Uran: Als Energieträger weltweit gefragt

Die Bandbreite bei den Rohstoffen ist groß – das gilt für die verschiedenen Metalle genauso wie für den Bereich der Energieträger.

Doch bei der Energie schauen die meisten Investoren zunächst erst einmal auf die Entwicklung des Ölpreises und vielleicht noch auf Erdgas. Das gilt vor allem für die vergangenen Wochen – da stand ohne Frage der Ölpreis im Fokus.

Doch zur Energieerzeugung spielt auch Uran noch immer eine große Rolle. Die Atomenergie spielt zwar bei uns in Deutschland keine große Rolle – aber weltweit sieht das ganz anders aus mit mehr als 450 Reaktoren, die aktuell am Netz sind.

Doch beim aktuellen Preis von gut 37 Dollar pro Pfund haben viele Produzenten große Probleme Geld zu verdienen. Im Jahresverlauf war der Uranpreis im Sommer sogar kurzzeitig auf bis zu 28 Dollar abgesackt. Sollte sich der Preis nicht nachhaltig erholen, sind Probleme beim Angebot schon jetzt vorprogrammiert, denn etliche unrentable Minen müssten geschlossen werden.

Und diese Probleme beim Angebot können schon schneller kommen, als man es derzeit noch erwartet. Im Grunde gibt es gleich verschiedene Faktoren, die dem Uranmarkt schon bald massiv durcheinander wirbeln können.

Zunächst einmal sinken die Lagerbestände beim Uran stetig. Und dieser Prozess wird sich weiter fortsetzen, weil Ende 2013 ein langfristiges Programm zur Umwandlung von altem waffenfähigem Uran in Brennstäbe ausgelaufen ist. Diese Angebotsquelle fällt mittelfristig erst einmal weg.

China setzt massiv auf den Ausbau der Atomkraft

Auf der Nachfrageseite sorgt der massive Ausbau der Atomenergie in China schon bald für deutliche Impulse. Derzeit sind 24 neue Reaktoren im Bau in dem asiatischen Boomland. Zusätzlich befinden sich noch mehr als 40 weitere Reaktoren in der Planungsphase. Doch bei beiden Faktoren werden noch einige Jahre ins Land ziehen, bis sie wirklich ihren vollen Effekt ausspielen.

Bei den Uranaktien verlief das Jahr eher schwach: Cameco, einer der größten Uranproduzenten der Welt, hat seit Jahresanfang fast 13% an Wert verloren. Wie viele andere Uranwerte auch, leidet Cameco noch immer unter den Spätfolgen der Fukushima-Katastrophe im März 2011.

Doch im Gegensatz zur Masse der anderen Produzenten liegt Cameco mit den durchschnittlichen Produktionskosten deutlich unterhalb des aktuellen Marktniveaus. Das bietet auf jeden Fall einen klaren Vorteil.

Grundsätzlich gilt meiner Ansicht nach: Diese Sektor ist sicherlich umstritten – aber aus Investorensicht sehr spannend.

22. Dezember 2014

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Von: Heiko Böhmer. Über den Autor

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