer Anleihe, die an der Stuttgarter Börse handelbar sein wird, erhalten wir zusätzliche Flexibilität, um unsere Unternehmensgruppe mit mehr Unabhängigkeit von den einzelnen Finanzierungspartnern weiter entwickeln zu können. Unser Geschäft ist für die nächste Zeit auch ohne den Bond voll durchfinanziert. Mit den zusätzlichen Mitteln können wir aber weiterreichende Wachstumschancen, die sich durch die weltweit stark steigende Automobilproduktion bieten, noch schneller und besser nutzen.

Red.: UNIWHEELS ist nicht börsennotiert. Wie stellen Sie einen ausreichenden Informationsfluss gegenüber dem Anleiheinvestor langfristig sicher?

Wir werden unsere Anleger in Zukunft regelmäßig über unsere finanzielle Entwicklung informieren, anhand von Pressemitteilungen und unserer Investor Relations Webseite. Auf dieser Webseite haben wir übrigens auch zusätzliche bondspezifische Finanzkennzahlen veröffentlicht, wie sie von der DVFA (Deutsche Vereinigung für Finanzanalyse und Asset Management) gefordert werden. Dadurch heben wir uns von den Mindest-Transparenzerfordernissen freiwillig ab und stellen zusätzlich die Professionalität unseres Finanzwesens unter Beweis.

Wie sieht der Mittelverwendungsplan aus?

Red.: Wie wollen Sie die Mittel aus der Anleiheemission verwenden?

Bei einer weltweit steigenden Automobilproduktion gewinnt das Leichtmetallrad zunehmend an Bedeutung. Mit unserem Know-how und den fortschrittlichen Technologien bei der Herstellung von Leichtmetallrädern sind wir hervorragend für das Marktumfeld, sowohl im Automobilzulieferbereich als auch im weltweiten Zubehörgeschäft aufgestellt. Der Mittelzufluss durch den Bond soll für den weiteren Ausbau von Vertrieb und Logistik sowie für Kapazitätserweiterungen in den bestehenden Produktionsstandorten verwendet werden. Durch die teilweise Rückführung von Bankdarlehen soll darüber hinaus unsere bestehende Fremdkapitalstruktur optimiert werden.

Red.: Welche Covenants sind bei der Anleihe vorgesehen?

Wir haben in unserem Wertpapierprospekt Ausschüttungsbeschränkungen und eine Klausel zum Kontrollwechsel als Covenants verankert. Durch diese freiwilligen Zusatzvereinbarungen wollen wir das Vertrauen der Anleger in die Bedienung unserer Anleihe zusätzlich stärken.

Red.: Wie hoch ist Ihr aktueller Auftragsbestand?

Aktuell deckt unser Auftragsbestand das komplette Jahr 2011 bereits ab. Es besteht darüber hinaus ein Nachfrageüberhang nach unseren Produkten, den wir aufgrund der derzeit voll ausgelasteten Kapazitäten momentan nicht wahrnehmen können. Die Nachfrage nach unseren Qualitäts-Rädern wird auch in der nächsten Zeit so gut bleiben, denn unser Absatzmarkt wächst weiter. Wir haben bereits heute genügend Aufträge vorliegen, die unsere Kapazitäten sogar bis ins Jahr 2013 hinein zum großen Teil auslasten.

Red.: Wo sehen Sie Wachstumschancen?

Unsere mittelfristigen Wachstumspotenziale sehen wir im weiteren Ausbau unserer Marktposition sowohl im Erstausrüster- als auch im Zubehörmarkt. Ich habe in diesem Zusammenhang zuvor etwas über die zunehmende Bedeutung des Leichtmetallrads gesagt. Kurzfristig werden wir hier auch von den derzeit noch bestehenden Anti-Dumpingzöllen für Billig-Importe aus China profitieren. Mittel- bis langfristig sehen wir interessante Wachstumschancen durch den Ausbau unserer Geschäftstätigkeit – und zwar in Vertrieb und Produktion – in China.

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Von: David Gerginov. Über den Autor

David Gerginov publizierte unter anderem zum Thema Schuldenbremse und beschäftigt sich heute mit allen Fragen rund um Wirtschaft, Politik und Finanzen.