US-Aktienmärkte erreichen neue Rekordhochs

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Die US-Aktienmärkte erreichten in jüngster Vergangenheit neue Rekordhochs. Es ist aber stark zu bezweifeln, dass die Rekordjagd ewig weitergehen wird. (Foto: Kamira / Shutterstock.com)

In deutschen Landen vergeht ja momentan kaum ein Tag ohne massive Gewinnwarnung und Kurssturz einzelner Papiere am Aktienmarkt. Gleichzeitig marschieren die US-Aktienmärkte weiter nach oben. Wir erleben derzeit eine krasse Abkopplung der europäischen Märkte von den USA. Am vergangenen Freitag gingen alle drei großen US-Indizes auf Rekordhochs aus dem Handel. Diversen Marktberichten zufolge werden die US-Indizes momentan von der Aussicht auf eine dauerhaft ultra-expansive Geldpolitik der großen Notenbanken, allen voran der Fed, regelrecht nach oben gepeitscht.

Der Chef der US-Notenbank, Jerome Powell, hatte ja in der vergangenen Woche in einer Anhörung vor dem US-Kongress eine Zinssenkung noch im Juli in Aussicht gestellt. Herr Evans, Präsident der Fed von Chicago und Mitglied des maßgeblichen Offenmarktausschusses der US-Notenbank, merkte am Freitag ferner an, dass er wegen der sehr tiefen Inflation nervös sei und es daher möglicherweise gar eine ganze Serie von Zinssenkungen geben werde. Anders formuliert, auch die US-Notenbanker sorgen sich tendenziell eher vor De- als vor Inflation. Das ist schon beachtlich.

Märkte extrem hoch bewertet

Trotz der berechtigten Deflationssorgen der Notenbanker herrscht an den US-Aktienmärkten Party-Stimmung vor. Einmal mehr sind es wenige extrem hochkapitalisierte Tech-Aktien, die die Indizes nach oben hieven. Seit Jahresanfang konnte der von den Tech-Schwergewichten dominierte Nasdaq 100 um mehr als 25 Prozent an Wert zulegen. Der Dow Jones Index schaffte indes nur ein Plus von gut 17 Prozent; beim breiten Standardindex S&P 500 lag das Plus bei um die 20 Prozent. Allein diese exorbitant hohen Kursgewinne sollten selbst optimistische Zeitgenossen zur Vorsicht ermahnen. So kann und wird es sicherlich nicht dauerhaft weitergehen.

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Gerade auch mit Blick auf die historisch fast schon einmalig hohe Bewertung. Aktuell liegt das für langfristige Investoren exorbitant wichtige Shiller-KGV für den S&P 500 bei fast 31. Zum Vergleich, im langfristigen historischen Schnitt wurde bei dieser Bewertungskennziffer ein Wert von um die 16 aufgerufen. Selbst bei einer Kurshalbierung würde es sich folglich nicht um ein Super-Schnäppchen handeln.

Ähnlich sieht es bei der Dividendenrendite aus. Diese liegt aktuell beim S&P 500 bei mageren 1,86 Prozent. Zum Vergleich, aktuell bekommt man ebenfalls knapp zwei Prozent risikolose Rendite am kurzen Ende des US-Rentenmarkts. Und im langfristigen Durchschnitt lag die Dividendenrendite beim S&P 500 bei über vier Prozent.

Ja, liebe Leser, die Sommerrallye am US-Aktienmarkt steht auf tönernem fundamentalem Boden. Die exorbitant hohen Risiken sind gar nicht eingepreist. Es ist daher nur eine Frage der Zeit, ehe sich das aus fundamentaler Betrachtung bestehende Abwärtspotential entfaltet. Wie schon gesagt, selbst bei einer Halbierung der Indizes wäre kein langfristiges Super-Schnäppchen-Niveau erreicht…


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Günter Hannich
Von: Günter Hannich. Über den Autor

Günter Hannich, Bestseller-Autor und gefragter Experte auf dem Gebiet Kapitalschutz, unter anderem bei n-tv. Er steht mit dem „Crash Investor“ ab sofort zur Verfügung, um sein persönliches Wissen zu teilen. Für Ihre ­Sicherheit.

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