Uran: Der langfristige Trend zeigt weiter nach oben

In Deutschland gehört die Atomkraft zum Auslaufmodell im Energie-Mix. Der Ausstieg bis zum Jahr 2022 ist beschlossene Sache. Und auch in anderen Teilen der Welt steht diese Energieform auf dem Prüfstand. Die Branche unterscheidet heute schon eine Phase vor Fukushima und die jetzt noch andauernde Phase nach Fukushima.

Der Unfall dort hat viele Diskussionen ausgelöst, ob die Atomkraft jetzt noch als sichere Energiequelle gelten kann. In Japan selbst sind auch die allermeisten Reaktoren selbst zweieinhalb Jahre nach dem Unfall noch geschlossen.

Und das hat sogar Auswirkungen auf den Weltmarkt: Durch den Ausfall der japanischen Reaktoren besteht aktuell ein klarer Angebotsüberhang auf dem Weltmarkt. Das drückt wiederum auf die Preise: 35 Dollar pro Pfund ist extrem niedrig.

Viele Produzenten haben tatsächlich große Probleme auf diesem Niveau überhaupt profitabel zu produzieren. Der Uranexperte Chris Berry berichtet nun vom SME Global Uranium Symposium, dass die Renaissance der Uranbranche noch auf sich warten lässt.

Neben der Lage in Japan führen viele Experten die schwache Marktlage auch auf das große Angebot und den niedrigen Preis für Erdgas in den USA an. Atomkraft ist also nicht mehr so wettbewerbsfähig wie noch vor einigen Jahren.

Doch Berry bleibt auch weiterhin optimistisch für die weitere Zukunft. Das erklärte er mir auch schon in einem Gespräch auf dem diesjährigen Minenkongress PDAC in Toronto im März. Für Berry bleibt die Angleichung der Lebensstile in den aufstrebenden Ländern Asiens und der westlichen Welt das große Investmentthema der kommenden Jahre oder besser Jahrzehnte.

Uranexperte Berry sicher: „Uran wird immer wichtiger werden“

Und diese Angleichung des Lebensstils kann nur funktionieren, wenn es genügend kostengünstige und verlässliche Energie gibt. Laut Berry ist die Atomkraft genau die richtige Energiequelle für diesen Zweck.

Und die Planungen in Ländern wie China und Indien deuten auch in diese Richtung: China will allein bis zum Jahr 2020 55 neue Reaktoren ans Netz bringen. Auch in Indien läuft ein ambitioniertes Atomkraft-Programm: Der Anteil der Atomkraft an der Energieerzeugung soll bis zum Jahr 2050 von heute 4% auf 35% steigen.

Doch bis dahin ist es noch ein langer Weg – auch für die Uranaktien. Selbst etablierte Produzenten wie Cameco aus Kanada leiden aktuell an der Börse. So notiert die Aktie derzeit noch 35% unter dem Kurs direkt nach der Katastrophe von Fukushima.

Bei kleineren Uranwerten und erst recht bei Explorern sind die Kursverluste in diesem Jahr sogar noch größer. Daher gilt in diesem speziellen Rohstoff-Sektor: Bei Investments auf die großen Unternehmen konzentrieren – aber selbst da gibt es keine Eile zum Einstieg.

10. Oktober 2013

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Von: Heiko Böhmer. Über den Autor

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