Urban Outfitters: Einzelhändler meldet überraschend schwache Zahlen

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Urban Outfitters: Anleger senken nach überraschend starkem Gewinneinbruch den Daumen. Beinahe 30% des Börsenwertes haben sich in zwei Wochen in Luft aufgelöst (Foto: crystal51 / Shutterstock.com)

Die Reaktion der Anleger auf die präsentierten Zahlen zur Geschäftsentwicklung fiel deutlich aus: Um mehr als 10% sackten die Urban Outfitters-Aktien in letzten beiden Tagen in den Keller. Damit haben die Papiere des US-Einzelhändlers seit Mitte Februar fast 30% ihres Wertes eingebüßt. Der Grund für das schwache Abschneiden lag in einem satten Gewinneinbruch im abgelaufenen Geschäftsjahr, der die Anleger scharenweise aus der Aktie fliehen ließ.

Urban Outfitters im Portrait

Urban Outfitters bezeichnet sich selbst als einen innovativen, spezialisierten Einzelhändler, der eine Produktpalette an Lifestyle-Gütern einer genau definierten Kundenklientel auf emotionaler Ebene näher zu bringen versucht. Dies geschieht durch die Urban Outfitters Ladengeschäfte in den Vereinigten Staaten von Amerika, Kanada und Europa sowie online und über einen Katalog.

Die Marke Urban Outfitters richtet sich an junge Erwachsene mit einem Merchandising-Mix aus Damen- und Herrenbekleidung, Schuhen, Schönheits- und Wellnessprodukten, Accessoires, Aktivbekleidung und -ausrüstung, Haushaltswaren sowie Musik, hauptsächlich Vinyl-Schallplatten und Kassetten. Ein Großteil der Waren wird von der Großhandelssparte des Unternehmens auf mehreren Eigenmarken entworfen und produziert.

Massiver Gewinneinbruch in 2019

Mit den vorgelegten Zahlen konnte Urban Outfitters bei seinen Anlegern nicht punkten. Während die Umsätze in 2019 um 0,8% auf 3,98 Milliarden Dollar nach oben kletterten, musste die Gesellschaft beim Gewinn kräftige Einbußen hinnehmen. Unter dem Strich schmolz der Nettogewinn im Vergleich zum Vorjahr um satte 43,6% auf 168,1 Millionen Dollar zusammen. Vor allem der Abbau der hohen Lagerbestände über eingeräumte Rabatte drückte auf die Gewinne.

Schlussquartal deutlich unter den Erwartungen

Auch ein Blick auf das letzte Quartal zeigt Ihnen, dass es derzeit im Getriebe knirscht. Zwar verbesserte sich der Umsatz Dank des starken Online-Geschäfts um 4% auf 1,17 Milliarden Dollar, aber der Gewinn lag lediglich bei 19,5 Millionen Dollar und damit deutlich unter dem Vorjahresniveau (86,41 Millionen Dollar) Beim bereinigten Gewinn blieben 50 Cent je Aktie übrig. Für Sie zum Vergleich: Die Analysten in den Banken waren im Vorfeld der Zahlen von einem Gewinn je Anteilschein in Höhe von 63 Cent ausgegangen.

Coronavirus bedroht Lieferkette

Auch für das aktuelle Geschäftsjahr sieht es durchwachsen aus. Das Management gab zwar keine konkrete Prognose für das erste Quartal ab, sagte aber, dass es auf dem Weg zu einem vergleichbaren Umsatzwachstum im niedrigen bis mittleren einstelligen Bereich sei.

Zugleich stimmte Firmenboss Richard Hayne seine Anleger auf anhaltende Herausforderungen im Großhandelbereich und bei der Bruttomarge ein, die voraussichtlich um 1 Prozentpunkt sinken wird. In Bezug auf das Coronavirus sagte Hayne, dass das Unternehmen den Prozentsatz der aus China bezogenen Waren in den letzten zwei Jahren von 40% auf 15% reduziert habe. Dennoch könnte es zu einer spürbaren Verlangsamung der Produktion in China im April und Mai und damit zu Lieferverzögerungen kommen.

Analysten weder Fisch noch Fleisch

Bei den Analysten ist im Moment weder große Euphorie noch Pessimismus zu erkennen. Über zwei Drittel der Banker stufen die Aktie als Halteposition ein, während der Rest die Aktie zum Kauf empfiehlt. Bei einem erwarteten Gewinn je Aktie von 1,96 Dollar handelt die Aktie aktuell mit einem Kurs-Gewinn-Verhältnis von 10.

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Von: Richard Mühlhoff. Über den Autor

Richard Mühlhoff analysiert die realen Anlageentscheidungen der weltbesten Investoren, wie etwa Warren Buffett oder David Tepper. Die kollektive Intelligenz dieser ausgemachten Top-Investoren ist das Erfolgsgeheimnis des Börsendiensts „Investment-Elite“.