US-Aktienmarkt ist nach wie vor fundamental überbewertet

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In den ersten Wochen des Jahres 2019 ging es am US-Aktienmarkt wieder nach oben. Das Ende der Fahnenstange dürfte aber bald erreicht sein. (Foto: Kamira / Shutterstock.com)

In den ersten Wochen des Jahres 2019 ging es am US-Aktienmarkt wieder steil nach oben. Der marktbreite S&P 500 konnte fast elf Prozent zulegen. Mittlerweile schickt sich der Index an, in den Bereich um 2.800 Punkte vorzudringen. Spätestens auf diesem Niveau werden sich die Bullen extrem schwer tun, den Index noch weiter nach oben zu hieven. Fakt ist, dass in dieser Zone starke charttechnische Widerstände lauern. Zum anderen dürften spätestens dann die fundamentalen Bären mit ihren gewichtigen Argumenten aus dem Winterschlaf erwachen.

Historisch hohe Bewertung

Angesichts der nach wie vor exorbitant hohen Bewertung kann die aktuelle Rallye wahrlich als wilder „Ritt auf der Rasierklinge“ bezeichnet werden. An der Stelle wollen wir uns nur ein paar einschlägige historische Bewertungskennziffern ansehen. In diesen zinsarmen Zeiten wird von den Bullen ja immer wieder das Argument in den Raum gestellt, dass die Dividenden der „neue Zins“ seien und folglich es keine Alternative zur Aktienanlage gibt.

Nicht erwähnt wird indes, dass gerade auch die Dividendenrendite mit Blick auf den S&P 500 ebenfalls historisch niedrig ist. Aktuell liegt selbige bei gut 1,9 Prozent. Im langfristigen historischen Schnitt lag die Dividendenrendite aber im Bereich um 4,3 Prozent. Und in dem Kontext sei nur am Rande darauf hingewiesen, dass die Rendite von US-Staatsanleihen mit einer Laufzeit von einem Jahr aktuell bei gut 2,5 Prozent liegt. Warum sollten sich Investoren also auch gerade in Relation zu den US-Anleiherenditen das ungleich höhere Aktienrisiko antun?

Hinzu kommt, dass der US-Markt selbst mit Blick auf das „normale“ Kurs-Gewinn-Verhältnis alles andere als ein Schnäppchen ist. Aktuell liegen wir hier bei einem Wert von über 21. Der langfristige historische Durchschnittswert liegt bei gut 15. An der Stelle sparen wir uns den Hinweis, dass die Überbewertung beim Shiller-KGV noch substanziell höher ausfällt.

Ja, liebe Leser, das Chance-Risiko-Verhältnis spricht wahrlich nicht für ein Engagement am breiten US-Aktienmarkt. Im Gegenteil, das aktuelle Niveau kann sehr wohl dazu genutzt werden, Bestände abzubauen. Risikobewußtere Investoren können im Bereich um 2.800 zumindest darüber nachdenken, Short-Positionen auf- bzw. auszubauen. Last but not least sei kurz und knapp angemerkt, dass sich der deutsche Markt von einer Baisse an der Wall Street nicht abkoppeln kann. Nach wie vor gilt das alte „bonmot“: „Wenn die Wall Street hustet, bekommt der Dax eine Erkältung.“

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Günter Hannich
Von: Günter Hannich. Über den Autor

Günter Hannich, Bestseller-Autor und gefragter Experte auf dem Gebiet Kapitalschutz, unter anderem bei n-tv. Er steht mit dem „Crash Investor“ ab sofort zur Verfügung, um sein persönliches Wissen zu teilen. Für Ihre ­Sicherheit.

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