Unsinnige Euro-Angst-Macherei

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„Unsinnige Euro-Angst-Macherei“, nennt Betriebswirt Rainer Heißmann die hoch gepuschte Euro-Krise. (Foto: eyeofpaul/AdobeStock)

„Wem hilft das endlose Gerede um die Krise?“, frage ich mich.

Dient es möglicherweise (auch) dazu, uns Bürgern andere Belastungen aufs Auge zu drücken, ohne dass wir es merken?

So z.B. der unsägliche Vorgang um die Verscherbelung unserer persönlichen Daten, der jetzt glücklicherweise durch die Medien geht und deshalb wohl korrigiert wird?

„Gut, dass Krise ist, das Mäntelchen deckt alles zu“

Lässt sich mit der Krise alles entschuldigen? Solle es ablenken, vom mir kriminell erscheinenden Zockereien der Banken und auch Kommunen?

Es wird gar nicht oft kommuniziert, dass sich auch Kommunen in Richtung von 100 Milliarden Euro auf hochriskante Wetten eingelassen haben. Ich nenne das: kriminelles Verzocken von Steuergeldern. Mancher Politiker mag denken: „Gut, dass Krise ist, das Mäntelchen deckt alles zu.“

Brandaktuelle Euro-Krise ist Unsinn

Derzeit könnte man meinen, wenn heute nicht gehandelt wird, würde morgen die Welt untergehen. So kommt mir das hektische Hin und Her viele Spitzenpolitiker aus Europa oft vor.

Manchmal hilft ein Blick zurück, um die Lage richtig einzuschätzen. Vor rund einem Jahr (!) habe ich an dieser Stelle einen Kommentar geschrieben „ Verlogene Euro-Angst-Macherei“ und diese Schlagzeilen zum (angeblichen) Euro-Tod der Medien genannt (alle aus dem Sommer 2011):

  • Holen Sie Ihr Geld von der Bank, noch geht es
  • Todeskampf des Euro läuft
  • Der letzte Angriff: Dieser zwingt den Euro in die Knie
  • Dieses Jahr stirbt der Euro
  • Fakten zum Todeskampf des Euro
  • Euro-Tod durch Staatsbankrott
  • Der Tod des Euro und die Folgen im Alltag
  • Eiszeit: Der Tod des Euro
  • Euro-Krise: Bundesbürger stürmen die Schalter der Goldhändler
  • Euro-Krise: Die gesamte Euro-Zone ist gefährdet

Vergleichbare Schlagzeilen gab es auch in den Jahren 2007 bis 2009:

  • Ab morgen sind 100 Euro nur noch 9,33 Euro wert
  • Der Euro-Wert verschwindet in Richtung null
  • Schon in Kürze kommt die totale Geldauslöschung.
  • In 2010 können Sie Ihr Geld verbrennen.

Diese o.a. Aussagen sind 1 bis 5 Jahre alt. Damals wurden wir „gewarnt“, dass bald alles Geld verloren ist. Was ist passiert? Der Euro notiert im Vergleich zum US-Dollar etwas niedriger als in 2011.

Das hilft dem Export, der aktuell die Wirtschaft vorantreibt. Der DAX notiert rund 10% unter den Werten von vor 12 Monaten. Das sind normale Index-Schwankungen, die wir seit Jahren haben. Weltuntergang sieht anders aus.

Voriges Jahr habe ich in meinem Kommentar gefragt: „Wer profitiert?“ Das war dieselbe Frage, die ich heute weiter oben gestellt habe. Meine Antwort von vorigem Jahr ist brandaktuell:

Politiker lenken vom Kurs der Beliebigkeit ab

Auch Politiker gehören zu den Profiteuren der hochgeschaukelten Euro-Krise. Sie lenken von ihrem jahrelangen Nichtstun ab, beziehungsweise davon, dass Sie das Übel nicht schon längst an der Wurzel ausgerottet haben.

Jetzt können Sie wieder Geschäftigkeit vortäuschen. Dann halten sie salbungsvolle Reden. Und in einigen Monaten wiederholt sich das „Spiel“ von vorne.

Beachten Sie den letzten Satz: „Und in einigen Monaten wiederholt sich das ‚Spiel’ von vorne.“

Der Satz ist ein Jahr alt. Und was erleben wir heute: Das „Spiel“ läuft und läuft und läuft …

Politiker tun geschäftig, Talk-Shows haben ein Thema, die Nachrichtensendungen berichten. Wer aber vor einem Jahr ins Kloster ging, keine Nachrichten erhalten hat und heute rauskommt, wird sagen: Es hat sich nichts geändert.

Mehr zum Thema: Aufruf zur Euro-Rettung

Euro-Angst-Macherei: was tun?

Deshalb empfehle ich Gelassenheit. Wenn Sie ein gewisses Vermögen haben, sollten Sie es diversifizieren. Stichworte: Immobilien, Aktien, Bargeld, Gold, Silber und „natürlich“ Optionen. Damit bilden Sie eine Basis, mit der Sie das Euro-Krisen-Gerede gelassen beobachten können.

Einen Teil Ihres Vermögens nehmen Sie als Rendite-Hebel. Dafür eignen sich perfekt die genannten bankenunabhängigen Optionen. Kein Risiko, wenn es doch mal eine Bank erwischt und diese insolvent wird, denn Optionen haben keinen Emittenten.

Zum guten Schluss: Am 11.07.1767, also heute vor 245 Jahren, kam John Q. Adams, der spätere 6. Präsident der Vereinigten Staaten von Amerika, zur Welt. Von ihm stammt mein heutiges Zitat:

“Der Besitz ist mit Sicherheit ein Recht der Menschheit, das genauso real ist wie die Freiheit.”

Ich wünsche Ihnen Börsengeschäfte, die Ihren Besitz mehren.

© Rainer Heißmann – Weiterverbreitung nur mit Link auf den Originaltext gestattet

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Rainer Heißmann
Von: Rainer Heißmann. Über den Autor

Rainer Heißmann ist Autor für Wirtschafts- und Börsenfachpublikationen. Mit Heißmanns Börsenkommentar bringt er wochentäglich die Börse auf den Punkt. Seine Stärke: Komplexe Sachverhalte so zu erklären, dass sie jedem verständlich und nachvollziehbar werden.

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