US-Banken: Vorbereitung auf Staatsbankrott

Die Wall Street bereitet sich auf die mögliche Zahlungsunfähigkeit der USA vor. Das könnte dem Geldsystem den Todesstoß versetzen. (Foto: phongphan / Shutterstock.com)

Die Wall Street bereitet sich auf die mögliche Zahlungsunfähigkeit der USA vor. Die Auswirkungen auf die internationalen Finanzmärkte könnten dramatisch sein.

Die USA sind dabei, ihren letzten Funken Glaubwürdigkeit zu verspielen. Das könnte dem Geldsystem den Todesstoß versetzen.

Ein Schuldner gilt gemeinhin als bankrott, wenn er seine Schulden nicht mehr bedienen kann. In diesem Sinne sind die USA schon lange pleite. Das einzige, was die Wirtschafts-Supermacht noch über Wasser hält ist die Tatsache, dass sie bisher alte Schulden mit neuen bezahlte.

Das Gepokere der Republikaner über eine mögliche Erhöhung des Schuldenlimits könnte deshalb zum Desaster werden. Mit jedem Tag, an dem dieses Thema breiter in der Öffentlichkeit diskutiert wird, stellt sich die Frage: Selbst wenn sie das Schuldenlimit erhöhen – was dann?

Können damit alte Schulden besser bezahlt werden, oder wird damit ein unausweichliches Problem nur in die Zukunft geschoben?

Insofern könnte das bisherige „NO“ der Reps als Schuss nach hinten los gehen. Schon längst haben sich namhafte Gläubiger von Washington verabschiedet. Zuletzt der weltgrößte Anleihenfonds, dessen Chef, Bill Gross, sich gar zu der Behauptung verstieg, Bernanke würde ein Pakt mit dem Satan eingehen.

Doch nicht nur PIMCO verabschiedete sich von US-Anleihen. Immer mehr Banken in den USA verkaufen derzeit aus „Sicherheitsgründen“ US-Bonds, um für den Fall der Fälle gewappnet zu sein.

„Wir planen, unsere Abhängigkeit von Staatsanleihen Anfang August zu verringern und als Vorsichtsmaßnahme mehr Bargeld in der Hand zu haben“, zitierte die „Financial Times“ in ihrer Montagausgabe den Chef einer US-Bank – allerdings anonym, denn das Thema ist äußerst heikel.

Es ist eines der wenigen Male überhaupt, dass sich ein Bankchef zu den Strategien für den Notfall äußert.

Investoren rund um den Globus haben den USA riesige Summen geliehen. Bislang gab es auch kaum Zweifel daran, dass die Vereinigten Staaten Zinsen und Tilgung stemmen können – zur Not wurden halt einfach neue Schulden aufgenommen.

Doch das Spiel könnte schon bald nicht mehr funktionieren: Die USA müssen bis zum 2. August die Schuldengrenze von derzeit 14,3 Billionen Dollar (10 Billionen Euro) deutlich anheben, um zahlungsfähig zu bleiben.

US-Staatsanleihen galten bislang – zumindest im offiziellen Sprachgebrauch – als sichere Geldanlage und wurden von Banken deshalb auch gerne dazu benutzt, um riskante Finanzgeschäfte abzusichern.

Das würde bei einem Scheitern der Verhandlungen in Washington nicht mehr funktionieren. Welche dramatischen Konsequenzen drohen, sollte der Finanzmarkt erlahmen, hatte der Kollaps der US-Investmentbank Lehman Brothers während der Finanzkrise gezeigt.

Überhaupt ist der Staatsbankrott wesentlich teuerer, als oft angenommen.

Staatsbankrot: Sieht um Faktor 4 schlechter aus

Bis zum Wochenende müssen die USA den drohenden US-Staatsbankrott abwenden. So lesen Sie es überall. Die Wahrheit sieht um den Faktor 4 schlechter aus.

Die Schuldenobergrenze, um die es hier geht, ist schon lange gerissen. Ich nenne Ihnen hier die wahren Zahlen und zeige, wie ein Rettungsprogramm aussehen kann.

Die Wahrheit über den Staatsbankrott werden Sie in den großen Medien nicht lesen. Die lassen sich derzeit von Obama und den Republikanern sowie dem bevorstehenden 2. August vorführen und die Diskussion aufdrängen. Obama möchte die gesetzliche Schuldenobergrenze erhöhen – auf mehr als 14 Billionen US-Dollar.

Die Repbulikaner zieren sich „angeblich“. Die Lösung sieht so aus: Die Republikaner ermöglichem dem US-Präsidenten per Verfahrenstricks, die Schulden letztlich eigenmächtig zu erhöhen.

Diese Konstruktion wird 12 bis 15 Monate halten und direkt zum nächsten Präsidentschaftswahlkampf wieder in den Medien diskutiert. Alle Seiten freuen sich zunächst.

Die Wahrheit: mehr als 62 Billionen statt 14 Billionen

Die gesetzliche Schuldenobergrenze ist allerdings nur ein kleiner Ausschnitt aus der wahren Welt der USA. Die wahre Staatsverschuldung umfasst nicht nur die Zahlungsverpflichtung der Regierung, sondern auch die der Sozialkassen wie etwa dem „Medical Care“ oder der Sozialversicherung.

Diese Sichtweise erfinde ich nicht willkürlich, um die USA in schlechtem Licht zu präsentieren. Die Gelder sind schlicht künftige Verpflichtungen, die jetzt schon auf dem Staat lasten. Finanziert ist davon nichts.

Insgesamt schulden die USA mit den Sozialversicherungen, mit Medical Care und den Anleihegläubigern den größten Schuldner mehr als 62 Billionen US-Dollar.

Die neue Schuldenobergrenze von 14 Billionen US-Dolllar ist dagegen ein kleiner Berg. Die Zahlen alleine aus dem vergangenen Jahr belegen dies bereits:

  • Alleine 2010 haben die USA 1,5 Billionen US-Dollar zusätzlicher Schulden aufgenommen – offiziell.
  • Die Sozialversicherungen allerdings erzeugten 2010 noch einmal 5,3 Billionen US-Dollar mehr Zahlungsverpflichtungen. Wer die zahlen wird, ist unklar.
  • Insgesamt 62 Billionen US-Dollar Schulden bedeuten alleine bei einem Zinssatz von 4% etwa 2,5 Billionen US-Dollar jährlicher Zinsbelastung für den gesamten Staat. Steigen die Zinsen, explodiert alleine die Zinsleistung.

GeVestor meint: Die derzeitigen Diskussionen um Obama und die Republikaner sind nur der Tropfen auf den heißen Stein. Das Defizit bei den Finanzen ist größer, als es die USA bei den aktuellen Währungswerten jemals erwirtschaften können. Die einzige Lösung: Inflation.

Eine weitere Papiergeldflut – über neue Anleihen, die etwa die Zentralbank FED aufkauft – kann die Schulden entwerten. Leidtragende werden alle Besitzer von Forderungen sein. Auch bei uns: sowohl die Forderungen an die USA über Anleihen als auch Forderungen bei uns werden wertloser.

Die Inflation schwappt nach Europa, weil die USA mit ihrem immer billigeren Dollar einkaufen gehen müssen. Die Eurozone wird den Euro ebenfalls inflationieren müssen, um weiterhin Waren zu verkaufen.

Retten Sie sich: 50% Aktien, 35% Immobilien-Investitionen und 15% Edelmetalle halte ich für eine Mischung, die stabil ist. Wer selbst genutzte Immobilien hat, wird weniger Aktien kaufen.


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Michael Mross
Von: Michael Mross.

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