Uran: Das Licht am Ende des Tunnels wird heller

Die Uranbranche hat aktuell große Probleme. Doch die Hoffnungsschimmer werden größer. Das gilt auch für den größten Uranwert an der Börse (Foto: Zadorozhnyi Viktor / Shutterstock.com)

Die Uranbranche hat schwierige Jahre hinter sich. Das gilt für die kleinen Explorationsfirmen genauso wie für die global aktiven Uranproduzenten. Heute möchte ich genauer auf Cameco schauen – den größten börsennotieren Uranproduzenten der Welt.

Das Unternehmen aus Kanada leidet schon seit längerer Zeit unter den niedrigen Preisen. Doch ist es Cameco gelungen, die Krise bislang einigeraßen gut zu meistern. Das sorgt auch für Zuversicht für die weitere Entwicklung – vor allem dann, wenn sich der Uranpreis wieder deutlich erholen sollte.

Fakt ist: Die Branche leidet gleich unter verschiedenen Belastungsfaktoren, die sich nachteilig auf die Urannachfrage ausgewirkt haben und wohl auch noch in diesem Jahr weiterhin negativ auswirken werden.

So haben nach Angaben von Cameco Vorstandschef Gitzel frühzeitige Reaktorstilllegungen, Verzögerungen beim Neubau von Reaktoren, ein langsamer als erwartet einsetzender Neustart von Reaktoren in Japan und einige Regierungsentscheidungen rund um den Globus schlicht und einfach die Unsicherheit für die Branche deutlich erhöht.

Cameco schon die eigenen Reserven für bessere Zeiten

Bei der Masse der Belastungsfaktoren ist eins klar: Eine schnelle Wende wird es beim Uranpreis wohl nicht geben. Allerdings verfolgt Cameco aktuell eine spannende Strategie: Weil die Spotpreise für Uran so niedrig sind, ist es gut möglich, dass Cameco als Urankäufer am Markt aktiv werden wird. Damit werden dann die Lagerbestände erhöht und die eigenen Reserven geschont.

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Meiner Einschätzung nach ist das ein positives Signal: Während andere Firmen eben bereit sind, aktuell ihre Produktion auch zu extrem niedrigen Preisen am Markt zu verkaufen, schränkt Cameco aktuell die eigene Produktion ein – beispielsweise durch die vorübergehende Schließung der wichtigen Mac Arthur River Mine.

Damit Cameco in dem anspruchsvollen Umfeld weiterhin gut arbeiten kann, steht die Kostenkontrolle ganz oben auf der Liste des Managements. Während bei den Produktionskosten der Spielraum für weitere Senkungen gering ist, will das Cameco-Management die Kosten senken, auf die es einen direkten Einfluss hat. So sollen die Explorationskosten um weitere 30% nach unten geschraubt werden. Die direkten administrativen Kosten sollen im Bereich zwischen 14 und 21% sinken.

Positives Signal: Cash-Flow hat klar zugelegt

Die schwierige Marktlage hat auch in der Bilanz Spuren hinterlassen mit einem klaren Nettoverlust. Doch es gibt auch positive Aspekte, denn bei Minenfirmen wie Cameco ist der operative Cash-Flow sehr viel wichtiger. Die Gewinne werden beispielsweise oft von Einmaleffekten belastet – der Cash-Flow zeigt aber an, wie das aktuelle Geschäft wirklich läuft. Und hier hat es im Vergleich zum Vorjahr 2017 einen massiven Anstieg um 90% gegeben.

An der Bilanz von Cameco erkennen Sie, dass es sich manchmal lohnt genauer hinzuschauen. Dennoch bleibt die Marktlage beim Uran weiter angespannt.


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Von: Heiko Böhmer. Über den Autor

Ob DAX-Titel, Rohstoff oder Emerging Marktes-Aktie: Heiko Böhmer bringt Ihnen in seinem täglichen Newsletter diese Themen näher. Neue Trends findet er dabei vor allem auf den vielen Reisen zu Finanzmessen im In- und Ausland, über die er in seinem Newsletter ausführlich berichtet.