US-Arbeitsmarkt: Der große Jobboom geht zu Ende

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Lange Zeit ist die Arbeitslosenquote in den USA deutlich gesunken. Doch jetzt steigt die Zahl der Entlassungen an. (Foto: Kamira / Shutterstock.com)

Die Krisenanzeichen nehmen immer mehr zu. Dafür reicht schon ein Blick auf den US-Arbeitsmarkt. Bis vor kurzem war der US- Arbeitsmarkt extrem stark und die Arbeitslosenquote in der größten Volkswirtschaft der Welt sackte mit weniger als 4% auf den niedrigsten Stand seit den 1970er Jahren.

Doch in den vergangenen Monaten hat sich etwas zum Negativen verändert. Und damit verdichten sich die Anzeichen dafür, dass die betriebliche Aktivität in den USA nachlässt. Anders als bei uns in Deutschland besteht für das laufende Jahr in den USA noch keine Rezessionsgefahr. Ein massiver Anstieg bei den Entlassungen sorgt aber auch dort schon mal für ein wichtiges Signal.

Und so ist die Anzahl der Entlassungen im August um 38% im Vergleich zum Juli angestiegen. Das haben die Arbeitsmarktexperten von Challenger & Gray herausgefunden. Und hier muss ich ganz ehrlich sein: Wenn etwas in einem Monat um 38 % ansteigt, ist das schon eine massive Veränderung. Experten gehen von einer Fortsetzung des Trends bis zum Jahresende aus.

Tatsächlich hat es so schwache Daten vom Arbeitsmarkt seit der letzten Finanzkrise im Jahr 2009 nicht mehr gegeben. Eine spannende Tatsache dabei: Der Stellenabbau hat sich zuletzt vor allen Dingen auch im Bereich des Gesundheitssektors abgespielt. Genau dieser Sektor war es, der den letzten Jobboom in den USA mit angefeuert hatte. Tatsächlich werden auch zahlreiche Jobs im Tech-Sektor und im verarbeitenden Gewerbe abgebaut.

Folgen des US-China-Handelskonflikts schlagen auf den Arbeitsmarkt durch

Mittlerweile ist es ebenso, dass die negativen Wirkungen des Handelskonflikts zwischen den USA und China sichtbar werden. Das gilt auch für Deutschland und auch für das verarbeitende Gewerbe in unserem Land. Im Juli gingen beispielsweise die Auftragseingänge im Vergleich zum Vormonat um 2,7 % zurück. Vor allen Dingen die deutlichen Rückgänge bei Aufträgen aus nicht EU-Ländern haben diese Entwicklung mit unterstützt. Wichtig für Sie zur Einordnung: Die vorveröffentlichten Prognosen hatten nur einen Rückgang von 1,5 % erwarten lassen.

Damit steigt das Rezessionsrisiko in Deutschland weiter deutlich an. Wie Sie wissen, ist die deutsche Volkswirtschaft im zweiten Quartal des laufenden Jahres schon um 0,1% geschrumpft. Für das laufende Quartal sehen viele Experten keine Erholung. Und wenn in zwei Quartalen hintereinander die Wirtschaftsleistung eines Landes sinkt, spricht man von einer Rezession. Die ist natürlich auf dem Niveau von -0,1% noch gering. Doch hier geht es vielmehr um die Tendenz, die dadurch ausgedrückt wird.

Unsere gesamte Konjunktur ist auf Wachstum ausgelegt. Wenn es dann an einer Stelle hakt und die Konjunktur schrumpft, hat das sehr schnell massive Auswirkungen auf den gesamten Wirtschaftskreislauf. Daher erwarte ich auch einen stürmischen Herbst an den Finanzmärkten mit sinkenden Kursen auf breiter Front. Denn eins ist für mich ganz klar: die aktuell hohen Kostenniveaus und ein DAX-Stand von 12.000 Punkten haben mit der wirtschaftlichen Realität nicht mehr viel zu tun.

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Günter Hannich
Von: Günter Hannich. Über den Autor

Günter Hannich, Bestseller-Autor und gefragter Experte auf dem Gebiet Kapitalschutz, unter anderem bei n-tv. Er steht mit dem „Crash Investor“ ab sofort zur Verfügung, um sein persönliches Wissen zu teilen. Für Ihre ­Sicherheit.

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