US-Börsen machen es richtig: FED und Bernanke erhöhen Geldmenge

Wir ängstlichen Europäer haben Angst, wenn die USA wieder mehr Geldzufluss an den Märkten ankündigen. Die FED, US-Zentralbank, sowie deren Chef Ben Bernanke kündigen aktuell an, die Geldmenge „zur Not“ noch einmal zu erhöhen. Das Instrument, das sie offiziell versprechen: Anleihen-Käufe.

Je mehr Geld an die Märkte fließt, desto größer das Anzeichen für einen Crash und desto deutlicher die Gefahr, dass die Preise weiter ansteigen. Die Inflation steht in den USA immer klarer in der Tür, nicht mehr nur davor. Gleichzeitig jedoch steigen nach solchen Ankündigungen die Aktienkurse. Ein Vorgang aus dem Lehrbuch, von dem Sie auch in Europa noch profitieren werden.

Angst ist richtig – und lässt das Geld fließen

Analysten interpretieren steigende Kurse an US-Märkten nach einer solchen Ankündigung falsch: davon „steigt das Wirtschaftswachstum“, meinen sie. Deshalb reagieren Aktien-Investoren und kaufen Aktien. So aber denkt kaum jemand an den Aktienbörsen.

Dort reagieren vielmehr die Herden. Geld läuft Geld hinterher, das ist die simple kurzfristige Wahrheit. Dieses Geld aber fließt genau jetzt an die Aktienbörsen – nach solchen US-Ankündigungen. Die reine Angst treibt Investoren aus den Anleihemärkten mit ihrem Vermögen in Sachwerte wie Aktien.

Daher ziehen die Kurse an, so einfach ist die Erklärung. Bei uns in Europa funktioniert der Zusammenhang nicht immer so eindeutig. Da bleibt viel Geld einfach auf den Konten liegen oder steckt in Versicherungsverträgen. Die Zahlen belegen: wir sind ängstlicher als US-Investoren. Die Kurse an deren Märkten sind daher „logischer“.

Dasselbe Szenario bei uns – etwas später

So wird es allerdings in diesem Fall auch bei uns in Europa passieren. Die Geldmenge steigt nicht nur in den USA, sondern auch bei uns. Die FED hat die Geldproduktion nur schon früher absegnen lassen. Die ersten 600 Milliarden US-Dollar sind „verpulvert“. Das nächste Programm wird gerade in diesen Tagen geschrieben.

In der Eurozone zaudern die Regierenden in der Öffentlichkeit noch. Erst seit kurzem  kann die EZB (europäische Zentralbank) ihre eigenen Staatsanleihen (der Eurozonen-Länder) kaufen. Bis dato waren sich Volkswirte und Politik einig: Dauerhaft wird diese Erlaubnis die Geldwirtschaft zerstören.

Geld flüchtet daher auch bei uns an die Aktienbörsen.

  • Die nächsten Rettungsprogramme in Europa werden wie in den USA über die Geldmenge finanziert: Investoren fürchten um ihr Vermögen.
  • Das wird Vermögen nach und nach in die Sachwerte treiben, auch in Aktien.
  • Zusätzlich rechnen Sie jetzt schon mit dem angstgetriebenen Vermögen aus den USA. Dies treibt die Kurse von Aktien tendenziell auch bei uns in Europa nach oben.

GeVestor meint: Angst ist hier der richtige Ratgeber. Voraussetzung dafür ist, dass Investoren aktiv reagieren und umschichten. Es reicht nicht, das Geld auf Konten liegen zu lassen. Dort vernichtet es sich selbst – durch immer neues, frisches Geld an den Märkten.

Die US-Börsen zeigen in der Regel, wohin die Amerikaner flüchten, wenn FED und Bernanke die Geldmenge erhöhen: in Aktien.

25. Juli 2011

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Von: Janne Joerg Kipp. Über den Autor

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