US-Immobilien-Sektor: Simon Property will Macerich feindlich übernehmen

Gestern habe ich Ihnen vom österreichischen Übernahme-Kandidaten Immofinanz berichtet, bei dem der Chef wenig begeistert auf die Preisvorstellungen eines russischen Investors reagiert hat.

Im US-Immobiliensektor ist auch ein Übernahme-Kandidat wenig begeistert von den Preisvorstellungen eines potenziellen Käufers. Die Situation ist dabei allerdings verzwickter und bereits an einem Punkt, der bei Immofinanz vermutlich in weiter Ferne liegt oder gar nicht erst auftaucht.

Simon Property Group (SPG), ein US-amerikanischer Gewerbeimmobilien-Konzern, will den Rivalen Macerich feindlich übernehmen. Ein entsprechendes Angebot im Gesamtwert von 22,4 Mrd. $ wurde gestern vorgelegt.

SPG verlangt Aufnahme von Übernahme-Verhandlungen

Laut dem SPG-Management wurde seit Mitte vergangenen Jahres versucht, eine freundliche Übernahme herbei zu führen. Das Macerich-Management habe jedoch die diverse Vorstöße zurück gewiesen.

Nach der jüngsten Zurückweisung im Februar habe sich das Unternehmen dann dazu entschieden, sich mit einem Angebot direkt an die Aktionäre zu wenden. An das Macerich-Management gerichtet sagte der SPG-Chef David Simons: „Wir warnen das Management vor Abwehrmaßnahmen gegen den Willen der Aktionäre und verlangen den Beginn ernsthafter Übernahme-Gespräche. Das Angebot ist attraktiv für die Aktionäre und die beiden Unternehmen.“

Markt rechnet mit Angebotsaufstockung

SPG bietet je Anteilsschein 91 $. Das Übernahme-Angebot beinhaltet eine Prämie von etwa 30% auf den Kurs, den die Aktie vor Bekanntgabe einer Stimmrechtsmitteilung hatte, aus der hervorging, dass sich SPG an Macerich beteiligt hat.

Für US-amerikanische Übernahme-Spekulanten könnte es allerdings noch viel besser kommen. Die Aktie notiert bereits jetzt über dem Angebotspreis. Es gilt als sicher, dass Macerich nicht einfach die 91 $ je Aktie annehmen wird.

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Fraglich ist was nach Ablehnung der Offerte passiert. Macerich ist im US-Bundesstaat Maryland registriert und könnte relativ einfach die Übernahme-Pläne mit einer Giftpille durchkreuzen.

Doch das ist nicht zu erwarten. Der Übernahme-Sensor rechnet damit, dass es am Ende eine freundliche Übernahme zu einem höheren Preis gibt. Für amerikanische Übernahme-Spekulanten lohnt es sich, einen genauen Blick auf das Chancen-Risiko-Profil des Übernahme-Kandidaten zu werfen.

Klar ist, dass die Aktie zurückfallen wird, wenn sich Macerich gegen eine Übernahme ausspricht. Doch sollten Verhandlungen beginnen, um einen freundlichen Deal herbeizuführen, dann steigt der Preis. Der Markt rechnet offenbar damit und hat gute Gründe für diese Annahme.

10. März 2015

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Von: Jens Gravenkötter. Über den Autor

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