US-Behörden genehmigen das Testament der Deutschen Bank

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Mittlerweile wird es medial schon als „gute Nachricht“ gewertet, wenn die US-Behörden den Notfallabwicklungsplan der Deutschen Bank durchwinken. (Foto: Vyautas Kielaitis/ shutterstock.com)

Erst vor wenigen Tagen markierte die Aktie des größten Geldhauses der Republik ein neues Rekordtief. Die Aktie der Deutschen Bank fiel auf einen Stand von unter sieben Euro. Der seit vielen Jahren anhaltende Salami-Crash des Papiers setzt sich also fort. Ein Ende desselben ist indes weit und breit nicht in Sicht. Die Aktie ist und bleibt eine pure Kapitalvernichtungsmaschine.

US-Behörden genehmigen das Testament

Beachtlich ist in dem Kontext, dass massenmedial es schon als „gute Nachricht“ gewertet wird, wenn die verantwortlichen US-Behörden den Notfallabwicklungsplan der deutschen Großbank durchwinken. In der Vorweihnachtswoche haben die US-Notenbank Federal Reserve und der Einlagensicherungsfonds (FDIC) laut Handelsblatt den Notfallplan, sprich das Testament, der Deutschen Bank genehmigt.

Der Vollständigkeit halber sei an der Stelle erwähnt, dass nicht nur das Testament der Deutschen Bank abgesegnet wurde; sondern auch jene der beiden Großbanken aus der Schweiz, Credit Suisse und UBS, wie auch von der Barclays Bank aus Großbritannien. Zwar hätten die Notfallpläne einige Mängel, diese seien jedoch nicht schwerwiegend genug, um strengere Regeln oder härtere Auflagen rechtfertigen zu können.

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Testamente seit 2012 verpflichtend

An der Stelle sei auch erwähnt, dass als Reaktion auf die Finanzkrise 2008 (mit dem Untergang der Bank Lehman Brothers als Höhepunkt) die US-Behörden seit dem Jahr 2012 von den Geldhäusern, die systemrelevant sind, einen detaillierten Notfallplan verlangen. Anders formuliert, Banken, die allein durch ihre Größe eine Bedrohung für das Finanzsystem darstellen könnten, müssen höhere Kapitalanforderungen erfüllen und den Behörden einen genauen Plan für den Fall der Fälle vorlegen. Sie müssen also en detail darlegen können, wie sie sich im Fall einer möglichen Schieflage selbst abwickeln.

Ja, liebe Leser, die Zeiten ändern sich rasant, ja dramatisch. Mittlerweile wird es schon als Erfolg gefeiert, wenn die Behörden in den USA das Testament, den Notfallabwicklungsplan der Deutschen Bank absegnen. Das sagt schon sehr viel aus. Wir sollten uns auch auf den Fall der Fälle vorbereiten. Es wäre fahrlässig, mehr als die über die von der Einlagensicherung garantierten 100.000 Euro als Guthaben, sprich Forderung, zu halten.

Und wir sollten uns auch darauf vorbereiten, dass ein Untergang der Deutschen Bank nicht ohne verheerende Folgen bleiben wird. Sicherlich wollen wir den Teufel nicht an die Wand malen. Aber wir sollten wahrlich nicht überrascht sein, wenn eines nicht allzu fernen Tages über die „alternativlose“ Verstaatlichung der Deutschen Bank berichtet werden sollte…


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Günter Hannich
Von: Günter Hannich. Über den Autor

Günter Hannich, Bestseller-Autor und gefragter Experte auf dem Gebiet Kapitalschutz, unter anderem bei n-tv. Er steht mit dem „Crash Investor“ ab sofort zur Verfügung, um sein persönliches Wissen zu teilen. Für Ihre ­Sicherheit.