Uran: Kommt jetzt endlich die Wende?

Die Welt benötigt weiterhin einen verlässlichen und kostengünstigen Zugang zu Energie. Und die Atomenergie erfüllt diese Kriterien. Das sieht man in Deutschland anders – und so verabschieden wir uns 2022 von dieser Energiequelle. Damit nehmen wir im globalen Kontext aber auch eine Extremposition ein.

In vielen anderen Ländern spielt die Atomkraft schon heute und erst recht in Zukunft eine wichtige Rolle beim Energie-Mix. Und die vergangenen Wochen haben ganz klar gezeigt: Es tut sich wieder etwas beim Uran. Ich hatte diese Trendwende schon sehr viel früher in diesem Jahr erwartet. Aber die weiter andauernden Schließungen eines Großteils der Atomkraftwerke in Japan hatten den Markt noch unter Druck gesetzt.

So hat es aber auch schon zum Teil massive Verschiebungen von neuen Minenprojekten gegeben: Bei Uranpreisen von unter 35 Dollar pro Pfund wie eben derzeit lohnt es sich nicht, neue Minen an den Start zu bringen. Aber in den vergangenen sechs Wochen hat der Uranpreis am Spotmarkt klar zugelegt. Gleichzeitig ging es auch für die Aktien zum Teil kräftig nach oben: Ein Branchenindex aus verschiedenen Uranaktien legte so in sechs Wochen um 16% zu.

Bei der nüchternen Betrachtung des Uranmarktes ergibt sich auf Sicht der nächsten Jahre ein klassisches Bild: Auf der einen Seite haben wir ein nur langsam steigendes Angebot. Auf der anderen Seite haben wir eine klar steigende Nachfrage. Dazu werden viele neue Atomreaktoren und auch die Wiederinbetriebnahme von bestehenden Reaktoren vornehmlich in Japan beitragen.

Niedriger Uranpreis bremst neue Projekte

Sollte der Uranpreis nicht kurzfristig strak anziehen, werden 2014 weitere Minen geschlossen werden müssen. Das erwarten auch die Rohstoffexperten von Raymond James in einem aktuellen Report. So haben kürzlich einige Produzenten die eigenen Prognosen für die Uranmengen in den kommenden Jahren gesenkt.

Klar ist: Uranproduzenten, die schon heute profitabel sind, werden in Zukunft bei den zu erwartenden höheren Preisen erst recht zu den Gewinnern zählen. Laut Raymond James gehört dazu auf jeden Fall der kanadische Produzent Cameco. Das Unternehme wird mit einem Potenzial von knapp 20% zum Kauf empfohlen, weil die Analysten bei der Aktie „mit der schon lange erwarteten Produktionsaufnahme der Cigar Lake Mine Mitte 2014“ einen Katalysator sehen.

Sehr positiv sehen die Raymond James Analysten auch Ur-Energy. Das Unternehmen hat die Produktion in den USA jüngst gestartet und liefert mit der eigenen Lost Creek Mine robuste Zahlen. Die niedrigen Kosten der Produktion werden laut der Analysten ihre volle Wirkung erst bei steigenden Uranpreisen ausspielen.

Sie sehen: Der Rohstoff-Sektor hat viel mehr zu bieten als nur Gold und Silber. Oft ist der Blick über den Tellerrand hinaus nicht nur spannend sondern kann auch sehr lukrativ sein.

5. Dezember 2013

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Von: Heiko Böhmer. Über den Autor

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