Uranaktien im Abseits – das kann sich schnell ändern

Stift Kurse Geld – shutterstock_458336038 William Potter

Atomenergie und damit Uranaktien sind aktuell an der Börse nicht im Trend. Doch das kann sich schnell ändern, denn dieser Markt bleibt spannend. (Foto: William Potter / Shutterstock.com)

Ein Sektor spielt in Deutschland bei der Betrachtung der Rohstoffe keine wirkliche Rolle. Ich rede hier von Uranaktien. Das hat auch einen guten Grund: Deutschland ist dabei, die Atomenergie als verlässliche Energiequelle abzuschalten. Ende 2022 ist eben Schluss mit Atomstrom aus Deutschland. Bei der aktuellen aufgeheizten Debatte um CO2-Emissionen hat die Atomenergie sogar einige Freunde bei den Klimaaktivisten – aber natürlich nicht in Deutschland.

Bei uns wird eben diese verlässliche Energiequelle abgeschaltet und auch die Kohlekraftwerke werden abgeschaltet und dann hoffen wir (etwas überspitzt formuliert) auf jeden Menge Sonne und viel Wind, damit auch weiterhin der große Energiebedarf einer Industrienation wie Deutschland lückenlos abgedeckt werden kann.

Worum es mir an dieser Stelle natürlich geht, ist der Investmentaspekt des gesamten Themas. Den gibt es eben in Form von Uranaktien – und die sind derzeit extrem niedrig bewertet an der Börse. Das hat auch seinen Grund: So hat die globale Nummer 1 der Uranproduzenten schon im vergangenen Jahr eine große Mine erst einmal stillgelegt, um das Uranagebot einzuschränken und so den Preis zu stützen.

Bislang hat das noch nicht den erwünschten Erfolg gehabt, wie die Zahlen von Cameco jetzt gezeigt haben. Unterm Strich hat das kanadische Unternehmen sogar einen kleinen Verlust eingefahren. Und wenn schon der größte Anbieter aktuell kein Geld verdient, ist das kein gutes Zeichen für den gesamten Sektor. Das mag so sein – doch diese extrem negative Stimmung am Uranmarkt wird nicht ewig anhalten.

Uranpreis zuletzt mit Erholung – aber die Aktien sind weiterhin schwach

Immerhin hat sich der Marktpreis zuletzt klar nach oben bewegt. Doch die Aktien haben weiter unter Druck gestanden. Bei Uranaktien sehen wir derzeit ein Phänomen, was immer wieder an der Börse zu beobachten ist: Der Kurs der Aktie passt nicht zum Wert des Unternehmens. Es gibt eben Phasen, in denen bestimmte Aktien oder bestimmte Branchen an der Börse nicht gefragt sind.

Da schauen viele Investoren gar nicht auf die guten Bilanzdaten – sondern stehen dem gesamten Sektor erst einmal kritisch gegenüber. Genau das erleben wir derzeit bei Uranaktien. Hier spielen die Kennzahlen gar keine Rolle mehr. Es ist schlicht und einfach kein Interesse für den Sektor vorhanden.

Aber für langfristige Investoren bieten solche Phasen sehr gute Chance erfolgreiche Positionen aufzubauen. Doch eins ist auch klar: Bevor es nach oben geht, kann es noch weiter deutlich nach unten gehen – speziell in den eher ruhigen Augustwochen. Doch viele Signale sprechen für ein wieder steigendes Interesse an Uran und den passenden Aktien.


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Heiko Böhmer
Von: Heiko Böhmer. Über den Autor

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