Uranaktien: Das sind die Gewinner der niedrigen Uranpreise

Der niedrigste Uranpreis seit neun Jahren belastet viele Produzenten. Aber selbst in dieser angespannten Lage gibt es noch einige Gewinner. (Foto: phongphan / Shutterstock.com)

Schon seit längerer Zeit tauchen immer wieder Schlagzeilen über ein Uran-Comeback auf. Und bei einem aktuell extrem niedrigen Preis ist das auch naheliegend. Doch leider hat die Sache einen Haken: Das Comeback kommt nicht. Vielmehr verschlechtert sich die Lage nun sogar noch weiter.

Stellen Sie sich vor: Erst vor einigen Tagen sackte der Uranpreis auf den niedrigsten Stand seit neun Jahren. Das Pfund Uran kostet so am Spotmarkt nur noch 32,50 Dollar. Und auf diesem Niveau wird es für immer mehr Produzenten schwierig überhaupt noch profitabel zu arbeiten.

Das zeigen jetzt auch wieder die Zahlen vom großen kanadischen Produzenten Cameco. Im ersten Quartal sind die Gesamtkosten der Produktion im Vergleich zum Vorjahr um 14% auf 33,40 Dollar pro Pfund angestiegen. Daran sehen Sie: Sollte der Preis längere Zeit auf dem aktuellen Niveau verharren, verliert Cameco Geld.

Allerdings verkauft Cameco das Uran in den allermeisten Fällen auf der Basis längerfristiger Verträge. Daher lag jetzt auch der erzielte Durchschnittspreis im ersten Quartal noch bei 46,60 Dollar pro Pfund. Dennoch besteht die Gefahr eines weitern Absenken des Preises. Und kurzfristig sehen viele Experten auch wenig Potenzial für stark steigende Preise.

Cameco gehört zu den Topwerten aus dem Uransektor

Auch dafür bietet der aktuelle Quartalsbericht von Cameco einige Hinweise. So erwartet der kanadische Hersteller kurz- bis mittelfristig keine Entspannung der Lage am Uranmarkt. Doch langfristig sind die Fundamentaldaten weiterhin positiv – und zwar weltweit. Nach Angaben von Cameco sind aktuell 70 Reaktoren weltweit in Bau. Und auf Sicht der kommenden zehn Jahre sollen eben bis zu 93 neue Reaktoren weltweit ans Netz gehen. Diese neuen Standorte wird nach Schätzungen von Cameco die jährliche Urannachfrage von aktuell 170 Mio. Pfund auf dann 240 Mio. Pfund Uran anstiegen lassen.

Und für diese neue Nachfrage ist Cameco auf jeden Fall gut positioniert: Mit der neuen gigantischen Cigar Lake Mine in Kanada wird Cameco zusammen mit dem Projektpartner Areva ab 2018 bei der vollen Produktionsleistung allein 18 Mio. Pfund Uran pro Jahr produzieren.

Cameco ist sicherlich ein spannender Wert aus dem Uransektor. Doch die Schwankungen sind enorm. So sorgten positive Nachrichten aus Japan über die Wiedereröffnung einiger stillgelegter Reaktoren für einen wahren Kursschub bei vielen Uranproduzenten – so auch Cameco. Doch nach dem rapiden Kursanstieg von rund 20% nun wieder deutliche Abschläge und die Aktie notiert auf dem gleichen Niveau wie zum Jahresanfang. Mein Fazit: Die Lage hat sich also stabilisiert – aber ein Comeback sieht doch anders aus.


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Von: Heiko Böhmer. Über den Autor

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