US-Dollar-Absicherung für Ihr Goldinvestment

Andreas Sommer

Liebe Leser,

in der vergangenen Woche wiesen wir auf den Zusammenhang zwischen der Entwicklung von Goldpreis und US-Dollar hin. Noch einmal zur Erinnerung: Der Goldpreis je Feinunze wird in US-Dollar notiert, unsere Depots jedoch in aller Regel auf Euro-Basis oder einer anderen Währung wie dem Schweizer Franken. Steigt der Goldpreis, aber der US-Dollar fällt gegenüber dem Euro (oder dem Schweizer Franken), dann können sich beide Bewegungen neutralisieren. Fällt der US-Dollar relativ gesehen stärker, kann dies sogar zu einer negativen Performance ihres Goldinvestments führen.

Da bei Ihnen diesbezüglich großes Interesse besteht, wollen wir Ihnen heute Möglichkeiten aufzeigen, wie Sie Ihr Goldinvestment vor dem US-Dollar-Einfluss schützen können.

Lassen Sie uns zuvor noch einmal den Zusammenhang von Goldpreis– und US-Dollar-Entwicklung im Chart anschauen. Dazu habe ich den Goldpreis der USD/Euro-Entwicklung gegenüber gestellt. Die USD/Euro-Parität zeigt diese aus der Sicht des US-Dollars: Er spiegelt sozusagen die Euro/USD-Parität. Der Vorteil bei der Betrachtung aus dieser Sicht: Ein starker US-Dollar wird als steigender Kurs, ein schwacher als sinkender Kurs dargestellt.

Goldpreis und USD/Euro seit 1980

Wie Sie sehen, hat sich der US-Dollar seit 1980 meist konträr zum Goldpreis entwickelt: Stieg der Goldpreis, fiel der US-Dollar. Fiel der Goldpreis, stieg wiederum der US-Dollar. Tatsächlich hat es nur seltene Phasen (und meist nur von kurzer Dauer) gegeben, in denen Goldpreis und US-Dollar gemeinsam stiegen (grün unterlegt). Zwischen 1989 und 1995 fiel der US-Dollar und der Goldpreis bewegte sich seitwärts.

Das heißt: In aller Regel beeinträchtigen sich Goldpreis– und US-Dollar-Entwicklung und heben sich nicht selten sogar gegenseitig auf. Wie können Sie also den Einfluss des US-Dollars aufheben, wenn Sie von einer erwarteten Aufwärtsbewegung des Goldpreises profitieren wollen?

In unserer modernen Welt der Zertifikate heißt das Lösungswort ‚Quanto‘.

‚Quanto‘ steht für eine Währungsabsicherung: Die Bewertung des Basiswertkurses wird 1:1 in Euro vorgenommen.

Wie finden Sie Quanto-Zertifikate?

Ein gutes Suchinstrument bietet die Webseite OnVista. Wenn Sie auf der Hauptseite in der Kursübersicht auf ‚Gold (USD)‘ klicken, gelangen Sie auf eine weiterführende Seite. Dort klicken Sie unter ‚Zugehörige‘ auf Zertifikate und gelangen so in die Zertifikate-Suche. Geben Sie nun in den Standard-Einstellungen Ihre gewünschten Vorgaben ein: Basiswert Gold, Zertifikate-Typ Knock-Outs, Währungsgesichert ja, KO-Typ Call (wenn Sie auf einen steigenden Goldpreis setzen wollen) bzw. Put (wenn Sie auf einen fallenden Goldpreis setzen wollen), KO-Schwelle >als 20% und drücken Sie auf ‚Suche starten‘.

In der anschließend generierten Liste finden Sie alle währungsgesicherten Zertifikate unter ‚Besondere Merkmale‘ Q (für ‚Quanto‘).

Wichtig: Beachten Sie, dass es sich hierbei um Knock-Out-Zertifikate handelt! Das heißt: Erreicht der Goldpreis nur ein einziges Mal diese Schwelle, wird das Zertifikat WERTLOS! Wählen Sie daher für einen Gold-Call unbedingt eine KO-Schwelle, die weit UNTER dem aktuellen Goldpreis (in USD je Feinunze) liegt. 20% sollten das absolute Minimum sein. Behalten Sie danach den Goldpreis stets im Auge: Verringert sich der Abstand zur KO-Schwelle auf weniger als 10%, sollten Sie unbedingt einen Wechsel in ein Zertifikat vornehmen, welches den alten Abstand wiederherstellt.

Die zweite Absicherungsmöglichkeit – den Kauf eines Euro/USD-Calls für bestehende Goldinvestments – sollten Sie nur als absoluter Derivate-Profi in Erwägung ziehen!

Viel Erfolg an den Börsen,

Ihr

Andreas Sommer

30. März 2009

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Von: Andreas Sommer. Über den Autor

Andreas Sommer ist ein absoluter Börsen-Profi. Der gelernte Bankkaufmann war 10 Jahre als Wertpapierberater bei einer großen deutschen Bank tätig.

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