Uran-Ausblick: Angebots-Kürzung stützt den Preis

Edelmetalle stehen an sich im Fokus hier bei den Rohstoff-Giganten.

Doch die Palette der Rohstoffe ist viel weiter gefasst; auch Energie-Rohstoffe wie Öl sind extrem spannend.

Dazu habe ich Ihnen einen aktuellen Markt-Überblick am Anfang der Woche gegeben.

Uran in Deutschland aus dem Fokus geraten

Ein Energie-Rohstoff, der in Deutschland kaum eine Rolle spielt, ist hingegen Uran.

Seitdem der Atom-Ausstieg in Deutschland klar ist, spielt in der öffentlichen Wahrnehmung die Atom-Energie kaum noch eine Rolle.

Doch eines muss Ihnen hier bewusst sein: Deutschland nimmt mit dem Atom-Ausstieg eine Sonderrolle im internationalen Vergleich ein.

Weltweit werden immer weiter neue Kernkraftwerke gebaut und diese Kernkraftwerke benötigen große Mengen an Uran.

Uranpreis aktuell extrem niedrig

Allerdings befindet sich der Markt schon seit geraumer Zeit in der Krise.

Das lässt sich am aktuellen Preisniveau festhalten: Mit nur noch rund 20 Dollar pro Pfund ist der Uranpreis auf ein Niveau abgesunken, was wir zuletzt im Jahr 2005 gesehen haben.

Auf diesem Niveau wird es für immer mehr Unternehmen schwierig, überhaupt noch Geld zu verdienen.

Viele Konzerne sind aktuell überhaupt noch in der Gewinnzone, weil sie von längerfristigen Verträgen profitieren.

Diese Verträge sind zu Zeiten abgeschlossen worden, als der Preis für Uran noch bei 50 Dollar oder mehr lag.

Anders als bei anderen Metallen gibt es eben gerade beim Uran zwischen den großen Versorgern und den Produzenten langfristige Lieferverträge.

Hier sind die Preise festgeschrieben, die für beide Seiten Sicherheit bieten.

Allerdings hat das Volumen dieser Verträge in den vergangenen Jahren deutlich abgenommen. Das ist auch verständlich aus Sicht der Versorger:

Es ist eben einfacher, Uran am freien Markt jetzt einzukaufen, als auf die langfristigen Liefer-Verträge zu setzen, die womöglich höhere Preise beinhalten.

Kasachstan kürzt Uran-Angebot um 10% – das stützt den Preis

Zuletzt war auch immer genügend Uran am freien Markt, dem sogenannten Spotmarkt, vorhanden.

Das könnte sich jetzt allerdings ändern, denn Kasachstan hat jetzt eine Produktions-Kürzung um 10% angekündigt, um so auf das extrem niedrige Preisniveau zu reagieren.

Nun ist Kasachstan nicht irgendein uranproduzierendes Land. Kasachstan ist die weltweite Nr. 1. Insofern hat diese Maßnahme auf jeden Fall auch Signal-Wirkung für den weltweiten Markt.

Allerdings steht diese Produktions-Kürzung von 10% in Kasachstan nur für ein Absinken der weltweiten Produktion um 3%.

Dennoch ist es ein klares Signal für den weltweiten Uranmarkt. Daher sollte auf dem aktuellen Niveau das Abwärts-Risiko abgedämpft sein und kurzfristige Preisaufschläge wieder möglich sein.

16. März 2017

© Verlag für die Deutsche Wirtschaft AG, alle Rechte vorbehalten
Von: Heiko Böhmer. Über den Autor

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