Update E-Mobilität: Große Veränderungen stehen an

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Volkswagen setzt jetzt alles auf die E-Mobilität und will zudem noch eigene Batterien bauen. Was sonst noch wichtig ist in diesem spannenden Sektor erfahren Sie hier. (Foto: Hadrian / Shutterstock.com)

Nun macht Volkswagen Nägel mit Köpfen. Auf der Hauptversammlung hat das Management angekündigt, künftig alles auf die Elektromobilität zu setzen. Das ist ein weiteres starkes Signal für die Zukunft der Mobilität.

Doch Fakt ist auch: Die klassischen Automobilkonzerne haben noch viel aufzuholen – speziell bei der Batterietechnologie. Daher ist es ein weiterer wichtiger Aspekt, dass Volkswagen plant, bald schon in Deutschland eigene Batterien zu produzieren.

Dafür werden große Mengen Lithium benötigt – und genau das ist auch der wichtige Rohstoffaspekt bei diesem Thema. Batterien und deren Reichweite sind immer noch ein ganz entscheidendes Kriterium für den Kauf von E-Fahrzeugen. Genau dazu und zu den weiteren Aussichten für den Lithium-Markt hat mein Kollege Olver Groß, der Chefredakteur des Börsendienstes „Der Rohstoff-Anleger“ in diesen Tagen spannende Zahlen zusammengestellt, die ich Ihnen heute vorstellen möchte:

Tesla hängt bei der Reichweite den neuen Audi e-tron klar ab

Damit elektrisch betriebene Autos im Massenmarkt einen erfolgreichen Durchbruch erzielen können, ist die Batterie-Leistung – explizit die Reichweite – bei den E-Auto-Modellen von großer Bedeutung. Vor allem aus Kundensicht, obwohl die meisten Fahrten bei weniger als 20 Meilen liegen – auch in Deutschland. Das sieht in den großflächigen USA aber natürlich anders aus. Die Analysten von Datenspezialist Elektrek haben nun die Batterie-Reichweite von Audi’s neuer “E-Hoffnung” e-Tron genauer unter die Lupe genommen und mit der von Marktführer Tesla verglichen. Die Ergebnisse sind erstaunlich.

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Bei der nahezu gleichen Batterie-Leistung (ca. 100 Kilowatt pro Stunde) kommen die Model X und S von Tesla auf eine Batterie-Reichweite von 320-380 Meilen (1 Meile = 1,61 Kilometer). Bei Audi’s e-Tron kommt die Batterie-Reichweite gerade einmal auf 200 Meilen – und das nur im absolut vollgeladenen Zustand. Sie sehen erneut, dass Tesla bei der Technologie nach wie vor weit vorne liegt. Dabei sind die entwickelten Batterien in den Modellen S und X bereits einige Jahre alt – das ist absolut eindrucksvoll.

Lithium-Gigant SQM: Nachfrage wird bis 2025 massiv zulegen

Die chilenische SQM ist mit der amerikanischen Albemarle der größte Lithium-Produzent der Welt. Aus diesem Grund verfolge ich die Geschäftsentwicklungen und Prognosen der zwei Lithium-Giganten sehr genau. SQM teilte bei den jüngsten Quartalsergebnissen mit, dass die Konsumenten-Nachfrage im Lithium-Segment weiterhin sehr stark sei und der Ausblick umso besser. SQM erwartet, dass sich die Lithium-Nachfrage bis 2025 um 16-20% pro Jahr erhöhen wird, was absolut massive Wachstumssteigerungen sind. Laut SQM wird die Lithium-Nachfrage im Jahr 2025 knapp 900.000 Tonnen (Karbonat) betragen (ca. 315.000 Tonnen in 2019).

Dabei wird der Großteil der Lithium-Nachfrage natürlich von E-Autos und Energiespeichern kommen, Elektro-Produkte werden aber ebenfalls ordentliche Mengen nachfragen. Für Sie halte ich fest: Das sind sehr gute Aussichten für alle gut aufgestellten Lithiumaktien.“

So weit die aktuellen Angaben von Oliver Groß zur Entwicklung der E-Mobilität und den Auswirkungen auf den Rohstoff-Sektor. Sie sehen deutlich: Hier ist viel in Bewegung und das wird auch die Aktien in diesem Segment weiter antreiben.


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Heiko Böhmer
Von: Heiko Böhmer. Über den Autor

Ob DAX-Titel, Rohstoff oder Emerging Marktes-Aktie: Heiko Böhmer bringt Ihnen in seinem täglichen Newsletter diese Themen näher. Neue Trends findet er dabei vor allem auf den vielen Reisen zu Finanzmessen im In- und Ausland, über die er in seinem Newsletter ausführlich berichtet.