US-Banken mit überwiegend guten Zahlen und positivem Ausblick

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Im Gegensatz zu den europäischen Banken erzielten viele US-Banken im abgelaufenen Jahr Rekordgewinne. (Foto: Anton Violin / shutterstock.com)

Viele Banken aus den USA erzielten im abgelaufenen Jahr Rekordgewinne.

Die gute Konjunkturlage und ein bis zum Jahresende weitgehend robuster Kapitalmarkt, gepaart mit historisch niedrigen Kreditausfällen sowie Kostensenkungen ließen die operativen Ergebnisse deutlich ansteigen. Zudem profitierten die Unternehmen von der US-Steuerreform. Wenngleich dies den Vorjahresvergleich erschwert und bereits die eine oder andere Wolke am Bankenhorizont aufgezogen ist, stehen die Zeichen auf einem anhaltenden, wenngleich moderaterem Wachstum. Während die US-Wirtschaft weiter wächst und das klassische Bankgeschäft mit Einlagen und Krediten zulegt, stellt sich der Kapitalmarkt herausfordernder dar.

Meine Favoriten JPMorgan Chase & Co. und Bank of America konnten dennoch mit den Zahlen zum 1. Quartal überzeugen und blicken optimistisch in die Zukunft. Ungeachtet dessen tendierte der US-Branchenindex Dow Jones U.S. Banks angesichts des schwelenden Handelsstreites mit China und den Auswirkungen auf die Weltwirtschaft und Kapitalmärkte abwärts.

Europas Banken werden abgehängt

Europas Großbanken verlieren gegenüber der amerikanischen Konkurrenz weiter an Boden. So steigerten 2018 die zehn größten europäischen Banken ihren Gewinn um 35% auf 52 Mrd. €. Mit einer Steigerung um 88% auf 138 Mrd. € verdienten die zehn größten US-Konkurrenten jedoch mehr als zweieinhalb Mal so viel. Während Europas Banken unter den Nullzinsen der EZB ächzen, profitieren die US-Konkurrenten von steigenden Leitzinsen und der unternehmensfreundlichen Steuerreform. Folglich regiert in Europa der Rotstift. Die Institute reduzieren auf breiter Front die Anzahl der Mitarbeiter und schließen Filialen.

Eine Konsolidierungswelle ist nötig

Der anhaltende Kostendruck zwingt die Banken zur Zusammenarbeit. Auch wenn der staatlich unterstützte Vorstoß zur Fusion von Commerzbank und Deutscher Bank scheiterte, gehen die Übernahmegerüchte weiter. Angeblich stehen mit dem niederländischen ING-Konzern und der UniCredit gleich zwei europäische Bieter als Interessenten bereit. Dabei wird auch die Bundesregierung ein Wörtchen mitreden. Deutschland hält 15% der Anteile an der Commerzbank.

Die Deutsche Bank arbeitet ihrerseits an einem Zusammenschluss der Fondstochter DWS mit der Vermögensverwaltung der UBS oder mit Amundi, einem Gemeinschaftsunternehmen von Crédit Agricole und Société Générale. Die spanische Banco Santander ist bereits einen Schritt weiter und kündigte eine Zusammenlegung des Depotbankengeschäfts mit der Crédit Agricole an. Ziel aller Zusammenschlüsse ist die Senkung von Kosten.

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Volker Gelfarth
Von: Volker Gelfarth. Über den Autor

Der Diplom-Ingenieur lernte die Schwächen und Stärken eines Unternehmens selbst als Manager kennen, bevor er sich voll und ganz der Value-Analyse widmete. Er ist Chefredakteur für die Dienste Aktien-Analyse, Gelfarths Dividenden-Letter, Gelfarths Premium-Depot und High Performance Depot.

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