US-Banken mit hohem Kurs-Potenzial: Bank of America, American Express

Die beiden US-Banken Bank of America und American Express haben die Banken-Krise weit hinter sich gelassen; die Gewinne sprudeln. (Foto: First Class Photography / shutterstock.com)

Die Bank of America überzeugte im 3. Quartal mit einem Gewinn-Plus von 15% auf 5,1 Mrd. $.

Der Zins-Überschuss legte im Zuge der steigenden Zinsen und des höheren Kredit-Volumens kräftig zu.

Dabei musste die Bank of America aufgrund der guten Kredit-Qualität weniger Geld für faule Kredite zurücklegen.

Gleichzeitig wurde der Provisions-Überschuss dank guter Ergebnisse im Investment-Banking sowie im Brokerage gesteigert und das rückläufige Handels-Ergebnis wettgemacht.

Der Aktienkurs ist trotz der historisch guten Ertragslage weit von den Höchstständen entfernt.

Dies liegt an der deutlich höheren Aktienanzahl aufgrund einer Kapital-Erhöhung, die aufgrund der Finanzkrise notwendig geworden war.

So liegt der Gewinn pro Anteilsschein noch weit unter dem Vorkrisenwert. Auf der anderen Seite hat sich das Eigenkapital nahezu verdoppelt.

Damit ist die Bank wesentlich solider aufgestellt. Jetzt kann das Management dazu übergehen den Fokus auf den Shareholder-Value zu legen.

Bank of America erhöht Dividenden und intensiviert das Aktienrückkauf-Programm

Die Quartals-Dividende wurde deutlich auf 12 Cent pro Aktie erhöht. Noch höhere Dividenden-Zahlungen erhalten Sie nur in mit meiner Volker Gelfarths-Einkommensmaschine.

Zudem hat die BoA das Aktienrückkauf-Programm intensiviert. So will das Unternehmen insges. 17 Mrd. $ in nur 1 Jahr ausschütten.

Dies wird mit dazu beitragen, die Gesamtkapital-Rendite auf den Zielwert von 1% zu steigern.

Eine Rendite von über 1% auf die Bilanz-Summe schaffen nur wenige Banken. Als Faustregel gilt, dass eine Bank damit zumindest ihre Kapital-Kosten verdient und somit auch Mehrwert schaffen kann.

Wir sehen daher den Buchwert als langfristiges Mindest-Kursziel an.

Bank of America im Banken-Portrait

Die Bank of America entstand im September 1998 aus der Fusion von BankAmerica und NationsBank.

Die besonders im Privatkunden-Geschäft und in der Unternehmens-Finanzierung tätige Bank ist mit Zweigstellen in den USA und mit Repräsentanzen in 30 Ländern der Welt vertreten.

Wachstum gelang ihr auch durch Akquisitionen von FleetBoston in 2004, MBNA in 2006, LaSalle in 2007, Countrywide in 2008 und Merrill Lynch im Januar 2009.

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American Express mit Gewinnsprung

Die Ausgaben-Freude von Kreditkarten-Besitzern hat im 3. Quartal zugenommen.

Zudem hat Amex die Folgen der beendeten Partnerschaft mit der Großhandels-Kette Costco hinter sich gelassen.

Es war das 1. Quartal, in dem das Aus der Partnerschaft keine Auswirkungen mehr hatte. So legten die Einnahmen um 9% auf 8,34 Mrd. $ zu.

AmEx hat dank stärkerer Kredit-Vergabe und gestiegener Ausgaben seiner Kunden einen Gewinnsprung um 25% auf 1,50 $ je Aktie verbucht.

Die Bilanz profitierte auch von geringeren Abgaben an den Fiskus; die effektive Steuer-Quote fiel im Jahres-Vergleich von 34 auf 26%.

Insgesamt fielen die Geschäftszahlen besser aus als vom Markt erwartet.

Neuigkeiten gab es zudem von Konzernchef Chenault: Er kündigte seinen Rücktritt an. Nach 16 Jahren an der Spitze wird er im Februar 2018 von Stephen Squeri abgelöst.

Squeri ist seit 1985 für den Konzern tätig und seit 2015 Chenaults Vize im Verwaltungsrat.

Chenault hatte die vergangenen 2 Jahre gegen den Verlust der Partnerschaft mit Costco gekämpft, die für 8% der Karten-Umsätze stand.

Im Rahmen der Vereinbarung, die im März 2016 ausgelaufen war, akzeptierte Costco nur AmEx-Karten als Zahlungsmittel.

American Express profitiert von der Zinswende

AmEx kommt zugute, dass er verstärkt auf wohlhabendere Kunden setzt, die konstant hohe Ausgaben haben und weniger Zahlungs-Ausfälle verursachen.

Ein weiterer Aspekt: Steigen die Zinsen in den USA, ziehen auch die Zinsmargen bei den Kreditkarten an. AmEx dürfte somit von einer Zinswende profitieren.

Seit Jahresstart hat sich die Aktie deutlich besser entwickelt als der Dow Jones.

American Express im Banken-Portrait

American Express ist der weltweit führende Anbieter von reisebezogenen Finanz-Dienstleistungen (Reiseschecks, Beratung).

Daneben offeriert man Bank-Dienstleistungen wie Kreditkarten (American Express Card, Optima Card, Blue Card).

Die Finanz-Dienstleistungs-Sparte wurde 2005 abgespalten.


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Von: Volker Gelfarth. Über den Autor

Der Diplom-Ingenieur lernte die Schwächen und Stärken eines Unternehmens selbst als Manager kennen, bevor er sich voll und ganz der Value-Analyse widmete. Er ist Chefredakteur für die Dienste Aktien-Analyse, Gelfarths Dividenden-Letter, Gelfarths Premium-Depot und Strategisches Investieren.