US-Automobilhersteller erobern Marktanteile zurück

Die großen Hersteller der USA ringen der Konkurrenz auf heimischem Terrain zwei Jahre nach dem Beinahe-Aus kräftig Marktanteile ab. (Foto: phongphan / Shutterstock.com)

Die großen Hersteller der USA ringen der Konkurrenz auf heimischem Terrain zwei Jahre nach dem Beinahe-Aus kräftig Marktanteile ab.

Detroit schlägt zurück. Die großen Hersteller der USA ringen der Konkurrenz auf heimischem Terrain zwei Jahre nach dem Beinahe-Aus kräftig Marktanteile ab.

Die US-Autohersteller melden rasante Verkäufe und Marktanteilsgewinne, nur zwei Jahre nachdem sie um das Überleben kämpften.

Ford verzeichnete gerade mit einem Gewinn von 2,6 Mrd. Dollar das beste Ergebnis seit 1998 in einem ersten Quartal. Der Zuwachs gegenüber dem Vorjahr beträgt 22%.

Bei General Motors verdreifachte sich der Nettogewinn im ersten Quartal 2011 auf 3,2 Mrd. Dollar.

Marktanteile: Amerikaner kaufen kleinere Autos

Für das steile Comeback gibt es mehrere Gründe. Erstens wächst der Markt derzeit fulminant. Und das hat ausgerechnet mit steigenden Benzinpreisen zu tun.

Denn viele Amerikaner legen sich jetzt kleinere Autos zu. Der Absatz kleiner PKW nahm in den vergangenen 12 Monaten um 40% zu. Ihr Anteil an allen Verkäufen der Industrie liegt jetzt bei 24%.

Das waren 2010 noch 18% gewesen. Mit mehr kleineren Autos im Programm profitieren die US-Hersteller von dem Trend.

Zweitens profitieren sie auch von der Schwäche der japanischen Konkurrenz, die mehr als alle Mitstreiter in der Autobranche unter den Lieferschwierigkeiten nach dem verheerenden Erdbeben leidet.

Toyota, Honda und Nissan mussten ihre Produktion in den USA im April stärker drosseln als alle anderen Hersteller. Die Folge: Der Marktanteil bei Toyota ging von 16% auf 13,8% zurück.

Währenddessen stieg er bei GM von 18,7% auf 20,1%. Die früher als die “Großen Drei” von Detroit titulierten US-Hersteller sind nach einem Tiefstand bei 41% in der Rezession jetzt wieder bei 48% Marktanteil angekommen.

Marktanteile Automobilhersteller: Zuwächse werden von Rabatten angeheizt

Doch zu Überfliegern haben sich die US-Produzenten nicht gemausert. Der Zuwachs an Marktanteilen geht auf eine vorübergehende Schwäche der japanischen Konkurrenz zurück, die noch bis nach dem Sommer anhalten dürfte.

Zudem erkaufen sich die US-Firmen ihre Zuwächse zu einem guten Teil mit Preisnachlässen, die an den Margen zehren. GM zum Beispiel, senkte in den vergangenen Wochen die Preise in Nordamerika mit einer neuen Runde von Kaufanreizen.

In Asien und Europa konnten trotz der eskalierenden Rohstoffnotierungen und Energiekosten den Kunden keine höheren Preise abgerungen werden.


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Von: David Gerginov. Über den Autor

David Gerginov publizierte unter anderem zum Thema Schuldenbremse und beschäftigt sich heute mit allen Fragen rund um Wirtschaft, Politik und Finanzen.