Unser Fahrspaß – Ihre Rendite

Autos üben auf viele Fahrer einen magischen Zauber aus. In Folge dessen kann eine Anschaffung auch mal teurer werden. Anlegern gefällt das. (Foto: Semmick Photo / shutterstock.com)

Haben Sie Freude am Fahren? Manchmal klafft zwischen den Slogans der Werbetreibenden und der Realität doch eine beträchtliche Lücke.

Wenn man sich aber einmal den morgendlichen Berufsverkehr, die Schlaglöcher und die kilometerlangen Staus zu Ferienbeginn wegdenkt, haftet dem Autofahren noch immer etwas Romantisches an.

Der Hauch von Freiheit, die Begeisterung für Technik und das dynamische Vorankommen packen auch den vernünftigsten Verkehrsteilnehmer – zumindest ein bisschen.

Maßgeblichen Einfluss auf dieses Image haben Autobauer wie BMW.

Die BMW Group gehört mit ihren Marken BMW, Mini und Rolls Royce zu den weltweit führenden Herstellern von PKW des gehobenen Preissegments.

Motorräder und Finanzdienstleistungen runden die Produktpalette ab.

Der Konzern betreibt 28 Produktionsstätten in 13 Ländern sowie ein globales Vertriebs-Netzwerk mit Vertretungen in über 150 Ländern.

BMW will Spitzenplatz im Premium-Segment

BMW hat im 1. Quartal den Umsatz um 12,4% und den Absatz um 5% auf 587.000 Fahrzeuge gesteigert. In China hat der Konzern sogar 12% mehr Autos verkauft.

Beim Gewinn ging es sogar um 31,5% nach oben.

Verantwortlich war ein um 448 Mio. € verbessertes Finanz-Ergebnis, das wiederum auf einer Höherbewertung von Firmen-Beteiligungen und Rohstoff-Derivaten beruhte.

Zudem profitierte BMW von einem höheren Ergebnis-Beitrag des chinesischen Joint Ventures BMW Brilliance Automotive.

Der Konzern ist zwar erneut auf Rekordkurs, fährt aber dem Konkurrenten Daimler hinterher. Die operative Marge im Pkw-Geschäft sank von 9,4 auf 9%. Daimler erreichte 9,8%.

Auch der Vorsprung in der E-Mobilität wird kleiner. Mit einer Modell-Offensive will BMW wieder die Nr. 1 im Premium-Segment werden.

In den kommenden beiden Jahren sollen 40 neue und überarbeitete Modelle auf den Markt kommen.

Bei BMW stimmt so einiges…

Insbesondere der neue margen- und absatzstarke 5er soll das schwache US-Geschäft wieder ankurbeln.

Hoffnungsträger sind daneben neue Hybrid- und Elektromodelle, von denen BMW in diesem Jahr 100.000 Einheiten verkaufen will. 2016 waren es 62.000.

Doch der Weg zurück an die Spitze kostet viel Geld und drückt vorübergehend auf die Margen.

Zudem hängt der Erfolg der Elektrofahrzeuge entscheidend vom Ausbau der Lade-Infrastruktur ab.

Weitere Risiken sind mögliche Strafzölle in den USA, der BrExit sowie der extrem hohe Anteil der Diesel-Fahrzeuge.

Für BMW sprechen die im Branchen-Vergleich immer noch hohe Rentabilität sowie die attraktive Dividendenrendite.

Auch Anleger haben mit BMW ihren Spaß – v. a. die Dividendenrendite von 4,1% überzeugt.

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Von: Volker Gelfarth. Über den Autor

Der Diplom-Ingenieur lernte die Schwächen und Stärken eines Unternehmens selbst als Manager kennen, bevor er sich voll und ganz der Value-Analyse widmete. Er ist Chefredakteur für die Dienste Aktien-Analyse, Gelfarths Dividenden-Letter, Gelfarths Premium-Depot und Strategisches Investieren.