Uranmarkt: Nach Preisschub wieder interessant

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Lange Zeit fiel der Uranpreis deutlich. Doch zuletzt hat sich der Preis wieder erholt und auch die Kurse der Uranaktien angeschoben. (Foto: gopixa / Shutterstock.com)

Regelmäßig schaue ich an dieser Stelle auf einen Markt, der in der öffentlichen Wahrnehmung in Deutschland keine Rolle mehr spielt. Ich rede hier vom Uran. Seit dem der Atomausstieg in Deutschland beschlossen ist, steht diese Form der Energiegewinnung im Abseits. Doch damit ist Deutschland eine klare Ausnahme. In vielen anderen Ländern befinden sich nicht nur etliche neue Reaktoren im Bau. Viel Standorte werden sogar erst geplant.

Und nach Jahren der Krise hat sich der Uranpreis in den vergangenen Monaten deutlich erholt. Das lag sicherlich auch an einigen strategischen Entscheidungen innerhalb der Branche. Große Produzenten haben Produktionskapazitäten im vergangenen Jahr geschlossen, und so einen Druck am Uranmarkt aufgebaut.

Das hat sich jetzt zuletzt auch in deutlich gestiegenen Preisen niedergeschlagen. Damit sind die Bilanzen vieler Uranunternehmen besser ausgefallen als zuletzt. Daher lohnt es sich an dieser Stelle einmal genau zu schauen wie die globale Nummer 1 der Uranproduzenten derzeit am Markt steht. Das Unternehmen heißt Cameco und kommt aus Kanada.

Cameco hat 2018 die eigenen Vorgaben klar erfüllt

Das Unternehmen ist mit der Entwicklung 2018 sehr zufrieden, denn die eigenen Vorgaben wurden erfüllt. Unterm Strich blieb jetzt ein Nettogewinn von 166 Mio. Dollar. Wie erwartet ging die Produktion zurück, denn bei der extrem wichtigen McArthur River / Key Lake Mine kam es zu einer zeitlich befristeten Schließung. Cameco konnte die Ertragskraft jedoch steigern, denn einige Maßnahmen im administrativen Bereich und geringere Investitionen sorgten für sinkende Kosten.

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Und der Blick auf den Aktienkurs zeigt ganz deutlich: Der Uranproduzent Cameco hat eine sehr gute Performance in den vergangenen 12 Monaten erreicht. Während große Indizes wie der DAX auf Sicht von 12 Monaten knapp 10% an Wert verloren haben, schaffte hier die Cameco-Aktie einen Zuwachs von 50%.

Aber hier darf man sich von dieser guten Performance auf Jahressicht auch nicht blenden lassen. Davor mussten die Aktionäre bei Cameco eine lange Durststrecke durchstehen. Zwar wird weltweit viel Uran benötigt, doch über Jahre hinweg war auch genügend Uran vorhanden.

Das hat sich 2018 durch die Minenschließungen deutlich geändert. Dabei hat eben nicht nur Cameco für ein geringeres Angebot gesorgt, sondern auch das wichtige Uranland Kasachstan. Auch hier wurden große Kapazitäten erst einmal stillgelegt.

Hier sehen Sie, dass dies durchaus ein Mittel sein kann, bei kleineren Märkten das Angebot nachhaltig zu beeinflussen. Besonders große Chancen haben solche Maßnahmen auch dann, wenn das wegfallende Angebot nicht schnell von anderen großen Produzenten übernommen werden kann – genau das ist der Fall beim Uran. Insofern haben die Maßnahmen hier funktioniert. Spannend wird es nur, wenn sowohl Cameco als auch die Minen in Kasachstan wieder in Produktion gehen und so das Angebot deutlich steigt.


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Heiko Böhmer
Von: Heiko Böhmer. Über den Autor

Ob DAX-Titel, Rohstoff oder Emerging Marktes-Aktie: Heiko Böhmer bringt Ihnen in seinem täglichen Newsletter diese Themen näher. Neue Trends findet er dabei vor allem auf den vielen Reisen zu Finanzmessen im In- und Ausland, über die er in seinem Newsletter ausführlich berichtet.