Unser Finanzsystem steht vor der nächsten Krise

Die Folgen der globalen Finanzkrise 2008/2009 sind noch nicht komplett verdaut, da droht schon die nächste Krise. Lesen Sie hier die Gründe. (Foto: MR.LIGHTMAN1975 / Shutterstock.com)

Es bleibt dabei: Das was wir aktuell erleben ist kein unendlich weiterlaufender Aufschwung der Wirtschaft und Finanzmärkte ohne erkennbare Crashgefahr. Ich bin vielmehr davon überzeugt, dass wir etwas ganz anderes erleben: Die letzten Zuckungen eines tatsächlich übersättigten und damit sterbenden Systems. In letzter Konsequenz wird doch dieses System nur noch mit künstlichen Maßnahmen am Leben erhalten.

Besonders erschreckend finde ich dabei die immer wieder auftauchenden Jubelmeldungen in den Medien. Wirtschaftsminister Peter Altmaier behauptete sogar noch Ende März, dass sich dieser Boom mindestens 15 bis 20 Jahre so fortsetzen werde.

Solche Aussagen stehen in völligen Kontrast zur realen Entwicklung und sind ein Indiz dafür, dass es eben nicht so weitergehen wird wie derzeit. Es erinnert an den Präsidentschaftskandidaten Herbert Hoover der im Jahr 1928 behauptete, dass der Boom der 1920 er Jahre ewig weitergehen und die Armut komplett verschwinden lassen würde. Was kam war aber kein fortgesetzter Boom, sondern die Weltwirtschaftskrise und später daraus folgend der Zweite Weltkrieg.

Aktuelle Euphorie ist sehr gefährlich

Eins muss Ihnen klar sein: Es ist gerade ein Signal für einen Crash, dass es eben kurz davor nur noch sehr euphorische Meldungen gibt. Mich erinnert die aktuelle Euphorie exakt an die unbeschwerte zeit kurz vor der Finanzkrise 2008 – das ist immerhin auch schon wieder 10 Jahre ehr.

Auch damals tauchten immer neue Meldungen über einen ewigen Aufschwung auf. Doch Sie und ich wissen was dann kam. Es folgte die weltweite Finanzkrise 2008/2009 die fast zur Kernschmelze des Finanzsystems geführt hätte.

Viele Investoren haben in dieser Krise sehr viel Geld verloren – auch weil sie den Beteuerungen vieler Börsen-Experten geglaubt hatten. Die hatten die Finanzmärkte als Einbahnstraße nach oben ohne Korrekturgefahr propagiert und so viele Anleger fast ungeschützt in instabile Aktien und andere völlig überteuerte Analgen getrieben.

Und wenn jetzt Politiker massive Aufschwungphasen propagieren, kommt bei mir da doch eine weitere Erinnerung auf. Dieses Mal geht es um die Zeit vor der großen Weltwirtschaftskrise in den späten 1920er Jahren. Tatsächlich waren es die „Goldenden 20er Jahre“ – doch als der Traum platzte erlebten viele Menschen die hässliche Seite des vorherigen Aufschwungs.

Auch damals kannte die Euphorie kaum Grenzen. Noch kurz vor dem Beginn der Weltwirtschaftskrise behauptete etwa der in seiner Zeit sehr anerkannte Ökonom Irving Fisher, dass trotz der schon vorhandenen Kurseinbrüche die Kurse in einigen Wochen wieder höher stehen werden.

Damit lag er komplett falsch und was folgte war die Weltwirtschaftskrise. Durch die Auswüchse der Globalisierung werden heute die Folgen der nächsten Krise und den folgenden Crash sehr viel größer sein. Hier kann ich nur an Sie appellieren, Ihr Vermögen aktiv zu schützen.

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Von: Günter Hannich. Über den Autor

Günter Hannich, Bestseller-Autor und gefragter Experte auf dem Gebiet Kapitalschutz, unter anderem bei n-tv. Er steht mit dem „Crash Investor“ ab sofort zur Verfügung, um sein persönliches Wissen zu teilen. Für Ihre ­Sicherheit.