Unsere drei Pharma-Favoriten

Novo Nordisk hat einmal mehr überzeugende Ergebnisse präsentiert.

In den ersten 9 Monaten stieg der Umsatz um 8,4%, wechselkursbereinigt um 13%, und der Gewinn pro Aktie um 25%. Das operative Ergebnis stieg um 10,2%, wechselkursbereinigt um 17%. Diabetes-Produkte wuchsen um 9% auf 48,4 Mrd dkr und Biopharmazeutika um 7% auf 13,5 Mrd dkr. Überdurchschnittliche Zuwächse von 10% auf 28 Mrd dkr erzielten neue Insulin-Produkte wie NovoMix, NovoRapid und Levemir. Das Antidiabetikum Victoza kam sogar auf ein Plus von 24% auf 8,4 Mrd dkr.

Im 3. Quartal haben sich Umsatz- und Ergebniswachstum abgeschwächt

Die Konkurrenz scheint auch stärker zu werden, denn der Weltmarktanteil verringerte sich im Jahresvergleich von 49 auf 48%. Andererseits hat Novo Nordisk im 3. Quartal auch deutlich mehr in Forschung und Entwicklung und Vertrieb investiert, um die Pipeline zu vergrößern und die globale Expansion voranzutreiben. Besonders in den USA und China will der Konzern noch stärker werden.

Es gibt aber auch negative Nachrichten. Novo Nordisk musste zuletzt 3 Mio Einwegspritzen wegen falscher Insulin-Dosierung zurückrufen. Der Einsatz der Spritzen könnte lebensbedrohlich sein. Zudem lässt die Zulassung von Tresiba in den USA auf sich warten. Die Jahresprognose wurde bestätigt. Wechselkursbereinigt sollen der Umsatz um 11 bis 13% und das operative Ergebnis um 12 bis 15% steigen. 2014 wird sich dann das bereinigte Umsatz- und Ergebniswachstum auf unter 10% abschwächen.

Novo Nordisk bleibt aber ein Kerninvestment im Pharmasektor.

Unternehmensporträt

Der dänische Pharmakonzern Novo Nordisk ist der weltweit führende Hersteller von Insulin zur Diabetes-Behandlung und von Injektions-Systemen. Der globale Marktanteil bei Insulinpräparaten beträgt 48%. Weitere Kernbereiche sind Herstellung und Vertrieb von Wachstumshormonen, Oestrogen- und Gestagen-Präparaten sowie Gerinnungsfaktoren.

STADA profitiert von einer starken generika-Nachfrage in Osteuropa

STADA hat in den ersten 9 Monaten von Zukäufen und der starken Generika-Nachfrage in Osteuropa profitiert. Der Umsatz stieg um 7,8% und der Gewinn um 30,7%. Das Geschäft mit Generika wuchs aber nur um 3,5% auf 903 Mio €. Verantwortlich war die schwache Entwicklung in Deutschland. Hier schrumpfte der Umsatz um 8% auf 314 Mio €, wobei sich der Abwärtstrend im 3. Quartal noch beschleunigte. Im Generika-Segment betrug der Rückgang sogar 12%.

Rezeptfreie Markenprodukte überflügeln Generika

Besser lief es bei den rezeptfreien Markenprodukten. Die Sparte überzeugte mit einem Zuwachs von 15,1% auf 504 Mio €. Erstmals in der Firmengeschichte verdiente STADA aber mehr Geld mit Markenprodukten als mit verschreibungspflichtigen Medikamenten.

Während das operative Ergebnis bei den Markenprodukten um 28% auf 124,6 Mio € stieg, kamen die Medikamente auf ein Plus von 20% auf 119,9 Mio €. In dieser Entwicklung spiegelt sich der besonders in Deutschland zunehmende Preisdruck auf Generika wider, für die von den Krankenkassen zum Teil sehr hohe Rabatte verlangt werden. Insofern beteiligt sich STADA nur noch an Ausschreibungen, die sich auch rechnen.

Für das laufende Jahr hat das Management Umsatz- und Ergebniswachstum in Aussicht gestellt. 2014 soll dann eine Nettorendite von 10% erreicht werden. Um dieses ambitionierte Ziel zu erreichen, muss sich STADA noch mehr auf die Stärkung seiner hoch rentablen Markenprodukte sowie auf Zukäufe in den dynamisch wachsenden Schwellenländern konzentrieren.

Angesichts der starken Position in Osteuropa und des attraktiven Markenangebots ist STADA aber auch selbst ein Übernahmeziel.

Unternehmensporträt

STADA Arzneimittel wurde 1895 in Dresden als Apothekergenossenschaft gegründet und gehört heute weltweit zu den 5 größten Generika-Anbietern. Neben Generika vertreibt das Unternehmen Markenpräparate zur Selbstmedikation, Wellness-Produkte sowie Spezial-Pharmazeutika (Impfstoffe, Krebsmittel).

Höhere Vertriebs- und Forschungskosten belasten Mylan

Im 3. Quartal sank der Umsatz um 2% auf 1,77 Mrd $ und der Gewinn um 25% auf 158,9 Mio $. Und nach 9 Monaten lag der Gewinn pro Aktie auch nur wegen einer geringeren Anzahl Aktien auf Vorjahresniveau. Der tatsächliche Gewinn verringerte sich um 7,3%. Der Umsatz fiel dagegen leicht höher aus. Während aber Generika um 2,6% auf 4,28 Mrd $ nachgaben, legten Markenprodukte um 20,6% auf 825,2 Mio $ zu. Wachstumstreiber war das Antiallergikum Epipen.

Im Gesamtjahr will der Konzern einen Nettogewinn von 630 bis 655 Mio $ erzielen und den Umsatz auf 7 bis 7,4 Mrd $ steigern. Die Ergebnisse könnten noch besser ausfallen, falls die generische Version des Schmerzpflasters Lidoderm noch im 4. Quartal auf den Markt gebracht werden kann.

2014 sollen der Umsatz dann um 12% und der bereinigte Gewinn um 19% zulegen. Zudem wird Mylan weitere 500 Mio $ für Aktienrückkäufe ausgeben. Die Akquisition der indischen Agila soll bis zum Jahresende abgeschlossen sein. Nicht geglückt ist die Übernahme des größeren Konkurrenten Actavis. Der Deal wäre Mylan 15,3 Mrd $ wert gewesen.

Langfristiges Wachstum gesichert

Mylan verfügt über ein wachsendes Portfolio von rund 1.100 Generika und hat auch etliche aussichtsreiche Markenmedikamente im Angebot. Hinzu kommen 179 generische Wirkstoffe, die auf ihre Zulassung warten. Kürzlich erhielt Mylan die Zulassung für ein Generikum des Entzündungshemmers Aciphex. Mit diesem Medikament wurden im letzten Jahr in den USA 830 Mio $ umgesetzt.

Der Aufwärtstrend ist intakt.

Unternehmensporträt

Mylan ist der weltweit drittgrößte Generika-Hersteller und entwickelt über seine Tochtergesellschaften Mylan Pharmaceuticals, UDL Laboratories, Matrix Labs, Bertek Pharmaceuticals und Mylan Tech verschreibungspflichtige Generika. Das Produktportfolio umfasst mehr als 1.100 Generika, die in rund 140 Ländern vertrieben werden. Mylan wurde 1961 gegründet und ging 1973 an die Börse.

23. Dezember 2013

© Verlag für die Deutsche Wirtschaft AG, alle Rechte vorbehalten
Von: Volker Gelfarth. Über den Autor

Der Diplom-Ingenieur lernte die Schwächen und Stärken eines Unternehmens selbst als Manager kennen, bevor er sich voll und ganz der Value-Analyse widmete. Er ist Chefredakteur für die Dienste Aktien-Analyse, Gelfarths Dividenden-Letter, Gelfarths Premium-Depot und Strategisches Investieren.

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